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Wie helfen sowohl technische Innovationen und digitale Anwendungen, als auch neue pflanzenbauliche Maßnahmen der praktischen Landwirtschaft, den aktuellen Herausforderungen im Pflanzenschutz zu begegnen? Mit diesem Thema beschäftigten sich in diesem Jahr insgesamt vier BZL-Web-Seminare aus dem Modell- und Demonstrationsvorhaben "Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenbau“ (MuD IPB).
Praktikerinnen und Praktiker schilderten dabei ihre Erfahrungen mit den Maßnahmen, die sie auf ihren Demonstrationsbetrieben umsetzen. Expertinnen und Experten ordneten diese Erfahrungen ein und standen Ihnen zusammen mit den Betrieben in den Online-Veranstaltungen Rede und Antwort.
Die Reihe wurde mit dem BZL-Web-Seminar zum Thema “Zwischenfruchtanbau – Potenziale zur Unkrautunterdrückung und alternative Ansaatverfahren” abgeschlossen. Zwischenfrüchte sind ein wichtiger Baustein in Ackerbausystemen und Fruchtfolgen. Ein dichter Aufwuchs, zeitnah nach der Ernte der Hauptkultur, kann den Boden vor Erosion schützen, überschüssige Nährstoffe binden und von Nutzen im Pflanzenschutz sein.
Niklaus Schulte von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen leitete mit aktuellen Ergebnissen von Versuchen zur Unkraut- und Ungrasunterdrückungsleistung von Zwischenfrüchten in die Thematik ein. Dabei berichtete er von den Anforderungen an den Zwischenfruchtbestand, die sich aus den Freilandversuchen ableiten lassen. In seiner Zweitrolle als Betriebsleiter im MuD IPB schilderte er, wie Erkenntnisse aus dem Versuchswesen Eingang in die landwirtschaftliche Praxis finden.
Präsentation von Niklas Schulte: Zwischenfrüchte – Warum und Wie? und Betriebsvorstellung
Thorsten Sturm, Betriebsleiter vom Demonstrationsbetrieb Sturm GbR, schilderte weitere Erfahrungen aus der Praxis, wie sich eine zügige und sichere Etablierung der Zwischenfrüchte, gerade im Sommer, realisieren lässt. Er berichtete, wie sich eine Strip Till-Maschine der Firma Claydon im Vergleich zur vorher betriebsüblichen Art der Aussaat von Zwischenfrüchten schlägt und worauf beim Einsatz zu achten ist.
Präsentation von Thorsten Sturm: Alternative Ansaat von Zwischenfrüchten und Betriebsvorstellung
Pommes verbrauchen wir im Wirtschaftsjahr, Fleisch verzehren wir im Kalenderjahr. Wie werden Eier in der Statistik zu Nudeln und wie viele Menschen ernährt ein Landwirt/eine Landwirtin in Deutschland? In diesem BZL-Web-Seminar haben wir Licht ins Dunkel gebracht!
Wir haben erklärt, wer wann was erhebt – von internationalen Organisationen bis zur Regionalstatistik - und welche Zahlen und Fakten das BZL zur Verfügung stellt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Vergleich der Daten: Was ist dabei zu beachten, warum funktionieren manche Vergleiche nicht? Und was zeichnet die Infografiken des BZL aus? Worin besteht die Herausforderung, komplexe Sachverhalte verständlich zu gestalten, ohne dabei die wissenschaftliche Genauigkeit zu verlieren?
Präsentation von Judith Spielmanns, Dr. Ulrike Ahrens und Alexander Schulz
Die Anforderungen an Tierhaltungsverfahren hinsichtlich Tierwohl und Umweltschutz sind stetig gestiegen und befinden sind häufig im Zielkonflikt miteinander.
Das BZL-Web-Seminar "Emissionspotenziale und Tiergerechtheit von Haltungsverfahren mit "InKalkTier" richtig einschätzen" hat die Web-Anwendung InKalkTier vorgestellt.
Es handelt sich dabei um eine Web-Anwendung des KTBLe.V., in der eine Vielzahl von Haltungsverfahren für Rinder, Schweine, Hühner und Puten detailliert beschrieben werden. Zudem liefert die Web-Anwendung Bewertungen der Verfahren hinsichtlich der Bewertungsaspekte Tiergerechtheit, Emissionspotenzialen sowie Investitionskosten.
Die beiden Expertinnen Franziska Christ (KTBL) und Sarah Kimmich (Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen) haben erklärt, wie die Web-Anwendung in Beratung und Praxis genutzt werden kann und welche Vorteile sie bietet.
Präsentation von Franziska Christ und Sarah Kimmich: Emissionspotenziale und Tiergerechtheit von Haltungsverfahren mit “InKalkTier” richtig einschätzen
Selbsterntegärten bieten eine solide Einkommensalternative für Gemüsegärtnereien und landwirtschaftliche Betriebe. Wie Sie auch in Ihrem Betrieb eine Selbsternte aufbauen können, erklärten Katharina Mittelstraß und Max von Grafenstein im BZL-Web-Seminar „Selbsterntegärten planen und organisieren“. Die beiden Referierenden betreiben sehr erfolgreich Selbsterntegärten mit unterschiedlichen Konzepten und berichteten praxisnah von ihren Erfahrungen. Dabei wurden sowohl organisatorische als auch betriebswirtschaftliche Aspekte beleuchtet. Auch die Anbauplanung kam nicht zu kurz. Im Anschluss an die Vorträge gab es die Möglichkeit, den beiden direkt Fragen zu stellen und sich auszutauschen.
Hier finden Sie die Präsentationen von Katharina Mittelstraß “Selbsterntegärten - ein Gemüse-Garten auf Zeit” und Max von Grafenstein “Bauerngarten - ein Selbsterntegarten mit Besonderheiten”.
Die Veranstaltung fand in enger Kooperation mit dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) statt.
BZL+BZfE-Broschüre zum kostenfreien Download: Selbsterntegärten – so geht’s. Ein Leitfaden für die Praxis
Computergestützte Prognosen und Entscheidungshilfen können wertvolle Informationen über das zeitliche und räumliche Auftreten von Schadorganismen geben und ermöglichen so eine gezielte Planung und Durchführung von Pflanzenschutzmaßnahmen.
Im BZL-Web-Seminar “Nutzen von Prognosemodellen für die Entscheidungsfindung im Pflanzenschutz” hat Juliane Schmitt von der Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz (ZEPP) in das Thema wetterbasierte Prognosemodelle eingeführt. Anschließend berichteten die beiden Landwirte Christian Oberhausen und Michael Ziesel von ihren Erfahrungen zur Nutzung von Prognosemodellen im Pflanzenschutz.
Präsentation von Juliane Schmitt: Wetterbasierte Prognosemodelle - Grundlagen, Nutzen und Grenzen von Entscheidungshilfesystemen
Präsentation von Michael Ziesel: Nutzung von Prognosemodellen im Pflanzenschutz
Präsentation von Christian Oberhausen: Nutzung von Prognosemodellen - Erfahrungen aus der Praxis
In diesem BZL-Web-Seminar wurde alles über den erfolgreichen Anbau von den drei Körnerleguminosen Sojabohne, Lupine und Kichererbse vorgestellt. Unsere Expertin Annemarie Ohlwärter vom LeguNet hat über die Standortanforderungen, Anbautechniken und idealen Bedingungen für den erfolgreichen Anbau der drei Leguminosen berichtet. Dabei ist sie auch auf die Herausforderungen eingegangen, die es dabei zu meistern gilt. Zudem wurden die Themen Vermarktung und Verwertung angesprochen: Welche Vermarktungsmöglichkeiten gibt es und wie finde ich die beste Möglichkeit in meiner Region?
Betriebsleiter Jan Hecht baut seit fünf Jahren erfoglreich Soja an. Im BZL-Web-Seminar hat er von seinen Erfahrungen berichtet und Tipps aus der Praxis gegeben.
Präsentation von Annemarie Ohlwärter:Sojabohne, Lupine und Kichererbse - Standort, Anbau & Verwertung
Präsentation von Jan Hecht: Sojaanbau
In der heutigen Landwirtschaft stehen wir vor der Herausforderung, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu verbessern als auch aktiv gegen den Klimawandel vorzugehen. Das BZL-Web-Seminar bot Einblicke in den Humusaufbau und die Klimaschutzberatung. Durch gezielte Maßnahmen im Humusmanagement und den Anbau von Zwischenfrüchten können Betriebe aktiv zum Klimaschutz beitragen.
Matthias Schranner ist Betriebsbegleiter für das HumusKlimaNetz und stellte die Grundlagen des Humusaufbaus vor. Humus ist ein entscheidender Faktor für die Bodenqualität und trägt zur Erhöhung der Wasserspeicherfähigkeit sowie zur Verbesserung der Nährstoffverfügbarkeit bei.
Eine möglichst ganzjährige Bodenbedeckung durch Mulch, Pflanzenreste oder gezielte Begrünung schützt den Boden vor Erosion und Austrocknung, gleichzeitig wird die Humusbildung gefördert. Lisa Fröhlich, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), hat über das Thema Klimaschutzberatung und die Möglichkeiten einer Zwischenfruchtausbringung mittels Drohne gesprochen.
Präsentation von Matthias Schranner: Humusaufbau in Ackerböden
Präsentation von Lisa Fröhlich: Zwischenfruchtausbringung mittels Drohne - ein Erfahrungsbericht
Weitere Infos zum Modell- und Demonstrationsvorhaben Projekt HumusKlimaNetz
Website des HumusKlimaNetz: https://humus-klima-netz.de
Wie helfen sowohl technische Innovationen und digitale Anwendungen, als auch neue pflanzenbauliche Maßnahmen der praktischen Landwirtschaft, den aktuellen Herausforderungen im Pflanzenschutz zu begegnen? Mit diesem Thema beschäftigen sich insgesamt vier BZL-Web-Seminare aus dem Modell- und Demonstrationsvorhaben "Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenbau“ (MuD IPB). Praktikerinnen und Praktiker schilderten dabei ihre Erfahrungen mit den Maßnahmen, die sie auf ihren Demonstrationsbetrieben umsetzen. Expertinnen und Experten ordnen diese Erfahrungen ein und stehen Ihnen zusammen mit den Betrieben in den Online-Veranstaltungen Rede und Antwort.
Die Reihe wurde am 28. Mai 2025 mit dem BZL-Web-Seminar zum Thema “Von der Teilfläche zum Spot – Innovationen in der teilflächenspezifischen Pflanzenschutzmittel-Ausbringung” fortgeführt. Durch den Einsatz teilflächenspezifischer Techniken kann eine präzise Anwendung von Betriebsmitteln und eine bessere Ausnutzung der Ressourcen ermöglicht werden. Im Webseminar schilderten die Praktiker Thomas Enzenross aus Baden-Württemberg und Johannes Steinfort aus Rheinland-Pfalz ihren Weg zur Nutzung immer präziserer Techniken zur Teilflächenapplikation im Pflanzenschutz, jüngst mit der Nutzung hochaufgelöster Applikationskarten. Harald Kramer vom Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen leitete mit aktuellen Versuchsergebnissen der Offizialberatung in die Thematik ein und hat die Erfahrungen der Betriebe aus fachlicher Sicht bewertet.
Präsentation von Harald Kramer: Teilflächenspezifische Pflanzenschutzmittel-Applikation
Präsentation von Thomas Enzenross: Modellbetrieb Ackerbau Thomas Enzenross
Präsentation von Johannes Steinfort: Spot Spraying auf dem Hofgut Neumühle
Erzeugergemeinschaften sind Zusammenschlüsse von Landwirten, die sich auf den Anbau und die gemeinsame Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen spezialisiert haben.
Stefan Beuermann, Koordinator im Projekt LeguNet bei der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP), hat im BZL-Web-Seminar alles rund um Erzeugergemeinschaften für Hülsenfrüchte vorgestellt. Herr Beuermann hat im ersten Teil seines Vortrags erläutert, wie die aktuelle Marktlage für Hülsenfrüchte ist. Im zweiten Teil seiner Präsentation ist er darauf eingegangen, wie Erzeugergemeinschaften gegründet werden und welche Aufgaben sie haben. Vor allem bieten sie aber den Mitgliedern viele Vorteile.
Präsentation von Stefan Beuermann: Gründung einer Erzeugergemeinschaft - Hülsenfrüchte erfolgreich vermarkten
Wie helfen sowohl technische Innovationen und digitale Anwendungen, als auch neue pflanzenbauliche Maßnahmen der praktischen Landwirtschaft, den aktuellen Herausforderungen im Pflanzenschutz zu begegnen? Mit diesem Thema beschäftigen sich insgesamt vier BZL-Web-Seminare aus dem Modell- und Demonstrationsvorhaben "Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenbau“ (MuD IPB). Praktikerinnen und Praktiker schilderten dabei ihre Erfahrungen mit den Maßnahmen, die sie auf ihren Demonstrationsbetrieben umsetzen. Expertinnen und Experten ordnen diese Erfahrungen ein und stehen Ihnen zusammen mit den Betrieben in den Online-Veranstaltungen Rede und Antwort.
