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Die Angelberger GbR wird von Bernd Angelberger und seinem Sohn Marcus geführt. Der landwirtschaftliche Vollerwerbsbetrieb hat die Schwerpunkte Ackerbau, Milchvieh- und Legehennenhaltung. Im Anbau befinden sich derzeit folgende Kulturen: Winterweizen, Dinkel, Sommergerste, Zuckerrüben, Sojabohnen, Luzerne, Mais (Silo und Körnermais) und Dauergrünland. Der Betrieb befindet sich in Bad Wimpfen am Rande des Kraichgaus. Auf der Hofstelle stehen in einem Boxenlaufstall 66 Milchkühe mit Nachzucht. In Mobilställen haben 600 Legehennen Platz. Zu den entsprechend notwendigen Maschinen und Geräten auf dem Betrieb gehören sämtliche Bodenbearbeitungsgeräte, die komplette Aussaattechnik, vier Schlepper mit RTK-Lenksystem, Pflanzenschutz und Düngerstreuer (Section Control und teilflächenspezifisch), Hack- und Striegeltechnik und ein Mähdrescher.
Im Jahr 2024 wurde auf dem Betrieb verschiedene Varianten an Pflanzenschutzmittelversuchen im Getreide getestet. Durch das niederschlagsreiche Frühjahr 2024 war bei der reduzierten Anwendung von Fungiziden mit erheblichem Krankheitsdruck und damit einhergehenden Ertragsrückgängen zu rechnen. Das Vorhersagemodell zur Infektionsgefahr von Schaderregern (SIG) auf der Plattform ISIP zeigte dies anschaulich (siehe Abb. 3).
In der betriebsüblichen Variante im A-Weizen Asory wurden fünf Fungizidanwendungen gefahren und ein Ertrag von ca. 90 dt/ha erzielt. In der reduzierten Fungizidvariante wurde zwei Mal behandelt und ein Ertrag von ca. 80 dt/ha erzielt. Die Nullvariante ohne Fungizide erzielte ca. 68 dt/ha Ertrag. DON-Werte waren in der reduzierten Variante leicht erhöht, jedoch ohne Einfluss auf die Vermarktungsfähigkeit. In der reduzierten Variante lagen die Gesamterlöse – gemessen an den aktuellen Marktpreisen und unter Annahme ähnlicher Proteinwerten – um etwa 220 € niedriger als in der intensiven Variante. Je nach eingesetztem Fungizid wurden gleichzeitig Produktkosten von ca. 150 € eingespart (50 € je Behandlung), wie auch Ausbringungskosten von insgesamt etwa 45 € (15 € je Behandlung), Arbeitskosten sind hierbei nicht berücksichtigt.
Damit wurde im Extremjahr 2024 der Arbeitsaufwand für die Behandlungen 3 bis 5 mit ca. 10 €/ha je Behandlung „vergütet“. Das eher trockene Frühjahr 2025 zeigte hingegen andere Ergebnisse. Hier wurden bei der Nullparzelle im Dinkel die höchsten Erträge erzielt. Es besteht die Vermutung, dass in der behandelten Variante durch den Einsatz des Wachstumsreglers CCC die Pflanzen gestresst wurden, was Ertragseinbußen nach sich zog. Im Jahr 2025 wurde auf einem Versuchsacker mit niedrigerer Bodenzahl der E-Weizen Moschus angebaut. Die Düngung wurde an das Ertragspotenzial des Bodens angepasst und zu 20 % reduziert. Der Ertrag war mit 55 dt/ha wie erwartet niedrig, es konnten dennoch Proteinwerte von 15,6 % erzielt werden. Auf einem Teil der Fläche wurde die Behandlung mit Moddus, Revytrex und U 46 M-Fluid am 30.04.2025 nicht durchgeführt und keine Unterschiede im Ertrag festgestellt. Aus den vorjährigen Erfahrungen wurde im Jahr 2026 wieder in einem Streifen auf Wachstumsregler verzichtet. Es konnten keine Ertragsunterschiede festgestellt werden. Ausgehend von den Ergebnissen, plant Marcus Angelberger zukünftig Wachstumsregler teilflächenspezifisch auszubringen, in Bodenzonen mit geringerer Bodenfruchtbarkeit nicht zu applizieren und Fungizide bedarfsgerechter zu auszubringen.
Kurz gelesen:
Die Ergebnisse zeigen, dass es sich pflanzenbaulicher und auch ökonomischer Sichtweise lohnt, Fungizide bedarfsgerecht und witterungsangepasst anzuwenden. Dabei kann die optimale Intensität jahresabhängig sehr unterschiedlich sein und die Entscheidung vor den jeweiligen Behandlungen mit Prognosemodellen unterstützt werden. Zudem sollte eine mögliche Applikation von Wachstumsreglern an Witterung angepasst und möglichst teilflächenspezifisch auf den Teilflächen mit dem höchsten Mineralisierungspotenzial (z. B. in den Senken) erfolgen, um einerseits Behandlungskosten einzusparen, und zugleich physiologisch negative Wirkungen auf weniger fruchtbaren Teilflächen zu umgehen und damit keine Ertragsrückgänge zu riskieren.
Über das Projekt wurde eine neue Sämaschine Centaya 3000 mit CombiDisc gefördert. Sie hat einen elektrischen Dosierer, daher kann die Sämaschine teilflächenspezifisch Saatgut ausbringen. Außerdem hat sie eine elektrische Halbseitenschaltung zur Reduzierung von Überlappungen. Das Vorwerkzeug der Drillkombination ist eine Scheibenegge anstelle einer Kreiselegge, dadurch sinkt der Kraftbedarf und somit auch der Spritverbrauch (Scheibenegge 7 l/ha vs. Kreiselegge 10 l/ha Quelle: https://oekl.at/richtwerte-online/kraftstoffverbrauch/). Um die Möglichkeiten der neuen Sämaschine zu testen, wurde ein Versuch zur teilflächenspezifischen Aussaat von Sommergerste angelegt.
