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Geflüchtete und junge Zugewanderte stellen eine wertvolle Ressource für die Grünen Berufe dar und können helfen, den Fachkräftemangel abzufedern.
Betriebe, die ihnen eine Chance auf Ausbildung oder Arbeit bieten möchten, können die kostenfreie Unterstützung der Willkommenslotsen nutzen. Diese begleiten individuell durch den gesamten Prozess: Von der Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten bis hin zur Integration in den Betrieb. Zudem beraten sie zu rechtlichen Fragen und helfen, bürokratische Hürden zu überwinden.
Das Angebot der Willkommenslotsen richtet sich an Betriebe, die Geflüchtete in Ausbildung und Arbeit integrieren sowie Jugendliche aus dem Ausland zur Absolvierung der Berufsausbildung einstellen möchten.
Das bundesweite Programm Passgenaue Besetzung und Willkommenslotsen wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. In den „grünen Berufen“ ist für die Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen die Willkommenslotsin Hanna Schulze-Johannes zuständig. Im Garten- und Landschaftsbau gibt es in einigen Bundesländern ebenfalls Willkommenslotsen.
Das Beratungsangebot umfasst unter anderem:
Gemeinsam mit den Willkommenslotsen erstellen Betriebe ein Anforderungsprofil und erhalten Unterstützung bei der Bewerbersuche.
Die Willkommenslotsen können eine Vorauswahl treffen und arbeiten dabei eng mit Netzwerkpartnerinnen und -partnern zusammen, wie Ehrenamtsinitiativen, der Agentur für Arbeit oder der Ausländerbehörde.
Auch bei der Rekrutierung von Auszubildenden aus dem Ausland beraten sie.
Auf Wunsch begleiten die Willkommenslotsen die Gespräche und informieren über aufenthaltsrechtliche Rahmenbedingungen. Sinnvoll ist es, in einem Gespräch zu fachlichen Erfahrungen auch alltagsnahe Fragen einzubauen, um Sprachkenntnisse einzuschätzen. Ein kurzes Praktikum im Anschluss hilft beiden Seiten beim Kennenlernen.
Vor Beginn der Erwerbstätigkeit, einer Ausbildung oder eines Praktikums müssen Aufenthalts- und Erwerbserlaubnis der ausländischen Bewerbenden geprüft werden. Ohne gültige Genehmigung ist der Beginn unzulässig.
Eine Kopie der aktuellen Aufenthalts- und Erwerbserlaubnis ist stets vor Ort aufzubewahren. Bei einem vorzeitigem Ausbildungs- oder Beschäftigungsende müssen in der Regel beide Parteien die Ausländerbehörde informieren.
Seit Anfang 2026 sind Arbeitgeber bei der Anwerbung ausländischer Auszubildender und Beschäftigter verpflichtet, auf die Beratungsstellen „Faire Integration“ hinzuweisen. Diese bieten eine kostenfreie Beratung zu allen arbeits- und sozialrechtlichen Fragen an.
Die Willkommenslotsen stellen sicher, dass alle rechtlichen Anforderungen erfüllt sind und unterstützen bei allen Formalitäten. Sie überprüfen beispielsweise den Entwurf des Ausbildungsvertrags, helfen beim Ausfüllen von Antragsunterlagen zur Erwerbserlaubnis und stimmen sich bei Bedarf mit der Ausländerbehörde ab.
Sprache ist eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung.
Für die Einreise zu einer betrieblichen Ausbildung müssen Bewerbende in der Regel Deutschkenntnisse auf Niveau B1 nachweisen.
Da die Fachsprache im Berufsschulunterricht anspruchsvoll ist, empfehlen die Willkommenslotsen jedoch das Niveau B2.
Für ein Ausbildungsvisum nach § 16a AufenthG sind bei der deutschen Botschaft verschiedene Unterlagen einzureichen, darunter ein Nachweis zur Sicherung des Lebensunterhalts.
Termine bei Botschaften können lange Wartezeiten haben. In solchen Fällen kann das Beschleunigte Fachkräfteeinwanderungsverfahren eine Alternative sein: Es dauert meist rund drei Monate und kostet 411 Euro.
Der Visaprozess lässt sich häufig etwas verkürzen, wenn der Betrieb eine Vorabzustimmung der Bundesagentur für Arbeit beantragt. Die Willkommenslotsen unterstützen beim Ausfüllen der Unterlagen und prüfen die Angaben. Nach der Einreise müssen Auszubildende ihren Wohnsitz anmelden und anschließend bei der zuständigen Ausländerbehörde den Aufenthaltstitel beantragen.