Die Reihe wurde am 12. Juni 2025 mit dem BZL-Web-Seminar zum Thema “Beisaaten im Raps – geeignete Pflanzenarten und praktische Umsetzung” fortgeführt. Die Ansaat bestimmter Begleitpflanzen zu einer Hauptkultur kann unterschiedliche Ziele verfolgen: Regulierung von Schädlingen, Verbesserung der Bodenorganik, oder die Erhöhung der Bodenbedeckung und Unterdrückung von Unkräutern. Im Idealfall erfüllen sie mehrere Zwecke für die Hauptkultur und in der Fruchtfolge.
Welche Arten und/oder Mischungen die Landwirte im MuD IPB ausprobieren und wie die zum Teil schon mehrjährigen Erfahrungen sind, schilderten die Landwirte Stefan Bernickel aus Brandenburg und Albert Linke aus Bayern im Web-Seminar. Dr. Lukas Schulte-Filthaut von der Universität Bonn ordnete die Erfahrungen aus wissenschaftlicher Sicht ein.
Präsentation von Stefan Bernickel
Präsentation von Albert Linke
Präsentation von Dr. Lukas Schulte-Filthaut
In diesem BZL-Web-Seminar stellte Dr. Daniel Heßdörfer den aktuellen Stand des Verbundprojektes „Effiziente Bewässerung im Obst- und Weinbau“ (EBOW) vor. Ziel des Vorhabens ist es, den Betrieben künftig einen digitalen Helfer in Form einer App an die Hand zu geben. Diese soll über Push-Nachrichten zum richtigen Zeitpunkt und zur exakt benötigten Wassermenge der Pflanzen informieren. Der kostenfreie Service soll auch dazu dienen, alle Bewässerungsleistungen zu dokumentieren. Diese Funktion könnte im Hinblick auf die mögliche Einführung von Nachweispflichten zu verbrauchten Wassermengen für Betriebe noch eine bedeutende Rolle spielen.
Dr. Daniel Heßdörfer ist Leiter des Arbeitsbereiches Forschungskoordination und Projektmanagement am Institut für Weinbau und Oenologie in der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) und stand auch für Rückfragen während des Seminars zur Verfügung. Darüber hinaus ergänzte Winzer Markus Schmachtenberger das Web-Seminar um die Perspektive aus der Praxis. Er stellte die Situation des sich zuspitzenden Wasserbedarfs in seinem Betrieb dar und erläutert die Chancen, die in der Anwendung digitaler Helfer wie einer Bewässerungs-App liegen.
Die Präsentation können Sie hier einsehen. Alle Bilder und Abbildungen sind Eigentum der LWG.
In diesem BZL-Web-Seminar wurden aktuelle Herausforderungen der Wasserversorgung im Obstbau beleuchtet. Wie können moderne digitale Werkzeuge helfen, den Wasserbedarf präzise vorherzusagen und regionale Wasserverfügbarkeiten besser zu bewerten. Anhand von Praxisbeispielen aus dem Projekt MIRO (Mitteldeutsche Innovationsregion Obstbau) wurden modellgestützte Ansätze vorgestellt, die auf Wetterdaten, Sensormessungen und Klimaprojektionen basieren. Ziel des Projektes ist es, landwirtschaftliche Betriebe, Verbände und Behörden bei einer nachhaltigen und anpassungsfähigen Bewässerungsplanung zu unterstützen.
Diplom Geophysiker Hannes Mollenhauer vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH hat das anspruchsvolles Thema aufbereitet – verständlich und praxisnah und stand während des BZL-Web-Seminars auch für Rückfragen zur Verfügung.
Das Projekt wird vom Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert und vom Projektträger der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreut. Das Vorhaben läuft bis Dezember 2027.
Die Präsentation steht hier bereit.
Wer täglich Verantwortung für Hof, Familie und Tiere trägt, vernachlässigt oft die eigenen Bedürfnisse. Doch wie wirkt sich das auf Landwirtinnen und Landwirte aus? Warum ist Selbstfürsorge mehr als nur ein Luxus? Und wie lässt sie sich im hektischen Betriebsalltag umsetzen?
Das BZL-Webseminar hat Antworten auf diese Fragen gegeben und gezeigt, wie eng Selbstfüsorge und betrieblicher Erfolg verknüpft sind. Denn: Nur wer genug Kraftreserven hat, kann nicht nur den Alltag besser bewältigen, sondern auch den Betrieb aktiv gestalten und weiterentwickeln.
Referentin Wiebke Wennemer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen diskutierte praxisnahe Impulse, alltagsnahe Strategien und realistische Wege zu mehr Selbstfürsorge – mitten im Arbeitsalltag auf dem Hof.
Inspirationen, um sich weiter mit dem Thema Selbstfürsorge zu beschäftigen:
Nutzhanf ist eine vielseitige Kulturpflanze: Ob als Lebensmittel, für Textilien oder als nachhaltiger Baustoff – die Nachfrage wächst. Doch welche Faktoren entscheiden über einen erfolgreichen Anbau, wie wird Nutzhanf geerntet und wie kann Hanf als nachhaltiger Baustoff verwendet werden?
Antworten gab das BZL-Web-Seminar am 9. Oktober 2025.
Dr. Michael Dickeduisberg, Leiter des Sachbereichs Acker- und Pflanzenbau sowie des Zentrums für nachwachsende Rohstoffe der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hat vorgestellt, was im Anbau von Nutzhanf zu beachten ist und welche vielfältigen Verwertungsmöglichkeiten es für die Pflanze gibt.
Auf die Besonderheiten bei der Ernte ging Jung-Landwirt und Lohnunternehmer Christoph Röling-Müller aus der Lüneburger Heide ein. Er berichtete von seinen Erfahrungen und welche Besonderheiten es beim Maschineneinsatz gibt.
Anschließend hat Felix Drewes vom Nutzhanf-Netzwerk e.V. präsentiert, wie Hanfbaustoffe in der Praxis eingesetzt werden. Dabei hat der die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten vorgestellt und hat gezeigt welches Potenzial Hanf als Baustoff für eine wohngesunde, ressourcenschonende Architektur hat.
Weitere Informationen zur Kulturpflanze Nutzhanf finden Sie in unserem Online-Artikel Anbau, Ernte und Vermarktung von Nutzhanf.
Hier finden Sie die Präsentationen der Referenten zum Download:
Die zentrale Frage des BZL-Web-Seminars lautete: „Welche Kleingehölze und krautige Pflanzen eignen sich in Zukunft für eine klimaresiliente Bepflanzung im urbanen Raum?“. David Zimmerling von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau und Arboristik e.V. (LVGA) in Großbeeren gab dazu wertvolle Einblicke in die Ergebnisse des fünfjährigen Projektes „Kleingehölze und krautige Pflanzen im Klimawandel (KukPiK)“. Er stellte zunächst die Performance verschiedener Arten sowie den damit verbundenen Pflegeaufwand vor. Auch wurde erläutert, welche Eigenschaften Pflanzen überhaupt mitbringen müssen, um für das urbane Grün nützlich zu sein. Abgerundet wurde das Seminar mit dem Ausblick auf die konkrete Handlungsempfehlung, die aus dem KukPiK-Projekt hervorgeht – neben neuen, resilienten Arten hält diese Tipps für die richtige Pflanzung, Pflege und Substrat-Mulch-Kombinationen bereit.
Eingeladen waren alle interessierten Gartenbaubetriebe, insbesondere aus dem Bereich Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau), Friedhofsgartenbau und alle, die aktiv an der Anlage und Pflege städtischer Grünflächen beteiligt sind.
Die Präsentation von David Zimmerling finden Sie hier
Menschen mit Behinderung stellen ein bedeutendes, jedoch oft ungenutztes Potenzial zur Bekämpfung des Fachkräftemangels dar. Viele von ihnen sind gut ausgebildet und bringen wertvolle Qualifikationen mit. Auch die Grüne Branche kann von ihnen profitieren, wenn die Voraussetzungen stimmen: Hierzu zählt eine Betriebsleitung, die Potenziale ihrer Mitarbeitenden erkennt, Rahmenbedingungen schafft und über Förder- und Unterstützungsangebote von außen Bescheid weiß. Die Belohnung: Nicht selten haben Mitarbeitende mit Behinderung eine hohe Idenfitikation mit ihren Betrieben und bleiben jahrenlang als wertvolle und zuverlässige Arbeitskräfte erhalten.
Im BZL-Web-Seminar gab Tanja Iken von der Landwirtschaftskammer NRW einen ersten Überblick und beantworte folgende Fragen:
Eingeladen waren alle Betriebe der Grünen Branche aus Landwirtschaft, Gartenbau mit all seinen Fachrichtungen, Weinbau sowie berufsständische Organisationen und weitere Interessierte.
Statt auf die Präsentation verweisen wir auf den Onlineartikel, der alle Fakten zum Thema zusammenfasst. Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Referentin vom Web-Seminar, Tanja Iken.
„Das ist im weitesten Sinne ein sehr gutes Netzwerk-Treffen“ und „das Tolle und Besondere ist, dass sich die Beratungskräfte aus ganz Deutschland treffen“, das sind zwei der vielen positiven Rückmeldungen zur BZL-Beratertagung 2025. Nach der Begrüßung auf dem Eichhof und der Vorstellung des Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen durch Anna Mawick und Lisa Fröhlich, wurden einzelne Projekte aus den Abteilungen Beratung und Fachinformation vorgestellt. So werden beispielsweise Langschwanzferkel aufgezogen, was viel Erfahrung benötigt und auf den Feldern wird erprobt, wie Drohnen für die Aussaat von Zwischenfrüchten eingesetzt werden können.
Der erste Tagungstag hat sich zunächst dem Thema Agri-Photovoltaik-Anlagen gewidmet: Von vertikalen PV-Systemen bis hin zu Anlagen mit einer Höhe von über vier Metern wurden verschiedene Typen vorgestellt. Es wurde deutlich, dass die Agri-PV ein Baustein ist, um Landnutzungskonflikte zu verringern. Ein weiterer Vortrag griff das Thema des Wassermanagements unter den Agri-PV-Anlagen auf mit dem Hinweis, dass unter den Modulen bis zu 60 Prozent weniger Verdunstung stattfindet. Dies ist ein großer Vorteil für trockene Standorte, dieser kann bei feuchten Gegebenheiten allerdings ins Gegenteil umschlagen. Denn dann stauen sich Nässe und Feuchtigkeit, was wiederum zu Ernteausfällen führen kann.
Auch die Kombination von Agri-PV und Tierhaltung am Beispiel von Legehennen wurde gezeigt. Im vorgestellten Projekt wurden unter anderem die Einflüsse auf Bodenfeuchtigkeit, Tierverhalten und Nährstoffausträge unter den Modulen erfasst, teilweise mittels künstlicher Intelligenz. Es ist geplant, dass ausführliche Ergebnisse nächstes Jahr in einem Praxisleitfaden für Legehennen haltende Betriebe veröffentlicht werden.
Am Nachmittag stand das Thema Tools für eine nachhaltige Landwirtschaft am Beispiel des GeoBox-Viewers und Nachhaltigkeitschecks Landwirtschaft (NaLa) im Fokus. In einem angeregten Austausch wurde erörtert, wie wichtig der Zugang zu vertrauensvollen, barrierefreien Daten in der Landwirtschaft ist und wie schwer es gleichzeitig ist, diese in der Praxis einzusetzen. Ein Grund sei, dass es bisher keine bundeseinheitlichen Daten gebe. Hinzu komme, dass als Grundvoraussetzung, eine flächendeckende, stabile Internetverbindung benötigt werde.
Die angeregten Diskussionen wurden auch beim Abendessen und Get-together mit einem Weihnachtsmarkt aus regionalen Spezialitäten der Teilnehmenden fortgesetzt.
„Humus erfolgreich aufbauen!?“ – so lautete das Thema des zweiten Tages der BZL-Beratertagung 2025. Dr. Richard Beisecker gab zunächst Einblicke in seine Erfahrungen aus der Gewässerschutzberatung und beleuchtete dabei insbesondere den Zusammenhang von Herbst-Nmin-Gehalt, Stickstoffbilanz und Humushaushalt. Das Fazit seines Vortrags: Das Management nach Ernte der Hauptkultur ist entscheidend für gesunde Böden und, um Nitratauswaschungen zu reduzieren bzw. zu verhindern.
Anschließend stellten Antonia Beck und Nils Zahn die Weidestrategie Mob-Grazing als innovative Option für trockengefährdete Ackerbauregionen vor. Dabei handelt es sich um eine Weidestrategie, bei der Kühe in hoher Besatzdichte für eine kurze Zeit auf kleinen Flächen grasen. Durch die intensive, aber kurze Beweidung sowie die anschließende recht lange Ruhephase von 60 Tagen wird ein Pflanzenaufwuchs mit bis zu 1,50 Metern Höhe erreicht. Durch den Tritt der Tiere bilden die Weidereste eine dichte und mächtige Mulchschicht. Diese sorgt dafür, dass die Bodenfeuchtigkeit erhöht, die Bodenstruktur verbessert und die Humusbildung gesteigert wird. Ebenso ist auf diesen Weiden das Bodenleben aktiver.
Des Weiteren bereicherte eine Diskussionsrunde den Tagungsablauf: Zu Beisecker und Zahn gesellten sich die beiden Landwirte Thomas Eschenbach und Dr. Hendrik Habermann sowie Hubert Kivelitz von der Landwirtschaftskammer NRW. In dem fünfköpfigen Austausch berichteten die Teilnehmenden unter anderem von ihren persönlichen Aha-Momenten im Humusaufbau und diskutierten praxisnahe Erfolgsfaktoren, wie beispielsweise die Vielfalt im Zwischenfruchtanbau, die Vermeidung von Bodenverdichtung oder auch die Förderung von Mikroben. Als gemeinsames Fazit konnte festgehalten werden:
Ebenfalls waren sich alle einig, dass es für den Humusaufbau kein Rezept gibt und es sehr betriebs- und standortspezifisch ist.
Die diesjährige BZL-Beratertagung endete mit zwei fachlichen Exkursionen. Auf dem Gelände des Landwirtschaftszentrum Eichhof des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) lernten die Teilnehmenden moderne Schweineställe kennen, in denen die Ausscheidungen der Tiere durch technische Trennungssysteme sauber separiert werden. Dadurch lassen sich Ammoniak- und Geruchsemissionen reduzieren und das Stallklima verbessern.
Bei der Besichtigung der Agroforstanlage erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in die Kombination von Bäumen und landwirtschaftlichen Kulturen auf einer Fläche. Vor Ort wurde erläutert, wie dieses System Biodiversität fördert, positiv auf das Mikroklima wirkt, den Boden vor Erosion schützt sowie Schatten und Windschutz spendet.
Wir danken allen Referierenden und Teilnehmenden für den angeregten Austausch und die erfolgreiche Tagung.
Wie können Wirtschaftsdünger so aufbereitet werden, dass sie effizient genutzt, transportiert und regional verteilt werden können? – Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Modell- und Demonstrationsvorhabens „SlurryUpgrade“, das verschiedene Verfahren auf Praxisbetrieben in Deutschland untersucht. Im Fokus stehen einfache und vollumfängliche Aufbereitungsverfahren.
Susanne Höcherl von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und Christin Meyer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen präsentierten aktuelle Projektergebnisse. Ergänzt wurde das Seminar durch zwei Praktiker: Ein Lohnunternehmer stellte seine Erfahrungen mit dem Pressschneckenseparator vor, ein Landwirt berichtete über die Anwendung der Vakuumverdampfung und die Nutzung der daraus gewonnenen Düngeprodukte.
Die Veranstaltung bot einen kompakten Überblick über technische Möglichkeiten der Gülleaufbereitung und zeigte, welches Verfahren sich für unterschiedliche Betriebsformen eignen.
Das Modell- und Demonstrationsvorhaben „SlurryUpgrade“ wurde vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) initiiert und ist unter der Projektträgerschaft der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ein Leuchtturmprojekt im Rahmen der Ackerbaustrategie 2035.
Präsentation von Susanne Höcherl: Umsetzung regionaler Nährstoffkonzepte bei der Wirtschaftsdüngeraufbereitung (MuDSlurryUpgrade)
Präsentation von Phillip Staritz: Erfahrungen mobile Seperation
Präsentation von Martin Forstner: Anwendung der Vakuumverdampfung und die Nutzung der daraus gewonnenen Düngeprodukte
Präsentation von Christin Meyer: Modell-und Demonstrationsvorhaben SlurryUpgrade–Aktuelle Projektergebnisse
Im Jahr 2022 waren es rund 52 Kilogramm Fleisch, die bei jedem von uns auf den Teller kamen. Diese Zahl lässt sich schnell im Internet finden, weil die Auswirkungen und Folgen des Fleischkonsums in der Gesellschaft, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft kontrovers diskutiert werden. Doch wie wird diese Zahl ermittelt? Jährlich erstellt das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) die Versorgungsbilanz Fleisch.
Herr Dr. Efken (Thünen-Institut) und Frau Spielmanns (BZL) erklärten im Web-Seminar, wie sie anhand von amtlicher Statistik den Fleischverzehr bestimmen und warum die Berechnungsmethode nach über 30 Jahren 2023 angepasst wurde.
Durch die Ansäuerung von Wirtschaftsdüngern können Ammoniak-Emissionen wirksam und kostengünstig gesenkt werden. Gleichzeitig kann die Düngeeffizienz erhöht werden. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) hat am 5. Februar 2024 von 18:00 bis 19:30 Uhr ein kostenfreies Web-Seminar für Interessierte angeboten.
Das Verfahren wird derzeit nur vereinzelt in Deutschland in der landwirtschaftlichen Praxis eingesetzt. Durch einen intensiven Wissenstransfer sollen der Einsatz und die Akzeptanz dieses Verfahrens im Pflanzenbau erhöht werden.
Im Web-Seminar wurden dazu die Ansäuerungs-Technik und bisherige Ergebnisse des Modell- und Demonstrationsvorhabens "Säure Plus im Feld" vorgestellt. Dazu haben die Landwirtschaftskammern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen als Gesamtkoordinatoren und zwei Lohnunternehmen des Projekts berichtet.
Vortrag von Marie-Lena Hass und Tim Wantulla (LWK NDS und NRW)
Die finanzielle Absicherung der Frauen in der Landwirtschaft ist in der Praxis oftmals sehr lückenhaft. Das hat auch die Studie des Thünen-Instituts und der Universität Göttingen „Frauen.Leben.Landwirtschaft“ noch einmal verdeutlicht. Aber dabei muss es nicht bleiben.
Im Web-Seminar „Private Vorsorge für Frauen in der Landwirtschaft – voller Einsatz, halbe Absicherung?“ war Anne Dirksen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Referentin. Sie leitet in der Landwirtschaftskammer den Fachbereich „Familie und Betrieb, Sozioökonomie“ und ist zertifizierte Mediatorin. Daher hat sie vielfältige Erfahrungen mit der Beantwortung diesbezüglicher Fragen von Frauen aus landwirtschaftlichen Betrieben.
In diesem BZL-Web-Seminar ging es nicht nur um die Altersversorgung, sondern auch um die Risikoabsicherung bei Scheidung, Tod oder Berufsunfähigkeit. Im Verlauf der Veranstaltung erhielten die Teilnehmenden Hinweise, wie Sie sich als verheiratete oder unverheiratete Frau des Betriebsleiters oder als Betriebsleiterin bedarfsgerecht und kostengünstig gegen die finanziellen Risiken sowie für das Alter absichern können. Im Chat bestand jederzeit die Möglichkeit, Fragen zu stellen und direkt während der Veranstaltung oder im Anschluss eine Antwort darauf zu erhalten.
Die Anbauplanung ist das organisatorische Fundament einer Solawi. Sie ist Grundvoraussetzung für eine zielführende Arbeit. Vor der eigentlichen Planung ist aber die Anbaumethode zu entscheiden. Sie hat großen Einfluss auf die Betriebsstruktur. In diesem Web-Seminar wurden verschiedene Anbaumethoden (Feldgemüse, Market Gardening, etc) im Gemüsebau mit ihren Vor- und Nachteilen sowie mit ihren Voraussetzungen vorgestellt.
Solidarische Landwirtschaft – eine Alternative für landwirtschaftliche Betriebe
Kleinkörnige Leguminosen, allen voran Luzerne und Rotklee, wie auch Ackerbohnen und Erbsen als wichtige grobkörnige Leguminosen sind als heimische Eiweißfuttermittel in der Fütterung von Wiederkäuern sowie Monogastern sehr gut einsetzbar. Sie können u.a. dazu beitragen, Sojaimporte zu verringern, was mit verkürzten Wertschöpfungs- und Lieferketten einhergeht, CO2 einspart und letztlich auch Unabhängigkeit schafft.
Praktische Fütterungshinweise
Im Web-Seminar wurden durch ausgewiesene Fütterungsexperten praktische Hinweise und Empfehlungen zum Einsatz der o.g. Leguminosen in der Fütterung von Milchvieh, Rindern und Mastbullen sowie Sauen und Mastschweinen gegeben.
Dabei wurden auf Erfahrungen und Ergebnisse der bundesweiten Demonetzwerke zu Leguminosen LeguNet sowie KleeLuzPlus zurückgegriffen, die im Rahmen der Eiweißpflanzenstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ins Leben gerufen wurden.
Wasser ist Grundlage des Lebens und ein öffentliches Gut. In Deutschland steht Wasser noch in hoher Qualität und beliebiger Menge zur Verfügung. Dennoch ist absehbar, dass die Klimakrise gravierende Folgen für die Wasserverfügbarkeit hat. Im März 2023 wurde die Nationale Wasserstrategie des BMUV veröffentlicht.
Mit der zweiten BZL-Beratertagung Gewässerschutz und Wassermanagement geht das BZL auf die Fragen ein: Welchen Beitrag hat die Landwirtschaft? Wie kann eine klimaschonende Landwirtschaft nachhaltig mit der Ressource Wasser umgehen? Ideen und Beispiele aus den Bereichen Tierproduktion und Pflanzenbau wurden auf der BZL-Beratertagung in Neudietendorf (Erfurt) am 22. und 23. April 2024 vor.
Welche Herausforderungen gibt es in der Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels und wie ändert sich das Klima in Deutschland? Diesen Fragen versuchten Dr. Cathleen Frühauf (Deutscher Wetterdienst) und Ralph Gockel (Landesverband der Wasser- und Bodenverbände Rheinland-Pfalz) mit zwei Keynotes nachzukommen. Es wurde deutlich, dass es zunehmend Probleme mit Extremwetter gibt, sich die phänologischen Jahreszeiten weiter verschieben und im Jahresverlauf zunehmende Veränderungen des Wasserdargebots auftreten. Vielseitige Anpassungsstrategien wie beispielsweise Regenerative Landwirtschaft, Bodenschutz oder die Anlage von Agroforstsystemen sind einzelbetriebliche Möglichkeiten, um auf die Wetterveränderungen zu reagieren.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde der Gewässerschutz thematisiert. Manuela Bärwolff (Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum) stellte die Thüringer Gewässerschutzkooperationen als Beratungsinstrument zur Optimierung von Stickstoff-Management und Erosionsschutz vor. Dr. Bernhard Wagner vom Wassergut Canitz GmbH, einem Tochterunternehmen der Leipziger Wasserwerke, machte in seinem Vortrag deutlich, dass die Fruchtfolgegestaltung und der Anbau von Zwischenfrüchten aktiv zum Boden- und Grundwasserschutz beiträgt. Katharina Auferkamp-Lutter (Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie) stellte die Konservierende Landwirtschaft als Strategie für eine wasserschonende Flächennutzung vor. Frauke Deerberg (Universität Kassel) veranschaulichte Strategien des Nährstoffmanagements im Legehennenauslauf. In Versuchen der Universität Kassel wurden diverse Substrate untersucht mit dem Ergebnis, dass organische Substrate wie Holzpellets oder Strohmehlpellets die Stickstoffeinträge am besten speichern. Der Fokus von Andreas Pelzer (Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen) lag auf dem Prozesswassermanagement in der Milchviehhaltung. Generell werde es immer wichtiger, neue Ideen zu entwickeln, wie Regenwasser aufzufangen sowie Haupt- und Nachspülwasser beispielsweise zur Melkstandreinigung zu nutzen.
Der zweite Tag der BZL-Beratertagung behandelte das Thema des Wassermanagements. Ekkehard Fricke (Landwirtschaftskammer Niedersachsen). verdeutlichte, dass sich der Wasserbedarf für die Beregnung bis 2050 verdoppeln wird. Einerseits geht die Anzahl an Tieren zurück, dafür steigt andererseits der Wasserbedarf pro Tier aufgrund der hygienischen Anforderungen. Ina Küddelsmann (aquascop) stellte das Konzept „Blueing – einfach blaumachen“, als nachhaltiges und landschaftliches Wassermanagement nach dem Vorbild der Natur vor. Blueing ist ein ökophysikalischer Ansatz, der Klima-, Boden-, und Gewässer sowie Biodiversitätsschutz in der Landwirtschaft zusammen begreift.
Insgesamt wurde deutlich, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die Landschaft beispielsweise über Elemente wie Hecken und Agroforst oder Konzepte der regenerativen Landwirtschaft auf die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. Nur so kann der Wasserhaushalt in der Landwirtschaft langfristig funktionieren und aufrecht gehalten werden.
Nicht nur in den Kaffeepausen wurden die vorgestellten Themen intensiv diskutiert. In Gruppendiskussionen gab es dazu ausreichend Zeit.
Zum Abschluss der BZL-Beratertagung wurde ein Betrieb aus dem Netzwerk Leitbetriebe Pflanzenbau besucht. Die notwendigen Besonderheiten bei der Flächennutzung wurden hervorgehoben. So wurden beispielsweise Flächen besucht, die im Strip-Till-Verfahren bestellt werden.
Digitalisierung macht auch vor der Landwirtschaft nicht Halt. Ihr werden vielfältige positive Auswirkungen zugeschrieben, wie eine gesteigerte Ressourceneffizienz und eine verbesserte Nachhaltigkeit. Welche Möglichkeiten gibt es für den Ackerbaubetrieb?
Aus der Praxis für die Praxis: Im Web-Seminar erläuterten zwei Betriebe des Netzwerks Leitbetriebe Pflanzenbau, wie sie in den digitalen Ackerbau gestartet sind. Lars Meinecke und Stefan Vogelsang stellten u. a. vor, welche digitalen Verfahren sie auf ihren Betrieben einsetzen und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen.
Das Bezeichnungsrecht ist das Herzstück des Weinrechts! Es definiert alle notwendigen und freiwilligen Angaben auf dem Etikett. Mit der größten Reform im Bezeichnungsrecht im Mai 2021 gehen erhebliche Änderungen zum Erntejahrgang 2026 einher. Auch gelten ab dem 8. Dezember 2023 neue Pflichtangaben bei Nährwerten und Zutaten auf dem Etikett sowie elektronisch (e-Label).
Was genau ist neu bei den Angaben zu Nährwerten und Zutaten? Worauf müssen Winzerinnen und Winzer besonders achten? Welche Vorteile bieten die neuen Angaben den Verbrauchenden? Im Gespräch mit Matthias Dempfle – dem Experten des Weinbezeichnungsrechts – erfuhren die Teilnehmenden des Web-Seminars viele Details und Hintergründe, die bei der Umsetzung der neuen Maßgaben helfen. Matthias Dempfle arbeitet seit 2021 als (Syndikus-) Rechtsanwalt für den Deutschen Weinbauverband e.V. mit Sitz in Bonn. Als Justiziar des Verbandes und Referent für Weinrecht betreut er neben klassischen Verbandsthemen insbesondere das nationale Weinrecht samt Weinbezeichnungsrecht.
Informieren, Planen, Entscheiden, Ausführen, Kontrollieren und Bewerten. Das sind die sechs Schritte zur Bearbeitung von Leittexten, Aufgabenblätter für die Ausbildung in den Grünen Berufen. Welche Kompetenzen für ihr zukünftiges Berufsleben erlenen die Auszubildenden durch das Bearbeiten der Leittexte? Und was muss man dabei beachten?
In diesem Web-Seminar lernten Ausbilder und Ausbilderinnen die Methode der Leittexte durch Ausbildungsberater Andreas Teichler von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Hannover, kennen. Die ehemalige Auszubildende Louisa Uelschen berichtete von ihren Erfahrungen mit den beiden Leittexten „Geburt und Aufzucht eines Kalbes“ sowie „Tiergerechte Haltung von Kühen“. Die Teilnehmenden erfuhren, welche kostenlosen Leittexte es gibt und wie sie ihre Auszubildenden bei der Bearbeitung unterstützen können. Das BZL bietet die Arbeitsblätter für acht Berufsfelder an. Das Ziel ist immer, eine gestellte Aufgabe von Anfang bis zum Ende selbstständig durchzuführen und dabei erlerntes Wissen zum Beispiel im eigenen landwirtschaftlichen Ausbildungsbetrieb anzuwenden. Dabei ist das schrittweise Vorgehen der Kern der Leittextarbeit. Es erleichtert den Azubis die Bearbeitung anderer Themen in gleicher Art und Weise.
Manchmal hat man das Gefühl, man läuft im Hamsterrad, es dreht sich immer schneller und man beginnt die eigenen Kraftreserven abzubauen oder ist schon längst dabei. Das ist eine mögliche Form der Selbstausbeutung. Die Frage ist, welche Gründe es dafür gibt und welche Wege aus dieser Situation führen. Anders gesagt, wie kann man das Rad anhalten und aussteigen, sich orientieren und neu ausrichten?
Bei der Suche nach Antworten haben uns zwei Expertinnen unterstützt: Zana Schmid-Mehić ist Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Familie und Betrieb e. V., dem Zusammenschluss der landwirtschaftlichen Familienberatungen und Sorgentelefone in Deutschland. Sie verfügt über umfangreiches Wissen zu betrieblichen und sozialen Fragestellungen sowie langjährige Erfahrungen in der Beratungs- und Vortragstätigkeit.
Annika Bolten aus Witzenhausen hat als Wissenschaftlerin an der BMEL-Studie "Frauen.Leben.Landwirtschaft" mitgearbeitet und kann auf Basis der umfangreichen Befragungsergebnisse einen guten Einblick in die Situation auf deutschen Höfen einbringen.
Vortrag von Žana Schmid-Mehić und Anika Bolten
Ergebnisse der Mentimeter-Umfrage: Wie viel Zeit nehmen Sie sich für sich selbst?
Ergebnisse der Mentimeter-Umfrage: Perlentaucher
Landwirtschaftliche Familienberatung und Sorgentelefone
Systemfragen-Folge zu „Wie erschöpft sind die Bauern“ von Deutschlandfunk
Dass Paare miteinander leben und arbeiten, kommt in der Landwirtschaft häufig vor. Doch wie findet man eine gute Aufteilung der bezahlten und der unbezahlten Arbeiten in Betrieb und Haushalt und hat gleichzeitig noch genug gemeinsame Zeit? – Diese und andere Fragen haben wir in unserem Web-Seminar angesprochen und beantwortet.
Unsere Referentin war Wiebke Wennemer. Sie arbeitet bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen als sozio-ökonomische Beraterin und bietet unter anderem Vorträge an zum Thema "Ehe, Beziehung und Hof: So geht's fair". Sie verfügt über umfangreiches Wissen zu betrieblichen und sozialen Fragestellungen sowie langjährige Erfahrungen in der Beratungs- und Vortragstätigkeit.
Mit weniger Kraftfutter wirtschaftlich mehr Milch melken und gleichzeitig die Pflanzenartenvielfalt erhöhen? – Wie das möglich ist wurde im Projekt BioDivMilch untersucht und im Web-Seminar beleuchtet.
Karin Jürgens vom Kasseler Institut für ländliche Entwicklung hat die Ergebnisse zur Wirtschaftlichkeit und Struktur der Milchviehbetriebe mit einem kraftfutterreduzierten System vorgestellt. Über den Einfluss der Wirtschaftsweise mit kraftfutterreduzierter Fütterung auf die Biodiversität berichtete Dr. Martin Komainda von der Abteilung Graslandwissenschaft der Universität Göttingen. Martin Hagemann, Ausbilder der Lehrwerkstatt Rind im landwirtschaftliches Bildungszentrum Echem, informierte über praktische Erfahrungen und Vorteile der Kraftfutterreduktion.
In Deutschland fallen jährlich über 200 Mio. m3 flüssige Wirtschaftsdünger an. Insbesondere in intensiven Veredelungsregionen mit Nährstoffüberschüssen führt ein nicht bedarfsgerechter Einsatz von Wirtschaftsdüngern zu Umweltproblemen. In intensiven Ackerbauregionen, in denen wenig organischer Dünger zur Verfügung steht, könnte hingegen der Einsatz flüssiger Wirtschaftsdünger die Anwendung von Mineraldüngern größtenteils ersetzen. Die Transportwürdigkeit flüssiger Wirtschaftsdünger ist jedoch aufgrund geringer Nährstoffkonzentrationen gering. Hier kann eine Aufbereitung des flüssigen Wirtschaftsdüngers helfen.
Bislang liegt jedoch nur ein begrenztes Wissen über die Nährstoffgehalte und Nährstoffverfügbarkeit der aufbereiteten Produkte vor. Hier setzt das MuD-Projekt SlurryUpgrade an, in dem es Praxisbetriebe aus ganz Deutschland bei der Umsetzung regionaler Konzepte zur Aufbereitung von Wirtschaftsdüngern unterstützt und begleitet.
Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) bot am 9. September 2024 von 10:00 bis 11:30 Uhr ein kostenfreies Web-Seminar für Interessierte an. Hierbei wurden unterschiedliche Aufbereitungsverfahren, dabei insbesondere das Verfahren der Gülleseparierung vorgestellt. Susanne Höcherl von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und Sören Staupe vom FuE-Zentrum der Fachhochschule Kiel GmbH haben über aktuelle Ergebnisse aus dem Projekt „SlurryUpgrade“ berichtet. Zusätzlich gab Daniel Hemker-Thiemann Einblicke in die Separierung auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb und berichtete von seinen Erfahrungen.
Das Modell- und Demonstrationsvorhaben „Slurry Upgrade“ wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) initiiert und ist ein Leuchtturmprojekt im Rahmen der Ackerbaustrategie 2035.
Fruchtfolgen mit einem ausgewogenen Anteil an Blatt- und Halmfrüchten, Winterungen und Sommerungen, Zwischenfrüchten und Untersaaten führen zu stabilen Anbausystemen, erhalten die Bodenfruchtbarkeit und ermöglichen resiliente Pflanzenbestände.
Wie dies in der Praxis umgesetzt werden kann, erfuhren Sie im Web-Seminar des BZL.
Frank Käufler, Pflanzenbauberater beim Arbeitskreis Ackerbau im Regionalbauernverband Kurhessen erläuterte die acker- und pflanzenbaulichen Grundlagen. Hubert Kivelitz, Experte für Zwischenfruchtanbau der Landwirtschaftskammer Nordrhein Westfalen, ging auf die Interaktionen zwischen Haupt- und Zwischenfrüchten, speziell die phytosanitären Aspekte, ein. Was in der Fruchtfolge nach den neuerlichen Modifikationen von GLÖZ 8 (Wegfall der 4 % Stillegung) und GLÖZ 7 (Änderungen beim Fruchtwechsel) noch möglich ist, oder auch nicht, wurde auch angesprochen.
Wie können Ferkel in Freilaufbuchten mit Auslauf nach draußen erfolgreich aufgezogen werden? Und wie gelingt eine kuhgebundene Kälberaufzucht?
Diese und weitere Fragen beantworten zwei neue Unterrichtsbausteine für berufsbildende Schulen, die im BZL-Web-Seminar vorgestellt wurden.
Die beiden Autoren Christian Wucherpfennig und Elisabeth Weber erläuterten den Berufs- und Fachschullehrenden sowie allen Interessierten die didaktische Vorgehensweise sowie die Inhalte die Unterrichtsbausteine.
Es sind die ersten von insgesamt 21 Unterrichtsbausteinen mit dem Schwerpunkt Ökolandbau, welche in Zusammenarbeit mit dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau bis Ende 2025 erarbeitet werden.
Die wirtschaftliche Situation und Struktur des Agrarsektors wird durch eine Vielzahl von Einzelerhebungen abgebildet. Diese sind alle aufeinander abgestimmt. Wie das funktioniert, beleuchtete das Bundesinformationszentrum für Landwirtschaft (BZL) bei diesem kostenlosen Web-Seminar.
Es gibt kaum einen Bereich in der Landwirtschaft oder im Gartenbau, in dem amtliche Statistiken keine Rolle spielen. Deshalb erläuterte Cora Haffmans, Leiterin der Agrarstatistik im Statistikamt Nord, den gesamten Prozess von der Datenerhebung bis zur Ergebnisveröffentlichung im Statistischen Verbund.
Umfangreiches Datenmaterial bietet das BZL auf www.bmel-statistik.de an. Wer lieber ein Buch in die Hand nimmt, kann im Statistischen Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stöbern: https://www.ble-medienservice.de/statistische-jahrbuch-ueber-ernaehrung-landwirtschaft-und-forsten.html
In der Vergangenheit wurden Fruchtfolgen in der Landwirtschaft oft auf wenige Kulturarten beschränkt, was heute zu Problemen führt. Schadorganismen und Unkräuter breiten sich aus, Resistenzen nehmen zu. Der Wegfall von Pflanzenschutzmitteln verschärft die Situation, ebenso wie der Klimawandel mit Extremwetterereignissen wie Trockenphasen, die zu Ertragseinbußen führen können. Es ist Zeit für ein Umdenken.
Durch eine vielfältigere Auswahl an Kulturarten können Landwirtschaftsbetriebe das Risiko von Ertragsausfällen verringern und ein stabileres Anbausystem schaffen. Ein gezielter Wechsel zwischen Winter- und Sommerkulturen sowie Zwischenfrüchten bietet Spielraum im Pflanzenschutz. Trockenheitstolerante Kulturen und Leguminosen können die Ertragsstabilität erhöhen und Produktionsmittel einsparen. Die Zugabe von Unter- und Beisaaten sowie Zwischenfrüchten fördert den Pflanzen- und Bodenschutz sowie die Biodiversität.
Vielfältige Fruchtfolgen bieten Lösungen für produktionstechnische Herausforderungen, erfordern jedoch Investitionen in Technik und eine gesicherte Nachfrage. Wie können Landwirte neue Kulturen integrieren und den Zielkonflikt zwischen ökologischem Nutzen und Rentabilität lösen?
Im ersten Webinar des Modell- und Demonstrationsvorhabens „Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenbau“ teilten drei Landwirtinnen und Landwirte aus dem bundesweiten Netzwerk ihre Erfahrungen mit der Erweiterung ihrer Fruchtfolgen:
- Julian Topp, Gut Bertingloh (Nordrhein-Westfalen): Der Betrieb integrierte früh großkörnige Leguminosen wie Lupine, Sojabohnen und Ackerbohnen.
- Christian Oberhausen (Rheinland-Pfalz): Anbauspektrum umfasst alternative Getreide wie Emmer und Sommerhafer, Körnersorghum und weiße Lupine.
- Elisa Erpel, Oehnaland Agrargesellschaft mbH (Brandenburg): Kombination aus Marktfruchtbau (u.a. Erbsen), Futtermittelproduktion und Anbau von Speise- und Stärkekartoffeln, mit jüngster Integration von Lupine in die Fruchtfolge.
Sie wollten schon immer wissen, wie gut Ihr Betrieb im Hinblick auf soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeitskriterien aufgestellt ist? Dank des Projekts der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP-Agri) „KliDiNa“ können Betriebe nun einen Selbstcheck durchführen – und das Ganze unverbindlich, kostenfrei und bequem von Zuhause aus. Herzstück des Projektes ist eine benutzerfreundliche Online-Plattform, die am Ende eine Nachhaltigkeitsbewertung auf Basis der FairChoice-Kriterien liefert.
Friederike Watzl und Dr. Felix Haesler von der Hochschule Heilbronn stellten im Web-Seminar erste Ergebnisse von „KliDiNa“ vor. Dabei erläuterten sie die neue Benutzerplattform FairChoiceConnect und die Potenziale des Nachhaltigkeit-Selbstchecks bis hin zur Siegelvergabe.
Das BZL lud alle interessierten Weinbaubetriebe, Genossenschaften, Erzeugergemeinschaften und Multiplikatoren der Branche ein, um im BZL-Web-Seminar FairChoice und FairChoiceConnect kennenzulernen, auszuprobieren und im Anschluss nachhaltig(er) durchzustarten!
Erste Informationen zum EIP-Agri-Projekt „Transformationen im baden-württembergischen Weinbau: Klimawandel, Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ (KliDiNa) finden Sie hier: Projektseite der Hochschule Heilbronn
Ganzjährige Bodenbedeckung, schonende Bodenbearbeitung, die gezielte Anlage von Pufferbereichen und Agroforstsystemen oder auch die Förderung der natürlichen Gewässerentwicklung in der Landschaft sind Möglichkeiten, um landwirtschaftliche Flächen nachhaltiger zu bewirtschaften und den Wasserrückhalt aktiv zu beeinflussen. Denn extreme Wetterlagen werden durch den Klimawandel häufiger. Trockenheit und Starkregen sind bei uns bereits heute keine Seltenheit mehr.
Die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung, die Wasserspeicherfähigkeit landwirtschaftlicher Flächen zu erhöhen, um Dürren abzumindern. Gleichzeitig gilt es bei hohen Niederschlägen durch eine Steuerung des Wasserabflusses den Verlust von fruchtbarem Boden zu minimieren. Dies kann durch geeignete Strategien des Wasser- und Bodenmanagements sowie durch die Integration von festen Strukturen in der Agrarlandschaft, wie beispielsweise Gehölze und Randstreifen erreicht werden. Dafür stehen sowohl betriebliche als auch überbetriebliche Maßnahmen zur Verfügung, um Erosion zu vermindern und Humus aufzubauen. Der natürliche Wasserhaushalt wird verbessert und die Resilienz der Flächen gegen Extremwetterereignisse steigen.
Corinna Friedrich und Matthias Böldt vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DLV) e.V. stellten praxiserprobte Strategien und Maßnahmen vor, wie in der Agrarlandschaft mehr Wasser bereitstehen kann. Zusätzlich berichtete Hendrik Habermann von seinen Erfahrungen auf seinem Betrieb. Der Ackerbaubetrieb liegt im Weserbergland (südliches Niedersachsen) und wendet seit 2018 das Direktsaat-Verfahren an.
Präsentation von Corinna Friedrich: Verbesserung des natürlichen Wasserrückhaltes in der Agrarlandschaft
Präsentation von Matthias Böldt: Betriebliche Strategien des Wasser- und Bodenmanagements
Präsentation von Hendrik Habermann: Erosionsschutz mit Direktsaat - Erfahrungen aus der Praxis
Wie kann Grünland an den Klimawandel angepasst werden und was muss dabei beachtet werden? Diese und weitere Fragen wurden von den Referenten Hubert Kivelitz (Referent für Grünland, Futterbau und Zwischenfrüchte der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen) und Dr. Stephan Hartmann (Leiter der Arbeitsgruppe Züchtungsforschung Klee, Luzerne und Gräser, Pflanzenbausysteme bei Grünland und Feldfutterbau von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, LfL) diskutiert. Dabei wurden insbesondere erklärt, wie Grünland auf die Herausforderungen des Klimawandels angepasst werden kann und wie durch angepasste Nachsaatstrategien die Qualität des Grünlands verbessert werden kann.
Es wurden Anpassungsstrategien für Grünland wie beispielsweise ein verändertes Weide- und Düngemanagement oder auch ein verschobener Schnittzeitpunkt vorgestellt. Auch Fragen der Sorten- und Artenwahl wurden behandelt. Dabei gingen die Referenten insbesondere darauf ein, was bei der Nachsaat zu beachten ist, um die Zusammensetzung der Grünlandbestände effizient zu verändern. Dabei stand die Auswahl geeigneten Saatguts im Vordergrund. Denn, die Wahl des Saatguts und die regionalen Gegebenheiten beeinflussen den idealen Zeitpunkt für die Nachsaat, um eine hohe Erfolgsrate zu gewährleisten.
Präsentation von Hubert Kievelitz: Anpassungsstrategien an den Klimawandel im Grünland
Präsentation von Dr. Stephan Hartmann: Gute fachliche Praxis der Grünlandbewirtschaftung - Nachsaat
Sie glänzen auf Veranstaltungen regelmäßig mit Ihrem Wissen über die Agrarwirtschaft. Wissen, wie viele Schweine in Deutschland leben oder wie viel Weizen im Jahr 2020 auf den Feldern kultiviert wurde? Dann nutzen Sie bestimmt unsere Daten der Agrarstatistik, die im Statistischen Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und auf BMEL-Statistik veröffentlicht werden. In diesem Web-Seminar wurde erläutert, wo die Daten her kommen und auf welcher Grundlage die Statistiken erhoben werden. Außerdem ging es um die vielleicht entscheidendste Frage: Welche Aussagen können mit den erhobenen Daten getroffen und welche sollten besser vermieden werden?
Jährlich stellt eine große Zahl von Landwirtinnen und Landwirten einen Antrag auf Agrarförderung. Wird das ab 2023 so bleiben? Die neue Agrarreform 2023 bis 2027 wird in eine „grüne Architektur“ überführt und von verschärften Basismaßnahmen (erweiterte Konditionalität), neuen Begriffen und zusätzlichen Öko-Regelungen in der 1. Säule geprägt sein. Die erweiterte Konditionalität bringt unter anderem Vorgaben zur Begrünung im Winter, einen jährlichen Fruchtwechsel auf Ackerland und das verpflichtende Vorhalten von nicht-produktiven Ackerflächen. Darüber hinaus wird es bundesweite Ökoregelungen geben, die freiwillig umgesetzt werden können. Dazu zählen beispielsweise das zusätzliche Vorhalten von nicht-produktiver Ackerfläche oder eine vielfältige Fruchtfolge. Auch Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen werden ab 2023 weiter angeboten.
Was das praktisch für den eigenen Betrieb bedeuten kann, wurde in dem Web-Seminar thematisiert. Die Referntin Frau Jans-Wenstrup von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat an vielen Praxisbeispielen erläutert wie sich die Neuerungen der GAP auf den Betrieb auswirken können.
Die Landwirtschaft steht vor vielen Herausforderungen, beispielsweise dem Verlust an Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere, dem Verlust an Bodenfruchtbarkeit durch Wind- und Wassererosion sowie Trockenheiten und Klimaextreme. Die Agroforstwirtschaft ist der bewußte Anbau und die Nutzung von Gehölzen in Kombination mit Ackerbau oder Weidewirtschaft. Kann die Agroforstwirtschaft einen positiven Beitrag zu den aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft leisten? Fehlen Bäume in unserer Landwirtschaft?
Ist die Agroforstwirtschaft ein neuer, alter Weg in eine zukunftsfähige Landwirtschaft? Und wie können Landwirtinnen und Landwirte die Förderunegen der neuen GAP nutzen? Diese und weitere Fragen zu Agroforstsystemen in der deutschen Landwirtschaft beleuchteten wir in unserem BZL-Web-Seminar. Am Ende haben Sie Ihre Fragen direkt an die Expertinnen und Experten gerichtet.
Vortrag von Dr. Christian Böhm
Agroforst - ökologisch und ökonomisch vielversprechend
Infos aus der B&B Agrar zum Thema
Weitere Infos beim Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft
Zeitschrift 'Ländlicher Raum' Schwerpunkt Agroforstsysteme:
Leitfaden zur Wertholz-Produktion in Agroforstsystemen (2015)
Leitfaden zur Wertholzproduktion in Agroforstsystemen (2009)
Agroforstbroschüre von Bundesamt für Naturschutz
Über die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland war bislang wenig bekannt. Die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte bundesweite Studie „Die Lebenssituation von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben in ländlichen Regionen Deutschlands – eine sozio-ökonomische Analyse“ hat sich zum Ziel gesetzt, diese Forschungslücke zu schließen. Wissenschaftlerinnen des Thünen-Instituts für Betriebswirtschaft und des Lehrstuhls für Soziologie Ländlicher Räume der Universität Göttingen führten hierzu von 2019 bis 2022 deutschlandweit qualitative und quantitative Untersuchungen durch, dabei wurden sie vom deutschen LandFrauenverband e. V. als Kooperationspartner unterstützt.
Vortrag von Dr. Susanne Padel (Hintergrundinfo zur Studie, Aufgaben und Gesundheit)
Vortrag von Dr. Zazie von Davier (Soz. Sicherung und Hofnachfolge)
Unter unlauteren Handelspraktiken (Unfair Trading Practices – UTP) sind Vertragsklauseln und Verhaltensweisen zu verstehen, die in Geschäftsbeziehungen zwischen großen Käufern von Agrar-, Fischerei- und Lebensmittelerzeugnissen und umsatzmäßig kleineren Lieferanten als unfair anzusehen und unzulässig sind. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), in der auch das BZL angesiedelt ist, sorgt als Durchsetzungsbehörde dafür, dass diese Verbote eingehalten werden.
Vortrag von Dr. David Jüntgen und Barbara Jeannot
Leittexte geben Auszubildenden die Möglichkeit, sich intensiv mit einer komplexen Aufgabe ihres Berufs zu befassen und sie in enger Abstimmung mit ihrem Ausbilder oder ihrer Ausbilderin weitgehend alleine zu lösen. In diesem Web-Seminr konnten Ausbilder und Ausbilderinnen dieses Ausbildungsinstrument der Leittexte kennenlernen und erfahren, welche Kompetenzen Auszubildende damit erwerben können.
Ausbildungsberater Andreas Teichler von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Hannover, stellte die zahlreichen, kostenlosen Leittexte vor und gab Hinweise, wie Ausbilder und Ausbilderinnen ihre Auszubildenden bei der Bearbeitung unterstützen können. Unter www.leittexte.de bietet das BZL Leittexte für acht Grüne Berufe an.
Informieren, Planen, Entscheiden, Ausführen, Kontrollieren und Bewerten – das sind die sechs Schritte zur Bearbeitung von Leittexten. Ziel ist es, eine Aufgabe von Anfang bis Ende selbstständig im Ausbildungsbetrieb durchzuführen und dabei erlerntes Wissen oder gemachte Erfahrungen zu dokumentieren. Schrittweises Vorgehen ist der Kern der Leittextarbeit.
Wird Biomasse verkohlt, entsteht aus ungefähr der Hälfte der Kohlenstoffverbindungen Pflanzenkohle. Wird diese richtig angewendet, können der Humusgehalt und die Bodenfruchtbarkeit rasch ansteigen. Dies zeigt sich in einer verbesserten Bodenstruktur, einem verbesserten Wasseraufnahmevermögen und einem verbesserten Wasserspeicherungsvermögen.
Dazu berichtete der Geschäftsführer der Firma Sonnenerde, einer der ersten abfallrechtlich bewilligten Pflanzenkohle-Produktionsanlage Europas.
Pflanzenkohle hilft Klima und Boden
BZL-Broschüre "Gute fachliche Praxis - Bodenfruchtbarkeit"
BZL-Broschüre "Kultursubstrate im Gartenbau"
Potenziale von Pflanzenkohle als negative Emissionstechnologie
Fragt man Landwirtinnen, Gärtner oder Winzerinnen nach den Ressourcen ihres Betriebes, dann werden sie vielleicht vom Boden oder vom Wasser, von ihren Arbeitskräften oder ihrem Wissen sprechen. Dass sie eine „gelungene Kommunikation im Betrieb“ als Ressource nennen werden, wird eher die Ausnahme sein. Dabei spielt sie eine große Rolle, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen!
Wie es gelingt, professioneller zu kommunizieren und welche fatalen Folgen eine misslungene Kommunikation haben kann, darüber sprach Anne Dirksen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Sie leitet den Fachbereich „Familie und Betrieb, Sozioökonomie“ und ist zertifizierte Mediatorin. Daher hat sie Erfahrung mit Unternehmen, in denen die Grenzen einer gelungenen Kommunikation verschoben sind. Die gute Nachricht: Sie können Kommunikation gestalten und sind dieser Ressource nicht „ausgeliefert“ – so wie Sie vom Wetter oder den Weltmarktpreisen abhängig sind. Im Web-Seminar wurde nicht nur an bekannte Kommunikationsregeln erinnert. Es wurden auch kleine „Kommunikationstricks“ und Beispiele gezeigt, die Ihnen dabei helfen, es in Zukunft anders und vielleicht besser zu machen.
Bei der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) wird nicht das einzelne Lebensmittel finanziert, sondern die Landwirtschaft als Ganzes. Diese Idee finden immer mehr Landwirtinnen und Landwirte interessant.
Das Web-Seminar, das in Kooperation mit dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e. V. angeboten wird, führte in die Prinzipien der Solawi ein und zeigte auf, worauf es bei der Gründung einer Solawi ankommt. Zielgruppe der Veranstaltung waren Landwirtinnen und Landwirte, die sich mit dem Gedanken tragen, die Kosten ihres landwirtschaftlichen Betriebs mithilfe einer Verbrauchergemeinschaft zu decken und im Gegenzug die Ernte an diese abzugeben.
Vielleicht soll auch nur ein Teil des Betriebes auf Solawi umgestellt werden? „Auch das ist möglich“, sagte der Referent Klaus Strüber. Er hat langjährige eigene Erfahrung als Landwirt in einer Solawi, arbeitet heute als freier Berater von landwirtschaftlichen Betrieben und als Referent für das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e. V. Er weiß genau, welche Fragen zu Beginn zu stellen sind: Sind Sie bereits Teilnehmer einer Solawi? Steht in den nächsten Jahren eine Hofübergabe an? Und welche Produkte könnten Sie erfolgreich anbieten?
Im Web-Seminar konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Fragen an Klaus Strüber stellen und so am Ende der Veranstaltung besser einschätzen, ob eine Solawi ein Zukunftsmodell für den eigenen Betrieb sein könnte.
Solidarische Landwirtschaft – eine Alternative für landwirtschaftliche Betriebe
Durch Umstrukturierung zur Hofnachfolge
Nahinfrarot-Sensoren (NIR-Sensoren) werden derzeit nur vereinzelt in der Praxis zur Quantifizierung der Nährstoffgehalte in flüssigen Wirtschaftsdüngern eingesetzt. Die Vorteile des NIRS-Einsatzes in der Praxis sollen zeitnah großflächig nutzbar gemacht werden.
In dem Web-Seminar wurden dazu die NIRS-Technik und bisherige Ergebnisse des Forschungsprojekts praxisnah vorgestellt. Dazu berichteten Herr Prof. Dr. Reckleben (FH Kiel) als Gesamtkoordinator und Herr Künne, Betriebsleiter eines Demonstrationsbetriebs des Projekts.
Herr Stephan Künne, der mit seinem Betrieb am MuD NIRS teilnimmt, berichtete über seine Erfahrungen aus dem Projekt. U.a. sei es für ihn als Landwirt lohnend, sich mit neuen, umweltfreundlichen Verfahren, auseinanderzusetzen. Durch den Einsatz der NIR-Sensoren direkt bei der Ausbringung erhalte er durchgängig und in Echtzeit Informationen über die Nährstoffgehalte im Güllestrom. So könne er eine Über- oder Unterdüngung vermeiden und seine Bestände bedarfsgerecht mit Nährstoffen versorgen.
Im Anschluss referierte Herr Prof. Dr. Reckleben als Gesamtkoordinator des Vorhabens über die bisherigen Erkenntnisse aus den Modellregionen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Es zeichne sich u.a. deutlich ab, dass ein Wirtschaftsdüngermanagement mit NIRS in Verbindung mit der richtigen Ausbringtechnik helfen kann, Mineraldünger einzusparen. Insgesamt warf der Themenbereich viele Fragen auf, es wurde rege über die Chat-Funktion diskutiert.
Bundesprogramm Nährstoffmanagement
Die Gründung einer Solawi bedarf einer gründlichen Vorbereitung. Verschiedene Schritte und Phasen sollten beleuchtet und entschieden werden, denn je sorgfältiger und fundierter eine Solawi Gründung vorbereitet wird, umso stabiler und nachhaltiger agiert die Solawi. In diesem Web-Seminar wurden die ersten Schritte einer Solawi-Gründung beleuchtet. Zum Beispiel die Budgetplanung, die Personalplanung, die Mitgliedergewinnung sowie die rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen.
Präsentation von Klaus Strüber
Solidarische Landwirtschaft – eine Alternative für landwirtschaftliche Betriebe
Der Ackerbau ist aufgrund von immer engeren Fruchtfolgen und zunehmenden Resistenzen gegen vorhandene Pflanzenschutzmittel bei gleichzeitig geringerer Verfügbarkeit neuer Wirkstoffe an seine Grenzen gestoßen.
Die verschiedenen Maßnahmen der Feldhygiene, wie z.B. Fruchtfolgegestaltung, Unkrautsamenmanagement, Sortenwahl und Bestandesführung können zu einem nachhaltigeren Ackerbau mit stabilen Erträgen beitragen. Dabei ist es wichtig, dass die Feldhygiene immer standort- und problemorientiert ausgerichtet wird. Eine allgemein gültige Strategie zur Handhabung des Feldhygiene – Maßnahmenpaketes gibt es nicht.
Präsentation von Frank Käufler
Präsentation von Manja Landschreiber
Bei der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) wird nicht das einzelne Lebensmittel finanziert, sondern die Landwirtschaft als Ganzes. Der Betrieb wird – nach Aussage des Referenten Klaus Strüber – als ein zu finanzierendes Projekt verstanden. Diese Idee finden immer mehr Landwirtinnen und Landwirte interessant, denn 130 Teilnehmende folgten der Einladung zum Web-Seminar. Kooperationspartner für die Veranstaltung war das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e. V.
Strüber hat selber Erfahrung als Landwirt in einer Solawi und arbeitet heute als Berater von landwirtschaftlichen Betrieben zu den Themen Hofübergabe und Solawi. Das merkte man von der ersten bis zur letzten Minute – denn Strüber führte kompetent und locker durch die 90 Minuten. Keine der zahlreichen Fragen aus dem Chat konnte ihn aus dem Konzept oder gar in die Bredouille bringen.
Strüber führte in die Prinzipien der Solawi ein und zeigte, worauf es bei der Gründung einer Solawi ankommt. Außerdem erläuterte er, womit die Mitglieder einer Solawi zufrieden oder unzufrieden sind: Sie sind zufrieden mit der „Qualität und Menge der Produkte“ und eher unzufrieden mit der „Variation und Menge der Produkte“. Im ersten Moment denkt man vielleicht, dass hier etwas nicht stimmt, weil in beiden Fällen von der „Menge“ die Rede ist. Aber beides sei richtig, erklärte Strüber. In dem einem Fall wären die Mitglieder zum Beispiel zufrieden mit den Erdbeeren im Juni und im anderen Fall unzufrieden mit den Steckrüben im Dezember. Da spiele auch der Geschmack der Mitglieder eine Rolle. In dem Zusammenhang räumte er mit dem Vorurteil „wochenlang Weißkohl im Winter“ auf. Nach seiner Erfahrung sei bei einer richtigen Anbauplanung eine große Vielfalt möglich.
Am Ende der Veranstaltung war die Begeisterung groß und einige fühlten sich bestärkt, eine Solawi zu gründen: „Es war ein sehr interessanter Abend und ich werde diesen Wege weiter gehen.“ Grund genug für das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft und dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft, dieses Web-Seminar zu wiederholen – vielleicht noch in 2022.
In den kommenden Jahren werden Ackerbaubetriebe mit weniger Pflanzenschutzmitteln auskommen müssen. Einerseits fordert die Gesellschaft, dass weniger „gespritzt“ wird, andererseits werden immer mehr Mittel bzw. Wirkstoffe wegen verbindlichen nationalen Reduktionszielen verboten. Auf EU-Ebene und in Deutschland wurden kürzlich verschiedene Strategien entwickelt, die eine nachhaltige Landwirtschaft und damit einen reduzierten chemischen Pflanzenschutz postulieren: Farm-to-Fork-Strategie bzw. Ackerbaustrategie 2035. Der Einsatz und das Risiko von chemischen Pflanzenschutzmitteln muss bis 2030 EU-weit um 50 % verringert werden. Eine weitere Herausforderung ist der Klimawandel, der neue Schaderreger und Erregeranpassungen hervorbringt. Auch darauf müssen Landwirtinnen und Landwirte reagieren.
Strategien und Gesetzgebung im Pflanzenschutz beeinflussen sich gegenseitig, so Dr. Ellen Richter, Leiterin des Pflanzenschutzdienstes in NRW. Ganz konkret nannte sie das Insektenschutzprogramm, die Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung sowie die Richtlinie 2009/128/EG zur nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln.
In der Ackerbaustrategie 2035 ist im Handlungsfeld Pflanzenschutz der Integrierte Pflanzenschutz das Kernthema. Als konkrete Maßnahmen werden benannt:
Schließlich erwähnte Dr. Richter noch die Bedeutung der Pflanzenzüchtung. Hier stehen neue Sorten mit verbesserten Ertrags-, Resistenz- und Toleranzeigenschaften im Mittelpunkt.
Aus Sicht der Beratung stellte Natascha Droste, Pflanzenbauberaterin der Landwirtschaftskammer NRW, die aktuellen Lücken im Pflanzenschutz bei verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturen vor. Notfallzulassungen, so die Expertin, seien jedoch nicht die Lösung, um den Herausforderungen im Ackerbau zu begegnen. So erläuterte Droste die Bedeutung und Chancen neuer Sorten am Beispiel der Cercospora-Blattfleckenkrankheit an Zuckerrüben. Das Fazit von Droste: Die Züchtung, die Digitalisierung, die Kombination mechanischer Verfahren und sogenannte Biologicals, das heißt Mittel die mit biotechnologischen Verfahren hergestellt werden, bieten der Praxis zahlreiche Möglichkeiten, mit weniger bzw. umweltverträglichen Pflanzenschutzmitteln auch in Zukunft sichere Erträge zu erzielen.