Die Aussaat fand am 09.03 statt, mit einer Saatstärke von 155 kg/ha, was ca. 260 Körnern/ m² entspricht (ursprünglich war geplant, mit einer höheren Saatdichte auszusähen). Im oberen Streifen wurde zum Vergleich eine homogene Saatstärke von ca. 230 Körner/m² gewählt. Eine Fahrgasse wurde homogen am oberen Feldrand ausgesät. Bei Zählung der Pflanzen pro m² am 20.04. konnte die angegebene Variation der Saatstärke aus der IST-Karte (siehe oben) (von ca. 200-290 Kröner/m²) und ein zuverlässiger Feldaufgang in den jeweiligen Zonen an vier Standorten festgestellt werden. Die Sorte Amidala hat eine geringe Neigung zur Bestockung, dies konnte auch im vorliegenden Versuch bestätigt werden. Mit Blick auf den Quotienten der Bestockung konnte beobachtet werden, dass dieser auf Teilflächen mit geringerer Bodenfruchtbarkeit bei geringerer Saatdichte niedriger ausgefallen ist als auf dem fruchtbareren Boden mit höherer Saatdichte (siehe obige Tabelle). Daraus lässt sich schließen, dass die Bestockung weniger vom Platzangebot der Einzelpflanzen als vielmehr von der Verfügbarkeit der knappen Ressourcen Wasser und Nährstoffe beeinflusst wurde. Zur Düngung wurden 300 kg KAS mit Magnesium teilflächenspezifisch ausgebracht, was im Durchschnitt 81 kg N/ha entspricht. Auf den fruchtbareren Teilflächen wurde 10 % mehr gedüngt, auf den weniger fruchtbaren Böden 10 % weniger der Durchschnitt. Am 09.07 wurde zwei Tage vor dem Drusch an den vier Standorten Quadratmeterschnitte gezogen.
Dabei konnten große Unterschiede im Ertrag von bis zu 45 dt/ha festgestellt werden. Festzuhalten ist, dass der Ertrag sehr stark von der Nährstoff- und Wasserverfügbarkeit abhängig war. Das Hektolitergewicht war dabei relativ stabil bei über 170. Der Vollgerstenanteil war auf den Standorten mit gutem Boden ca. 9 Prozentpunkten höher als auf ungünstigeren Teilflächen. Interessant ist, dass der Standort 3 mit der höchsten Saatdichte, bei Ertrag, Hektoliter und Vollgersteanteil am besten abgeschnitten hat. Mit Blick auf die Proteinwerte kann festgehalten werden, dass die ertragsstarken Standorte 3 und 4 mit 9,2 bzw. 9,3 % die von den Brauereien geforderten 9,5 % nicht erfüllen konnte. Standort 2 mit einem geringen Ertrag liegt dagegen an der oberen Grenze mit 11,2 % (max. 11,5%). Daraus lässt sich schlussfolgern, dass die Spreizung der teilflächenspezifische N-Düngung in diesem Anbaujahr mit der zusätzlich teilflächenspezische angepassten Aussaatdichte zu gering war und es dadurch zu Über- und Unterversorgung mit Stickstoff kam. Die Daten einer benachbarten BW-Wetterstation in Heuchlingen (ca. 5 km entfernt) zeigen, dass die Niederschlagssumme von März bis Juni mit 139 mm weit unter dem langjährigen Mittel von 217 mm (Jahr 2002-2025 März bis Juni) lag. Zudem war die Durchschnittstemperatur mit 14,1 °C insgesamt 3,5 °C höher als die langjährige Durchschnittstemperatur (März bis Juni 2002-2025) von 10,6 °C. Daher sind diese Ergebnisse auch vor diesem Hintergrund einzuordnen. In anderen Jahren wären wahrscheinlich die Bodenunterschiede und damit die Wasserverfügbarkeit nicht so stark ins Gewicht gefallen. In 2026 war die Gefahr einer Infektion mit Ramularia nicht gegeben. Eine Infektion mit Netzflecken und Zwergrost konnte trotz teilweiser günstiger Bedingungen in den Null-Fungizidparzellen nicht festgestellt werden. Die Sorte ist geringanfällig gegen Rhynchosporium, was sich in diesem Jahr ausgezahlt hat. Somit konnte kein Ertragsverlust in den Null-Fungizidparzellen festgestellt werden. Betriebsüblich wurde am 24.04. in Kombination mit der Herbizidanwendung ein Fungizid angewandt und am 26.05 noch einmal eine Fungizid Anwendung appliziert.
Krankheitsanfälligkeit der Sorte Amidala nach beschreibender Sortenliste 2026
| Mehltau | 2 | sehr gering - gering |
| Netzflecken | 5 | mittel |
| Rhynchosporium | 4 | gering - mittel |
| Ramularia | 6 | mittel - hoch |
| Zwergrost | 5 | mittel |
Erntedaten an vier Positionen im Feld
| dt/ha | Hektoliter | Vollgerste % | Protein % | |
| Standort 1 | 55,27 | 68,3 | 85,68 | 10,7 |
| Standort 2 | 45,40 | 68,0 | 84,90 | 11,2 |
| Standort 3 | 89,43 | 69,6 | 93,78 | 9,3 |
| Standort 4 | 87,63 | 69,1 | 91,71 | 9,2 |
Kurz gelesen: