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Der Einsatz von Zwischenfrüchten in der landwirtschaftlichen Praxis kann bei der Reduktion von Herbiziden und der Verbesserung der Bodenqualität helfen und ist eine wirkungsvolle Maßnahme im Werkzeugkasten des integrierten Pflanzenschutzes.
Welchen Mehrwert haben Zwischenfrüchten für die nachfolgende Kultur? Können sie nur Unkraut unterdrücken oder bieten sie darüber hinaus noch andere Vorteile, die sich positiv auf den Ertrag auswirken können? Diese Fragestellung wurde im Rahmen einer umfangreichen Versuchsreihe auf verschiedenen Standorten untersucht. Weder die Zwischenfrüchte noch der folgende Mais wurden gedüngt, um eindeutige Rückschlüsse auf die Stickstoffverfügbarkeit ziehen zu können.
Die Ergebnisse zeigen, wie durch die gezielte Auswahl von Zwischenfrüchten der Stickstoffhaushalt optimiert werden kann und Ertragssteigerungen zu verzeichnen sind.
Ahlen und Altenberge (2022/23)
Im Versuchsjahr 2022/23 waren im Jugendstadium leichte Unterschiede im Wachstum des Maises zu sehen. So fiel der Mais in den Parzellen, auf denen zuvor winterharte Leguminosen gestanden hatten, etwas kräftiger aus. Allerdings war das in der Jugendphase, entsprechende Effekte haben sich im Laufe der Saison wieder ausgewachsen. Unterschiede in Wachstum und Abreife waren letztlich auf Bodenunterschiede im Versuchsblock zurückzuführen. Auf eine Ernte wurde aus genannten Gründen verzichtet. Die ermittelten Nmin-Werte (Summe aus 0 bis 30 und 30 bis 60 cm) lagen bei der ersten Ziehung im Frühjahr (vor jeglicher Bodenbearbeitung) und bei der abschließenden Beprobung (nach der Ernte des Körnermaises) auf einem Niveau.
Altenberge und Borghorst (2023/24)
Egal ob abfrierend wie Phacelia, winterhart wie Wickroggen, stickstoffsammelnd wie Weißklee oder ganz ohne Zwischenfrucht (Strohkontrolle), im März lag der Nmin-Wert (0 bis 60 cm) in allen Varianten auf einem Niveau von nur 12-22 kg/ha. In der Verteilung zwischen den Schichten (0 bis 30 und 30 bis 60 cm) war die Variation zwischen den Varianten marginal, der gemessene, mineralische Stickstoff war in beiden Schichten in vergleichbaren Mengen vorhanden.
Nach der Bodenbearbeitung und mit ansteigenden Temperaturen stiegen die Werte an und waren zum zweiten Termin, im Juni, sehr unterschiedlich, zumindest zwischen den Varianten. Auf einem ähnlichen Niveau, mit Werten von 60, 50 und 62 kg/ha lagen die Ergebnisse der drei Strohkontrollen. Leicht darüber, mit 65 und 58 kg/ha siedeln sich Phacelia und Öllein an. Wiederum auf einem Niveau liegen Inkarnatklee, Weißklee und Winterwicke, also drei winterharte Leguminosen in Reinsaat. Nahezu gleich waren aber auch die Werte in den Parzellen mit vorherigen Wickroggenzwischenfrucht bzw. der Fertigmischung Topsoil Multicrop. Im Vergleich zu den jeweiligen Strohkontrollen wurden 47-58 kg Nmin/ha mehr gemessen.
Direkt nach der Ernte war der Boden nahezu unabhängig von der vorherigen Zwischenfrucht deutlich stickstoffärmer. Die Nmin-Werte lagen zwischen 12 und 18 kg/ha.
Greven und Nordwalde (2024/25)
Die Nmin-Werte vor der Bearbeitung lagen wie in den Vorjahren auf einem niedrigen Niveau. Besonders gering waren sie unter den winterharten Zwischenfrüchten. Der Mais lief gleichmäßig auf. Das Jugendwachstum war durch die kühlen Bedingungen im Mai verhalten. Wuchsunterschiede infolge der unterschiedlichen Zwischenfruchtvorfrucht waren am Standort Greven zunächst nicht, am Standort Nordwalde allerdings deutlich zu sehen.
Die N-min Beprobung im Juni zeigte dann, wie in den beiden Vorjahren, deutliche Unterschiede. Die höchsten Werte wurden unter Inkarnatklee, Weißklee und der Mischung Multicrop festgestellt. Unter Mais nach Weißklee standen 50 kg/ha mehr Nmin zur Verfügung als Mais nach Strohkontrolle. Diese Unterschiede zeigten sich an beiden Standorten in ähnlicher Weise.
