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Blicke in die Zukunft: Technische Fortschritte im Pflanzenschutz Die ersten Feldtage in 2026 in Baden-Württemberg

Im Mai veranstaltete das Projektteam in Baden-Württemberg zwei Feldtage auf Demonstrationsbetrieben. So konnten sich am 04. Mai die Besuchenden zu verschiedensten Verfahren informieren, mit denen der Aufwand an Pflanzenschutzmitteln durch präzisere Applikation bzw. durch Robotik vermindert werden kann.

Interessierte Teilnehmer bei der Spot-Applikation mit einer herkömmlichen Pflanzenschutzspritze; 04.05.2026
Niklas Conzelmann (LTZ)

07.07.2026 Niklas Conzelmann (LTZ), Tobias Eichhorn (LTZ)       In die Saison 2026 startete das MuD-Projekt in Baden-Württemberg mit jeweils zwei mitgestalteten Feldtagen. Hauptthema des ersten Feldtages war die „Spot-Applikation“ von Pflanzenschutzmitteln, welche auf dem MuD-Betrieb Mampel vorgeführt wurde. Weitere Kooperationspartner des Feldtages waren das Südzucker Versuchsgut Kirschgartshausen, welches sich mit alternativer Unkrautregulierung in Zuckerrüben beschäftigt. Am Feldtag nahmen auch Firmen wie SAM Dimension und Eco-Robotix teil. Die Firmen stellten dabei ihre Konzepte vor, die eine teilflächenspezifische Pflanzenschutzmittelapplikation mit jeweils verschiedenen Ansätzen ermöglichen. So verfolgt beispielsweise SAM Dimension den Ansatz des sogenannten Offline-Verfahrens (oder auch absetziges Verfahren genannt).

 Beim absetzigen Verfahren wird das zu behandelnde Feld mit einer Flugdrohne überflogen und hochauflösende Drohnenbilder durch eine unterflur-montierte Kamera aufgenommen. Die Drohnenbilder werden anschließend durch eine Künstliche Intelligenz verarbeitet. Es entsteht eine kleinräumige Applikationskarte mit den Standorten (Nestern) der jeweiligen Unkräuter, welche von der betriebsüblichen Feldspritze (mit passender Software) und Einzeldüsen- oder Teilbreitenabschaltung verarbeitet werden kann. Als ein bereits etabliertes Verfahren ist hierbei die Bekämpfung von Disteln in Zuckerrüben zu nennen. Es können deutliche Einsparungen der Mittelaufwendungen im Vergleich zur flächigen Anwendung erzielt werden. Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden wir auf dem Südzucker-Versuchsgut Kirschgartshausen von Maren Himmel und Dr. Peter Risser empfangen. Die Südzucker führt auf dem Standort mehrjährige Versuche zur alternativen Unkrautregulierung in Zuckerrüben durch. Vorgestellt wurden Geräte wie der ARA „Spotsprayer“, sowie die autonom arbeiteten Hackroboter „Farmdroid“ und „Farming GT, welche bei dem Versuch zum Einsatz kamen.

Blick auf die Fernbedienung der Drohne
Punktgenaue Applikation von Pflanzenschutzmitteln mit dem ARA
Hackroboter Farming GT
Der ARA-Spotsprayer von Ecorobotix; 04.05.2026
Niklas Conzelmann (LTZ)
Witterungsbedingt musste der Feldabend auf dem Betrieb Ziesel kurzfristig in der Halle stattfinden; 11.05.2026
Niklas Conzelmann (LTZ)

Beim ARA „Spotsprayer“ der Firma Ecorobotix handelt es sich um eine Präzisionspflanzenschutzspritze, welche eine Echtzeit-Bilderkennung und kleinräumige Behandlung der aufgelaufenen Unkräuter in einer Überfahrt ermöglicht. Durch den punktgenauen Echtzeit-Einsatz der Einzeldüsenschaltung können kleinstmögliche Applikationsflächen im Raster von 6x6 cm behandelt werden. Einen weiteren Blick in die Zukunft wurde den Teilnehmern auch durch die autonom fahrenden Hackroboter „Farmdroid“ und „Farming GT“ ermöglicht. Da diese Verfahren derzeit jedoch noch wenig Schlagkraft besitzen, und auch hohen Anschaffungskosten unterliegen, beschränkt sich der Einsatz auf Kulturen mit hohem Handarbeitsbedarf oder hoher Wertschöpfung, wie beispielsweiße der Gemüsebau. Eine Woche später fand auf dem Betrieb Ziesel dann ein Feldabend zum Thema Pflanzenschutz und der MuD-Biodiversitätsmaßnahme „Grüne Brücke“ statt. Weitere Informationen dazu sind im ausführlichen Artikel dazu zu finden.