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Kichererbsen aus der Weinbauregion Vielfältige Fruchtfolge auf dem Betrieb Kümmerle GbR in Baden-Württemberg

Der Demonstrationsbetrieb Kümmerle GbR hat die Schwerpunkte Ackerbau, Weinbau und Pensionspferdehaltung. Er liegt in der idyllischen Weinbaugemeinde Schwaigern-Stetten. Im Anbau befindliche Ackerbaukulturen sind Weichweizen, Durum, Winter- und Sommerbraugerste, Mais, Öllein und seit dem Projektbeginn auch Kichererbsen.

Kichererbsenernte im Jahr 2024 neben einem Blühstreifen, 30.08.2024
Betrieb Kümmerle
Betriebsleiter Lothar Daniel Kümmerle

06.03.2026 NIkals Conzelmann (LTZ), Daniel Kümmerle     Der Vollerwerbsbetrieb Kümmerle GbR hat die Schwerpunkte Ackerbau, Weinbau und Pensionspferdehaltung. Er liegt in der idyllischen Weinbaugemeinde Schwaigern-Stetten. Im Anbau befindliche Ackerbaukulturen sind Weichweizen, Durum, Winter- und Sommerbraugerste, Mais, Öllein und seit dem Projektbeginn auch Kichererbsen. Neben dem langjährigen Betriebsleiter Lothar ist auch sein Sohn Daniel im Betrieb aktiv. Der Anbau von Kichererbsen war in der Weinbauregion in den ersten zwei Projektjahren sehr erfolgreich. Die langjährige Jahresmitteltemperatur ab dem Jahr 1996 liegt auf dem Standort bei warmen 10,3 °C und mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 736 mm ist der Standort auch nicht zu nass. Die Idealtemperatur liegt bei etwa 25° C, für eine rasche Keimung sollte die Bodentemperatur über 7° C betragen. Die Niederschlagsmenge während der Vegetationszeit sollte laut Fachliteratur zwischen 150 und 250 mm liegen (siehe https://www.legunet.de/anbau/kichererbse/standortanforderungen), wobei der Standort bei einer angenommenen Vegetationsdauer von Anfang Mai bis Ende August in vielen Jahren darüber liegt (siehe Abbildung). Dennoch konnten Kichererbsen auch in den Anbaujahren 2024 und 2025 mit Niederschlagssummen über 250 mm erfolgreich Mitte August gedroschen werden.

Jährliche Niederschlagssumme (mm) vom 01. Mai bis zum 31. August in den Jahren 2001 bis 2025 - Wetterstatin Stetten a.H.
Niklas Conzelmann (LTZ)

Als Mindestwärmesumme für die Anbaueignung gilt ein Wert von 1745 °C im Zeitraum vom 1. Mai bis zum 30. September, das entspricht etwa den Ansprüchen einer 00-Sorte bei Soja. Durch die üppige Wärmesumme am Standort (in den Jahren 2024 und 2025 jeweils über 2600° C) konnten die Kichererbsen immer rechtzeitig abreifen und noch im August gedroschen werden. Somit konnte eine spätere Ernte mit erhöhtem Risiko von Schimmelbefall vermieden werden. Bei der Standortwahl sollte auch auf das Mikroklima und die Bodeneigenschaften des Schlages geachtet werden. Leichtere, durchlässigere Böden, die sich schnell erwärmen, und Regionen mit häufiger Sommertrockenheit sind für das Wachstum von Kichererbsen günstig. Sie reagiert empfindlich auf ausgedehnte Schlechtwetterperioden im Sommer wie auch auf Staunässe, während sie mit Trockenheit gut zurechtkommt.

Blühende Kichererbsen am 30.06.2024
Niklas Conzelmann (LTZ)

Gesät wurde die Sorte Flamenco um den ersten Mai herum. Wichtig bei der Aussaat ist, dass der Boden ausreichend erwärmt ist, damit sich keine stängelbürtigen Pilzkrankheiten durch ein verlangsamtes Wachstum in der Jugendentwicklung etablieren können. Geimpft wurde das Saatgut vor der Saat mit einem Mittel auf Torfbasis. Während im Jahr 2024 kein Knöllchenwachstum festzustellen war, wurden im Jahr 2025 viele intakte Knöllchen festgestellt. Im Vorauflauf wurde das Herbizid Bandur gelegt. Ansonsten waren keine weiteren Feldarbeiten bis zur Ernte im August notwendig. Gedroschen wurde im Jahr 2024 29 dt/ha und 2025 25 dt/ha der Sorte Flamenco. Im Jahr 2025 wurde zudem ein Streifen der Sorte Castor angelegt, welcher jedoch mit ca. 10 dt/ha auf diesem Standort nicht überzeugen konnte. Vermarktet wurden die Kichererbsen über eine Genossenschaft. Ausführlichere Informationen zum Anbau und der Vermarktung von Kichererbsen sind auf der Website des Projektes LeguNet zu finden.

Neben dem Anbau von Kichererbsen wurden im Rahmen des Projektes auch Maßnahmen im Bereich der Biodiversität etabliert. Neben der Anlage von Blühstreifen mit verschiedenen Blühmischungen wurden auch Versuche mit blühenden Maisuntersaaten durchgeführt. Im Jahr 2024 wurde dazu Weißklee und Rotklee in Reinsaat getestet und flächig mit der Drille ausgebracht. Während der folgenden günstigen Witterung entwickelte sich sowohl der Mais als auch die Untersaat gut. Im Jahr 2025 wurde Erdklee, Weißklee, Luzerne und Spitzwegerich mit der Drille nur zwischen den Maisreihen gesät, um eine Konkurrenz in der Jugendentwicklung des Maises zu verhindern. Aufgrund einer Trockenperiode nach der Saat hat der Bestand keine geschlossene Bodenbedeckung mit der Untersaat erzielt. Sowohl im Jahr 2024 als auch 2025 konnte die Untersaat in unseren Versuchen aufkommende Unkräuter nicht zufriedenstellend unterdrücken. Einen Mehrwert im Vergleich zum herkömmlichen Maisanbau durch eine artenreiche Untersaat ist sowohl für die oberirdische als auch unterirdische Biomasse zu erwarten.

Der aufgelaufene Klee leidet während einer Trockenperiode im Mais, 12.05.2025
Niklas Conzelmann (LTZ)
Die Kleeuntersaat hatte sich 2024 auf diesem Standort gut etabliert, ohne dem Mais zu schaden, 18.06.2024
Niklas Conzelmann (LTZ)