Im Netzwerk der Willkommenslotsen stehen verschiedene Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung:
Frühzeitige berufsbezogene Deutschförderung kann helfen, Schwierigkeiten in Berufsschule und Prüfungen vorzubeugen. Für Auszubildende in Landwirtschaft, Gartenbau sowie Tier- und Hauswirtschaft bietet die EURO-Schule Oldenburg geförderte Online-Berufssprachkurse an.
Bei ausreichender Teilnehmerzahl (ab Sprachniveau A2) werden auch Online-Sprachkurse für Beschäftigte in den grünen Berufen angeboten. Bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 20.000 Euro ist die Teilnahme kostenlos, darüber fallen 256 Euro für 100 Unterrichtseinheiten an.
Die Initiative VerA plus vermittelt ehrenamtliche Fachleute im Ruhestand, die Ausbildungen begleiten.
Die kostenfreie Assistierte Ausbildung (AsA) der Agentur für Arbeit unterstützt sowohl Auszubildende (z.B. Nachhilfe, Prüfungsvorbereitung, sozialpädagogische Betreuung) als auch Betriebe, etwa bei der Organisation und Durchführung der Ausbildung.
Über Förderprogramme der Arbeitsagentur können Weiterbildungen von Beschäftigten je nach Maßnahme und Betriebsgröße ganz oder teilweise finanziert werden. Angebote stellt beispielsweise die DEULA Westfalen-Lippe mit ihrem Modulbaukasten Grüne Berufe bereit.
Einzelpersonen mit Wohnsitz in NRW können den Bildungsscheck 2.0 beantragen, um ihre berufliche Kompetenz zu stärken.
Bei der Beschäftigung von Personen mit Vermittlungshemmnissen, etwa bei geringen Deutschkenntnissen oder fehlenden Berufskenntnissen, kann unter Umständen ein Eingliederungszuschuss bei der Agentur für Arbeit beantragt werden.
Ebenfalls durch die Agentur für Arbeit förderfähig ist die Einstiegsqualifizierung: Ein sozialversicherungspflichtiges Praktikum von vier bis zwölf Monaten mit Berufsschulbesuch, das auf eine Ausbildung vorbereitet.
Personen mit ausländischen Qualifikationen können sich im Netzwerk IQ zur Anerkennung ihrer Abschlüsse und zu Qualifizierungsmaßnahmen beraten lassen.
Personen ohne formalen Berufsabschluss können ihre beruflichen Kompetenzen in einem kostenpflichtigen Validierungsverfahren offiziell bescheinigen lassen.
Eine gelungene und nachhaltige Integration von Neuankömmlingen beginnt mit einer gut geplanten Einarbeitungsphase. Bereiten Sie die Belegschaft auf mögliche kulturelle Unterschiede vor, um Missverständnissen – etwa im Hinblick auf Hierarchie und Kommunikation – zu vermeiden. Verteilen Sie den zusätzlichen Einarbeitungsaufwand außerdem fair im Team.
Hilfreich sind eine Willkommensmappe mit wichtigen Informationen, feste Ansprechpersonen sowie Vokabelhilfen für den Arbeitsalltag. Arbeitsaufträge sollten möglichst anschaulich erklärt werden, etwa durch Vormachen, Skizzen oder kurze Videos.
Sinnvoll ist es außerdem, sich erläutern zu lassen, was verstanden wurde – viele Neue fragen aus Unsicherheit nicht von sich aus nach. Geduld, klare Kommunikation und aktive Unterstützung zahlen sich hier aus.
Regelmäßige Feedbackgespräche helfen, Erwartungen zu klären, Fortschritte zu besprechen und weiteren Unterstützungsbedarf frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig stärken sie Motivation und Vertrauen auf beiden Seiten.
Auch die soziale Einbindung ist wichtig: Gemeinsame Betriebsveranstaltungen bieten eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und Integration im Alltag zu fördern.
Nutzen Sie das Fachkräftepotenzial von Geflüchteten und Zugewanderten aktiv – die Willkommenslotsen unterstützen Sie dabei mit individueller Beratung und praktischer Begleitung.
Make it in Germany - Portal der Bundesregierung zum Thema Fachkräfteeinwanderung
Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) - Willkommenslotsen-Programm
Landwirtschaftskammer NRW - Willkommenslotsen-Programm
Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. - Willkommenslotsen-Programm
Letzte Aktualisierung 24.02.2026