Welche Aussagen können mit den erhobenen Landwirtschaftsdaten getroffen und welche sollten besser vermieden werden? Hierzu gab der Referent Niko Klag einen Überblick über die verschiedenen Quellen für Landwirtschaftsdaten. Neben den Daten des BMEL zur Agrarstatistik, die im Statistischen Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und auf BMEL-Statistik zu finden sind, veröffentlichen Destatis, das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) sowie die Food and Agriculture Organisation of the United Nations (FAO) ebenfalls Daten zur Landwirtschaft. Eine schöne Visualisierung der Daten ist bei der Observatory of Economic Complexity (OEC) zu finden. Anhand verschiedener Beispiele von Weizen bis zum Fleischkonsum machte der Referent auch deutlich, wie mit unterschiedlichen Daten umzugehen ist.
Jährlich stellt eine große Zahl von Landwirtinnen und Landwirten einen Antrag auf Agrarförderung. Die Bedingungen hierfür werden sich ab 2023 in vieler Hinsicht ändern. Zentrale Begriffe sind die Konditionalität und die Öko-Regelungen der 1. Säule sowie die deutlich aufgewertete Junglandwirte-Förderung. Die neue Konditionalität bringt unter anderem Vorgaben zur Begrünung im Winter, einen jährlichen Fruchtwechsel auf Ackerland und das verpflichtende Vorhalten von nicht-produktiven Ackerflächen. Darüber hinaus wird es bundesweite Ökoregelungen geben, die freiwillig angewendet und zusätzlich zu den Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen der Bundesländer angeboten werden. Was das praktisch für den eigenen Betrieb bedeutet, haben die beiden Referentinnen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Ruth Beverborg und Laura Jans-Wenstrup in diesem BZL-Webseminar erklärt.
Weil die rechtlichen Regelungen noch nicht endgültig im Detail feststehen, wurde in diesem Fall die PPT-Präsentation der Referentinnen nicht veröffentlicht.
Das dritte BZL Web-Seminar aus der Serie zur Ackerbaustrategie widmete sich dem Handlungsfeld Boden.
Auf EU-Ebene und in Deutschland stehen verschiedene Strategien zur Umsetzung an, die eine nachhaltige Landwirtschaft und die Förderung der Bodenfruchtbarkeit einfordern. Sowohl die Farm-to-Fork-Strategie als auch die Ackerbaustrategie 2035 schreiben im Kontext der Herausforderungen im Klimawandel dem Bodenschutz eine Schlüsselrolle zu.
Durch den Klimawandel häufen sich in Zukunft extreme Wettereinflüsse. Ein widerstandsfähiger und resilienter Ackerbau mildert diese Einflüsse ab und sichert Erträge.
Doch die Umsetzung auf dem eigenen Betrieb erfordert ein umfassendes Verständnis der biologischen Prozesse im Boden. Beispielsweise kann der alleinige Fokus auf die Erhöhung des Humusgehaltes unter Umständen negative Effekte durch eine zu schnelle Freisetzung von Nährstoffen auslösen. Insgesamt ist jedoch nach Bewertung durch die Bodenzustandserhebung (BZE), die flachgründigen Lagen im Mittelgebirge ausgenommen, auf allen Ackerböden immer noch Potenzial nach oben, so dass die Empfehlung von Dr. Stefan Pätzold, Bodenwissenschaftler an der Universität Bonn, an die zugeschalteten Landwirtinnen und Landwirte lautete, höhere und standortegerechte Humusgehalte auf ihren Betrieben anzustreben.
In der Ackerbaustrategie 2035 werden für das Handlungsfeld Boden unter anderem, folgende konkrete Maßnahmen benannt:
Der Verlust von Agrarflächen durch andere Nutzungen schmerzt den Bodenkundler Pätzold besonders. Einerseits trifft es die Landwirtinnen und Landwirte inzwischen hart, wenn Pachtpreise in die Höhe getrieben werden. Andererseits geht die elementar wichtige Funktion des Bodens als Humusspeicher unwiederbringlich verloren, wenn wertvolles Ackerland endgültig unter Parkplätzen oder asphaltierten Industrieflächen verschwindet.
Wie humusfördernde Produktionstechniken aussehen können, beschrieb der Referent Michael Reber anhand seines eigenen landwirtschaftlichen Betriebs, der in Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg) liegt: Er hat ihn in den vergangenen Jahren vom klassischen Schweinemastbetrieb hin zu regenerativer Landwirtschaft und der Erzeugung von Biogas als neuen Betriebsschwerpunkt entwickelt.
Am Beispiel eines Schlages auf seinem Betrieb demonstrierte Landwirt Reber mit dem Tool „Humus-Check“ wie man als Praktiker den eigenen Humusgehalt auf seinem Standort einordnen kann. Das Tool hat das Thünen-Institut (TI) entwickelt. Das Ergebnis des Humus-Checks wurde fachkundig von Dr. Sophie Drexler vom TI kommentiert. Drexler machte deutlich, wie sich die bestimmenden Faktoren zur Beschreibung des Bodenzustandes gegenseitig beeinflussen. Dabei hob Drexler hervor, wie gut Wurzelmasse im Boden für den Humusaufbau ist. Denn die leicht zersetzlichen Wurzelexsudate, wie Schleimstoffe an den Wurzelspitzen oder organische Säuren, die an der Wurzel entstehen, nähren das Bodenleben. Hier vor allem die Mikroorganismen. Wurzeln von Zwischenfrüchten brächten viel mehr für den Humusaufbau als beispielsweise zugeführtes Stroh.
Der Zwischenfruchtanbau ist aus Sicht des Praktikers Reber der Schlüssel, um den Humusaufbau nachhaltig zu fördern. Er mischt sein Saatgut selber und zwar mit bis zu 20 verschiedenen Komponenten. Dabei achtet er darauf, auch winterharte Pflanzenarten beizufügen, um in der vegetationsarmen Zeit, eine grüne Pflanzendecke und damit lebendige Wurzeln im Boden zu halten.
Insgesamt, so Bodenexperte Pätzold, müsse immer berücksichtigt werden, dass es sich beim Humus um ein Fließgleichgewicht handle und das sei nie statisch.
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Das zweite BZL Web-Seminar zu Fragen des betrieblichen Klimaschutzes hatte den Schwerpunkt auf pflanzenbaulichen Fragestellungen: Klimaschutz ist ein zentrales Standbein einer nachhaltigen Betriebsentwicklung und ein wichtiger Teil der Ackerbaustrategie 2035. Wie können Landwirtinnen und Landwirte auf ihren Betrieben aktiv zum Klimaschutz beitragen? Wo sind die Ansatzpunkte?
Zahlreiche Bereiche im landwirtschaftlichen Betrieb bieten Verbesserungspotenziale beim Klimaschutz:
Wichtig für den Betrieb: Durch die Umsetzung bestimmter Klimaschutzmaßnahmen lässt sich auch Geld sparen – ein doppelter Nutzen für den Betrieb.
Darüber referierten Lisa Fröhlich von der Beratungsstelle Marburg des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) und ihr Kollege Marc Fricke-Müller. Sie zeigten mögliche Ansatzpunkte zu Verbesserungen anhand ihrer Erfahrungen aus der Betriebsberatung und berichteten auch über die Instrumente zur Klimabilanzierung. Fragen und Erfahrungen der Teilnehmenden bereicherten den Austausch und führten zu einer inhaltlich und persönlich sehr anregenden Veranstaltung.
Vortrag von Lisa Fröhlich und Marc Fricke-Müller
BZL-Broschüre Gute fachliche Praxis – Bodenfruchtbarkeit
Gemüsebaubetriebe stehen vor der Herausforderung, Gemüse von hoher Qualität zu erzeugen, ohne durch die Stickstoffdüngung das Grundwasser zu gefährden. Welche Maßnahmen bieten sich an und lassen sich in den betrieblichen Ablauf integrieren, um die Auswaschung von Nitrat zu vermindern? Aktuelle Entwicklungen sorgen dafür, das bisher eingesetzte Produktionsmittel wie Mineraldünger sich stark verteuern und zudem schlecht verfügbar sind. Welche Maßnahmen helfen bei der Einsparung von Mineraldünger und sorgen für eine verbesserte Effizienz der Stickstoffdüngung?
Die Düngeverordnung fordert in den mit Nitratbelasteten Gebieten eine Reduzierung des berechneten Stickstoffbedarfs um 20 %. Können Gemüsebaubetriebe unter diesen Bedingungen noch die vom Handel geforderten Qualitäten produzieren?
Antworten auf die genannten Fragen gab es in diesem Web-Seminar. Carmen Feller vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau und Karsten Lindemann-Zutz von der Landwirtschaftskammer NRW stellten Ergebnisse aus dem Modell- und Demonstrationsvorhaben „Optimierung der Stickstoffdüngung im Freilandgemüsebau“ vor.
Vortrag von Karsten Lindemann-Zutz
BZL-Broschüre Stickstoffdüngung im Freilandgemüsebau
Infos zum Modell- und Demonstationsvorhaben
Maßnahmen zur Steigerung der N-Effizienz im Freilandgemüsebau - Leitfaden für Beratung und Praxis
Tierhaltende Betriebe stehen täglich in der Kritik. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft möchte Tierhalterinnen und Tierhalter dabei unterstützen, auf die Kritik angemessen zu reagieren. Wie das gelingen kann, soll im sogenannten „SocialLab Nutztiere“ herausgefunden werden. Hinter diesem SocialLab verbergen sich verschiedene Methoden, mit denen die gesellschaftliche Sicht auf die landwirtschaftliche Tierhaltung genauer untersucht wird. Denn: Zu verstehen, wie andere gesellschaftliche Gruppen denken und warum sie kritisch sind, hilft Tierhaltenden, sich anders zu verhalten und anders zu reden.
Dr. Inken Christoph-Schulz vom Thünen Institut sowie Ihre Kollegin Bea Bardusch waren die Referentinnen. Sie haben das Projekt bestens vorgestellt und erläutert, was Landwirtinnen und Landwirte von einer Teilnahme am SocialLab hätten. Im Web-Seminar gab es darüber hinaus einen Einblick in Kommunikationsstudien zu diesem Thema.
Das Projekt „SocialLab II“ ist Teil des Bundesprogramms Nutztierhaltung. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages, Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.
Vortrag von Inken Christoph-Schulz, Teil 1
Vortrag von Inken Christoph-Schulz, Teil 2
Vortrag von Bea Bardusch, Teil 3
Website vom BZL zur Nutztierhaltung
Wie viel Antibiotika bekommen Ihre Schweine, Familie Albersmeier?
Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) hat den Workshop "Klimaanpassung entlang der Wertschöpfungskette: Vernetzung und Wissenstransfer als Erfolgsfaktoren" auf den diesjährigen Innovationstagen geleitet. Die Innovationstage dienen der Präsentation der Innovationsförderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und fanden in diesem Jahr unter dem Leitthema "Für eine klimafreundliche Landwirtschaft und nachhaltige Ernährung – Vernetzung und Wissenstransfer bereiten den Weg von der Forschung bis in die Praxis" statt.
Die Land- und Ernährungswirtschaft verursachen Treibhausgas-Emissionen und müssen zeitgleich zum Klimaschutz beitragen. In Deutschland schreibt das Bundes-Klimaschutzgesetz vor, die jährlichen Emissionen in der Landwirtschaft bis 2030 auf 56 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zu reduzieren; bis 2045 soll THG-Neutralität herrschen. Diverse Fördermaßnahmen des BMEL fördern daher Projekte zur Anpassung an den Klimawandel sowie den innovativen Umgang mit zukünftigen Herausforderungen. Im BZL-Workshop "Klimaanpassung entlang der Wertschöpfungskette: Vernetzung und Wissenstransfer als Erfolgsfaktoren" wurden Methoden gesammelt, mit denen das Projektwissen einerseits zur Praxis gebracht wird, andererseits aber auch die Bedarfe der Praktikerinnen und Praktiker in die Wissenschaft transferiert werden.
Am ersten Tag führten drei Impulsvorträge zur Projektträgerschaft der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ptBLE), zum Klimawandel sowie zur Notwendigkeit und zu Erfolgsfaktoren für gelungenen Wissenstransfer in die Arbeitsphase der Workshops ein. Am zweiten Tag präsentierten sich vier best practice Beispiele und stellten ihren Wissenstransfer vor. Jeweils nach den Impulsen haben die Teilnehmenden anhand von Leitfragen verschiedene Methoden diskutiert und entwickelt.
