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Bei Herdenschutzhunden handelt es sich um Hunderassen, die speziell zum Schutz von Weidetieren vor Wölfen und Bären gezüchtet wurden. Insbesondere in Osteuropa bewachen sie in sehr abgelegenen (Berg-)Regionen eigenständig die Herden.
Bekannte Rassen sind der türkische Kangal, der französiche Pyrenäenberghund, der kaukasische Owtscharka, der aus Italien stammende Maremmano-Abruzzen-Schäferhund, der ungarische Kuvasz sowie der rumänische Mioritic.
In Deutschland spielen Herdenschutzhunde seit der Wiederansiedlung von Wölfen vermehrt eine Rolle. Ihre Haltung und die Arbeit mit ihnen erfordert jedoch viele Ressourcen.
Nein. Die Betriebswirtschaft, topografische Gegebenheiten oder Touristen erschweren den Einsatz von Herdenschutzhunden.
Der Einsatz von Herdenschutzhunden ist komplex und erfordert viel Erfahrung und langfristige betriebswirtschaftliche Überlegungen. Die Arbeit mit ihnen bildet neben der Weidetierhaltung einen eigenen Produktionszweig.
Herdenschutzhunde können immer nur Teil eines komplexen gesamtbetrieblichen Herdenschutzsystems sein. Bau und Unterhalt wolfsabweisender Zäune lassen sich durch ihren Einsatz nicht ersetzen. Somit ist die Möglichkeit, Weiden einzäunen zu können, eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit mit Herdenschutzhunden.
Herdenschutzhunde wurden gezüchtet, um Wölfe, Luchse und Bären abzuwehren. Sie verhalten sich gegenüber Fremden und anderen Hunden oft mißtrauisch, was schnell falsch interpretiert wird.
Oft bilden der erfolgreiche Abschluss eines Sachkundelehrgangs sowie eine bestandene Eignungsprüfung für Herdenschutzhunde die Voraussetzungen, um entsprechende Fördermittel des jeweiligen Bundeslandes zu erhalten. Diese Prüfungen lohnen sich nicht nur mit Blick auf finanzielle Unterstützung, sondern auch wegen des vermittelten Wissens über Zucht, Ausbildung und Haltung der Tiere.
Die finanziellen Aufwände für Pflege, Futter, Versicherung, Steuern und medizinische Versorgung sind hoch. So kostet die Anschaffung eines Herdenschutzhundes etwa 4.000 Euro und die artgerechte Haltung des Hundes weitere 1.000 Euro pro Jahr. Vor allem Halter von kleineren Viehbeständen können diese finanziellen Belastungen oft kaum leisten.
Auch der zeitliche Aufwand ist nicht zu unterschätzen: Neben den Weidetieren benötigen auch die Herdenschutzhunde eine tägliche Kontrolle. Ebenso muss Arbeitszeit für die Ausbildung der Junghunde sowie die Pflege der Althunde aufgebracht werden.
Herdenschutzhunde arbeiten unbeaufsichtigt in der Herde und entscheiden eigenständig, was eine Gefahr für die Herde darstellt und was nicht. Ihre Schutzfunktion erfüllen sie mit Körpersprache und Lautstärke. Herdenschutzhunde zeigen klar an, dass sie ihre Herde bewachen und beschützen. Sie vertreiben und verbellen alles, was sich der Herde unerlaubt nähert – ob Beutegreifer wie der Wolf, andere Hunde, Wildtiere oder fremde Menschen.
Die Ausbildung eines Herdenschutzhundes beginnt im Welpenalter und dauert rund zwei Jahre. Ein Herdenschutzhund bewacht vor allem sein Territorium, weshalb wichtige Lernvorgänge mit der Gewöhnung an seinen Lebensraum stattfinden sollten. Die Hunde sollen lernen, die Herde, die Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung sowie Rudelmitglieder als Bestandteil ihres Lebensraumes anzunehmen.
Neben der Ausbildung spielt auch die Zucht von Herdenschutzhunden eine wichtige Rolle. In einigen Bundesländern gibt es daher Arbeitsgemeinschaften und Verbände, die die Zuchttauglichkeitsprüfung für Herdenschutzhunde einheitlich regeln. Im Rahmen einer Zuchttauglichkeitsprüfung erfolgt auch eine Prüfung der Gesundheit und des Körperbaus des Hundes.
Bei den folgenden Verbänden (alphabetische Reihenfolge):
Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde e. V.
Viermal im Jahr aktuelle Infos zu Weidetierhaltung, Herdenschutz und Wolf.
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