Wir verwenden Cookies, um Ihnen die optimale Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen. Es werden für den Betrieb der Seite nur notwendige Cookies gesetzt. Details in unserer Datenschutzerklärung.
Hier beginnt der Hauptinhalt dieser Seite
08.10.2026 Leonie Milz (LWK NRW) Der Betrieb Scheidtweiler bewirtschaftet rund 220 ha Ackerfläche zwischen Wachendorf und Zülpich. Die Standorte reichen von lehmigen, teilweise steinigen und kupierten Flächen in der Eifel bis zu gleichmäßigeren Böden in der niederschlagsarmen Zülpicher Börde. Angebaut werden unter anderem Winterweizen, Wintergerste, Winterraps, Zuckerrüben, Futtererbsen, Zwischenfrüchte und Winterdinkel. Die Flächen werden überwiegend in Mulchsaat bewirtschaftet.
Ein Schwerpunkt der Feldbegehung lag auf der Überwachung des Rapserdflohs. Auf der Demonstrationsfläche wurde der Befall mit herkömmlichen und digitalen Gelbschalen kontrolliert. Nach Überschreitung der Schadschwelle erfolgte eine flächige Insektizidmaßnahme gemeinsam mit der Herbizidmaßnahme. Angesichts der zunehmenden Resistenzentwicklung der Rapserdflöhe gegenüber Pyrethroide gewinnen jedoch vorbeugende Maßnahmen weiter an Bedeutung. Auf der Demonstrationsfläche wurde der Winterraps bereits am 25.08. ausgesät, um zum Zeitpunkt des Schädlingszuflugs möglichst gut entwickelte Pflanzen zu haben. Die konsequente Bestandeskontrolle und eine Behandlung bei Überschreitung der Schadschwelle bleiben dabei wichtige Bausteine. Anschließend wurde die Bandapplikation im Winterraps demonstriert. Eine Applikation von Wasser verdeutlichte, wie gezielt auf die Pflanzenreihe appliziert werden kann.
Für eine präzise Applikation sind insbesondere Düsenposition, Reihenführung, Bandbreite, Reihenabstand und eine exakte Fahrweise entscheidend. Ziel ist es, Pflanzenschutzmittel möglichst dort auszubringen, wo sie benötigt werden – an der Kulturpflanze – und dadurch den Mittelaufwand zu reduzieren. Volker Scheidtweiler konnte hierzu auch Erfahrungen aus dem Zuckerrübenanbau teilen. Dort wurde bereits im zweiten Jahr ein Insektizid im Band appliziert. Je nach Flächengröße und Einsatzbedingungen kann das Verfahren neben einer Mittel- auch eine Kosteneinsparung ermöglichen. Im Winterraps soll die Technik künftig unter anderem für die gezielte Ausbringung von Wachstumsreglern und Insektiziden im Herbst genutzt werden. Zum Abschluss wurde der Einsatz einer Hacke verdeutlicht.
Eine präzise Aussaat in Einzelkornsaat, passende Herbizidstrategien sowie geeignete Boden- und Witterungsbedingungen sind wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz. Die Erfahrungen des Betriebs zeigen zugleich die Grenzen des Verfahren: Während ein Hacke-Band-Verfahren im Herbst 2024 erfolgreich eingesetzt werden konnte, war ein Einsatz im sehr nassen Herbst 2025 nicht möglich. Die Hacke kann damit eine sinnvolle Ergänzung des chemischen Pflanzenschutzes darstellen, ist aber nicht unter allen Bedingungen und in jedem Jahr gleichermaßen einsetzbar.
Die Feldbegehung verdeutlichte, wie sich Monitoring, angepasster Aussaattermin, präzise Applikationstechnik und mechanische Unkrautregulierung miteinander kombinieren lassen. Entscheidend ist dabei, die Maßnahmen an Befall, Bestand, Standort und Witterung anzupassen. Damit leisten die Demonstrationsflächen im Projekt MuD IPB Ackerbau einen wichtigen Beitrag, praxistaugliche Möglichkeiten für einen bedarfsgerechten und effizienten Pflanzenschutz aufzuzeigen.