Ein zentrales Ergebnis der gut 75 Teilnehmenden ist das gemeinsame Verständnis, dass der Austausch von Wissen über den reinen Wissenstransfer hinausgeht. Der Transfer von Wissen erfolgt oft einseitig, für einen gelungenen Austausch ist allerdings das Zuhören, miteinander Reden und Verstehen über den Transfer hinaus von großer Bedeutung. Der Wissensaustausch kann bottom-up, also von der Praxis in die Forschung wie bei den Europäischen Innovationspartnerschaften (EIP-Agri), sowie anders herum erfolgen. Die Zieldefinition des Wissensaustauschs ist entscheidend; es muss klar sein wer Sender und wer Empfänger für den Austausch ist und der Austausch entsprechend zielgruppengerecht gestaltet werden. Dies können Personen verschiedener Gruppen wie der landwirtschaftlichen Praxis, der Wissenschaft aber auch Verbraucherinnen und Verbraucher sein. Für die landwirtschaftliche Praxis hat sich der Austausch aus der Praxis für die Praxis, zum Beispiel auf Hoftagen oder in Stable Schools, als sehr erfolgreich erwiesen. Öffentliche Netzwerke wie zum Beispiel über Social Media oder der Fachaustausch über Veranstaltungen und Publikationen sollten mit persönlichen Netzwerken verbunden werden. Der Austausch kann nur erfolgreich sein, wenn er auf einer Vertrauensbasis läuft und eine offene Fehlerkultur gelebt herrscht. Der Aufbau einer zentralen, unabhängigen und digitalen Vernetzungs- und Wissensplattform wurde von den Teilnehmenden gewünscht und würde einen großen Mehrwert bieten. Diese Plattform kann ein zentrales Wissensmarketing bieten, sodass das Netzwerkmanagement über die Projektförderung hinaus verstetigt werden kann. Die Wahl der Quellen für diese Plattform muss gut sein; es geht einerseits um eine schnelle Verbreitung und auf der anderen Seite muss die Qualität validiert werden. Das Forschungsinformationssystem Agrar und Ernährung ist hier als bereits bestehende Datenbank zu nennen. Um das Wissen möglichst breit zu streuen, sollten Multiplikatoreffekte bestmöglich genutzt werden. Hier kann beispielsweise das BZL einen großen Beitrag leisten, in dem generiertes Wissen auf praxis-agrar.de, in Broschüren oder auch Web-Seminaren verbreitet wird.
Jährlich stellt eine große Zahl von Landwirtinnen und Landwirten einen Antrag auf Agrarförderung. Wird das ab 2023 so bleiben? Die neue Agrarreform 2023 bis 2027 wird in eine „grüne Architektur“ überführt und von verschärften Basismaßnahmen (erweiterte Konditionalität), neuen Begriffen und zusätzlichen Öko-Regelungen in der 1. Säule geprägt sein. Die erweiterte Konditionalität bringt unter anderem Vorgaben zur Begrünung im Winter, einen jährlichen Fruchtwechsel auf Ackerland und das verpflichtende Vorhalten von nicht-produktiven Ackerflächen. Darüber hinaus wird es bundesweite Ökoregelungen geben, die freiwillig umgesetzt werden können. Dazu zählen beispielsweise das zusätzliche Vorhalten von nicht-produktiver Ackerfläche oder eine vielfältige Fruchtfolge. Auch Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen werden ab 2023 weiter angeboten.
Was das praktisch für den eigenen Betrieb bedeuten kann, wurde in dem Web-Seminar thematisiert. Die Referntin Frau Jans-Wenstrup von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hat an vielen Praxisbeispielen erläutert wie sich die Neuerungen der GAP auf den Betrieb auswirken können.
Klimaschutz und -anpassung sind die größten Herausforderungen, denen sich Landwirtinnen und Landwirte in Zukunft stellen müssen. Die Landwirtschaft wird vielfach als Verursacher des Klimawandels bezeichnet. Zugleich gilt sie als vom Klimawandel betroffene Branche. Landwirtschaftliche Beraterinnen und Berater sind wichtige Multiplikatoren in die landwirtschaftliche Praxis. Um sie bestmöglich zu unterstützen, hat das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) in Kooperation mit dem Verband der Landwirtschaftskammern Beratungskräfte aus ganz Deutschland zur ersten BZL-Beratertagung eingeladen.
Als Veranstaltungsauftakt wurde eine Exkursion zu einem vielseitig aufgestellten landwirtschaftlichen Betrieb mit mehreren Betriebszweigen (u. a. Biogas und Wärmevermarktung) angeboten.
Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen referierten danach zu unterschiedlichen Themen. Zu Beginn gab es einleitende Vorträge, wie z. B. über die klimapolitischen Ziele der EU und der Bundesregierung.
Vortrag von Bernhard Osterburg
Im Anschluss berichtete Dr. Antje Herrmann vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen über die Pflanzenbauberatung im Spannungsfeld von Klimaschutz, Klimaanpassung und Ökosystemschutz.
Vortrag von Dr. Antje Herrmann
Laura Jans-Wenstrup von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zeigte Möglichkeiten des Klimaschutzes auf, die in der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik verankert sind. Stichwörter sind Eco Schemes und Konditionalität.
Weitere Infos zur neuen GAP:
LandInForm 4.2022 Die neue Gemeinsame Agrarpolitik
Anschließend war die Veranstaltung in drei inhaltliche Blöcke eingeteilt:
- Kurz- und mittelfristige Klimaschutzmaßnahmen und Anpassungen
- Langfristige Klimaschutzmaßnahmen und Anpassungen
- Klimabilanzierung und einzelbetriebliche Klimaberatung
Jeweils im Anschluss an die Themenblöcke diskutierten die Teilnehmenden mit den Referentinnen und Referenten in Kleingruppen über die vorgestellten Maßnahmen.
Erbsen und Ackerbohnen haben viele positive Eigenschaften für den landwirtschaftlichen Betrieb: Erweiterte Fruchtfolgen, Bodenverbesserung und Einsparung von Stickstoffdünger sind dabei von besonderer Bedeutung. Damit ist der Anbau von großkörnigen Leguminosen auch ein wichtiger Aspekt der Ackerbaustrategie 2035 und der Eiweißpflanzenstrategie. Das BZL widmet sich dem Anbau und der Vermarktungsmöglichkeiten von Erbsen und Ackerbohnen.
Was beim Anbau und bei der Vermarktung zu beachten ist und welche Möglichkeiten sich für den landwirtschaftlichen Betrieb ergeben, erläutern Werner Vogt-Kaute vom Naturland Verband und Stefan Beuermann von der UFOP, die beide im Leguminosennetzwerk aktiv sind. Sie werden dabei auch über die Erfahrungen aus der Betriebsberatung berichten. Fragen und Erfahrungen der Teilnehmenden werden gemeinsam erörtert.
BZL-Broschüre Erbsen und Ackerbohnen anbauen und verwerten
Legunet - Weiterführende Links zur Förderung und Vermarktung von Leguminosen
Legunet - Rezepte mit Hülsenfrüchten
UFOP - Abnehmerkarte für Eiweißpflanzen
Heimische Hülsenfrüchte wie Ackerbohnen, Körnererbsen, Süßlupinen und Sojabohnen sind zurück!
Das Web-Seminar zum Thema „Digitales Agrarbüro“ wurde in Zusammenarbeit mit dem Bund der Deutschen Landjungend veranstaltet. Die Referentin Christine Gehle ging darauf ein, wie landwirtschaftliche Betriebe ihr Büro effizient strukturieren und organisieren können und was beim Auf- bzw. Umbau des digitalen Agrarbüros zu beachten ist.
Die Beraterin für Direktvermarktung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen greift dabei auf einen reichen Erfahrungsschatz zurück, der sicher auch im Einzelfall weiterhelfen kann. Unter den über 250 teilnehmenden landwirtschaftlichen Existenzgründenden und Hofnachfolgenden waren auch einige Junglandwirte, die durch mehr Spaß an der Büroarbeit und einer besseren Strukturierung dieser, die Stimmung auf ihren Höfen zu verbessern möchten.
Die Online-Fortbildung fand in mehreren Themenblöcken statt und befasste sich mit folgenden Fragen:
Burnout - was ist das?
Burnout in der Landwirtschaft?
Wie erkenne ich Burnout bei den Kunden?.
Wie kann ich es ansprechen?
Welche Hilfsangebote gibt es für die Kunden?
Woran erkenne ich erste Anzeichen bei mir selbst?
Was kann ich präventiv für mich tun?
Wo und wie finde ich professionelle Hilfe?
… und bot eine Menge Antworten.
In dem Web-Seminar informierten das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) und der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) die Teilnehmenden über wesentliche Aspekte zur Umstellung auf den Ökolandbau - , denn auch hier gilt: Die Planung ist entscheidend.
Das Konzept muss nicht nur zum eigenen Betrieb passen, sondern auch zum Markt und den rechtlichen Rahmenbedingungen. Wer darüber hinaus Förderbedingungen und mögliche Kapitalgeber kennt, ist bestens beraten. Für die beiden Referentinnen des Web-Seminars sind diese Themen tägliches Geschäft: Sandra Höbel arbeitet im Beratungsteam Ökologischer Landbau in Griesheim beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) und hat dort die Umstellungsberatung zum Schwerpunkt. Inken Daase ist Mitarbeiterin im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) und informierte über die Förderrichtlinie zur Umstellung, die noch bis zum 30. Juni 2023 gilt („Förderung der Beratung landwirtschaftlicher Unternehmen und Aquakulturunternehmen vor und während einer Umstellung auf die ökologische Produktionsweise sowie bei der Übernahme von ökologisch wirtschaftenden Unternehmen“).
Infos zum Ökologischen Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft
Die Anforderungen an den Klimaschutz stellen landwirtschaftliche Betriebe vor große Herausforderungen. Dies betrifft besonders die tierhaltenden Betriebe. Welche Verbesserungsmöglichkeiten haben die Betriebe? Dazu wurde vom Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) ein Web-Seminar angeboten, das wesentliche Stellschrauben der betrieblichen Praxis beleuchtete.
Der Referent Ansgar Lasar von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ging zunächst auf die Notwendigkeit aktiver Klimaentlastung ein und stellte dann konkrete Ansatzpunkte zur Emissionsminderung in der Tierhaltung vor. Seine Vorschläge waren von seiner jahrzehntelangen Erfahrung in der Klimaschutzberatung geprägt und damit von der landwirtschaftlichen Praxis.– dazu gehörten beispielsweise die Reduktion von Methanemissionen bei Gülle durch gasdichte Lagerung, Nutzung in Biogasanlagen und Erhöhung der Stickstoffeffizienz. Vorgestellt wurden dazu die Berechnungsmöglichkeiten und Angebote einer einzelbetrieblichen Klimabilanzierung. Wichtig ist die Erkenntnis, dass Klimaschutz sich sogar positiv auf das Betriebsergebnis auswirkt, weil er für optimierte und effizientere Betriebsabläufe sorgt. Lasar forderte abschließend, Klimaschutzfragen proaktiv aufzugreifen: „Wir informieren die Medien zu wenig darüber, wie klimaschonende Landwirtschaft tatsächlich aussieht.“
Zum ersten Web-Seminar der Reihe Ackerbaustrategie ganz praktisch am 28. Oktober 2021 kamen über 100 Teilnehmende, darunter auch viele Praktikerinnen und Praktiker, zusammen.
Der erste Referent Frank Käufler ist Ackerbauberater beim Arbeitskreis Ackerbau in Hessen und berichtete über "Ertragsabsicherung durch ackerbauliche Grundlagen". Er gab eine Übersicht zur Ackerbaustrategie und was die Landwirtschaft in dem Zusammenhang schon jetzt leistet. Außerdem stellte er Möglichkeiten zur Feldhygiene vor und machte auf die hohe Bedeutung von Bodenbearbeitung und Fruchtfolgen aufmerksam. Dauerfruchtfoleversuche sind seiner Ansicht nach wünschenswert. Der zweite Referent Franz-Peter Schenk ist einer der Wasserschutzberater der Landwirtschaftskammer NRW und berichtete über "Nährstoffbilanzen optimieren - Potentiale ausschöpfen". Er stellte Nmin als wichtigstes Werkzeug der Wasserschutzberatung vor und sprach sich für die Vermeidung der Mineralisierung durch die Art der Bodenbearbeitung aus. Außerdem machte er deutlich, dass Pflanzenschutz der Ertragsstabilität und nicht der Ertragssteigerung dient. Ansonsten wäre ein Überhang vorprogrammiert. Beide Referenten informierten direkt aus ihrer landwirtschaftlichen Beratungstätigkeit und standen nach denVorträgen für die Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung. Zum Abschluss wurde in kurzen Diskussionsgruppen weiter diskutiert.
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