Hier waren nahezu wie im Vorjahr und unabhängig von der vorherigen Zwischenfrucht wieder geringere Nmin-Werte zu verzeichnen. Diese lagen zwischen 8 und 13 kg/ha.
Nachdem im ersten Versuchsjahr (2022/23) keine zwischenfruchtbedingten Wuchsunterschiede im Mais zu erkennen waren, zeichnete sich im folgenden Versuchsjahr an den Standorten Altenberge und Borghorst 2023/24 etwa zum 6. Laubblattstadium des Maises ein unterschiedliches Wachstum in Abhängigkeit von der vorherigen Zwischenfrucht ab. Im Vergleich zu den Strohkontrollen war z.B. der Mais in den Parzellen, auf denen im Herbst zuvor Alexandrinerklee ausgesät worden war, größer und dunkler. Noch besser war der Mais in der Nachbarparzelle, auf der bis in den April hinein Inkarnatklee gewachsen war.
Unterschiedliches Wachstum in der Jugendphase ist in Maisversuchen nichts Ungewöhnliches. Unterfußdüngungsversuche zeigen oft enorme Unterschiede im Juni, die Mitte Juli aber kaum noch zu sehen und im Herbst kaum noch zu wiegen sind. Eine ähnliche Entwicklung haben wir auch in diesen Versuchen erwartet. Doch unter den Bedingungen der Saison 2023/2024 blieben die Wuchsunterschiede bestehen. Im Juli konnten signifikante Wuchslängenunterschiede ermittelt werden. Je höher die gemessenen N-min-Werte, desto dunkler und größer war auch der Mais in diesen Parzellen.
2024/25 lief der Mais ebenfalls gleichmäßig auf. Das Jugendwachstum war durch die kühlen Bedingungen im Mai verhalten. Wuchsunterschiede infolge der unterschiedlichen Zwischenfruchtvorfrucht waren am Standort Greven zunächst nicht, aber am Standort Nordwalde deutlich zu sehen. Ab Mitte Juni waren auch in Greven Unterschiede im Maiswachstum, in Abhängigkeit von der vorherigen Zwischenfrucht festzustellen. Dies zeigte sich an beiden Standorten an der Farbe und an der Länge des Maises.
Ahlen und Altenberge (2022/23)
Im ersten Versuchsjahr wurde der Mais nicht geerntet und die Erntemenge untersucht, da Wuchsunterschiede lediglich auf Bodenunterschiede im Versuchsblock zurückzuführen waren.
Altenberge und Borghorst (2023/24)
Der Mais wurde als Körnermais, mittels eines Parzellendreschers gedroschen. Gewogen und beprobt wurden jeweils die beiden mittleren Reihen einer Parzelle. So konnten Randeffekte zu den Nachbarparzellen ausgeschlossen werden.
Der höchste Mehrertrag von 41 Prozent wurde in den Maisparzellen nach Weißklee gemessen. Die anderen winterharten Leguminosen führten zu Mehrerträgen von 34 bis 37 Prozent. Sommerwicke und Alexandrinerklee lagen immerhin noch bei Werten von 12 beziehungsweise 18 Prozent.
Im zweiten Block sind die Zuwächse geringer. Beachtlich sind aber die Werte für Ölrettich mit 19 Prozent und Phacelia mit 20 Prozent Mehrertrag.
Im dritten Block gibt es unter anderem signifikante Mehrerträge nach Rauhafer und Ölrettich mit 18 Prozent und Wintererbse mit 29 Prozent.
Im vierten Block liegen die Erträge ebenfalls auf einem höheren Niveau. Gut abgeschnitten, mit einem Mehrertrag von 27 bis 28 Prozent, haben hier die Varianten Wickroggen, Inkarnatklee und Phacelia, die Fertigmischung Topsoil Multicrop sowie die Eigenmischung aus Alexandrinerklee, Inkarnatklee und Phacelia. Auch hier sind es die Varianten mit winterharten Leguminosen.
Greven und Nordwalde (2024/25)
Der höchste Mehrertrag von 30 Prozent wurde in diesem Versuchsjahr in den Maisparzellen nach Weißklee und Rotklee gemessen. Die anderen winterharten Leguminosen führten zu Mehrerträgen von 25 bis 28 Prozent. Alexandrinerklee lag immerhin noch bei 15 Prozent Mehrertrag gegenüber der Strohkontrolle.
Im zweiten Block sind die Zuwächse, vergleichbar zum Vorjahr, geringer, auch ist Ölrettich mit 16 Prozent die Zwischenfrucht mit dem höchsten Mehrertrag.
Im dritten Block waren ebenfalls Mehrerträge von 16 Prozent bei Multicrop, 13 Prozent bei Öllein und Weißklee und 11 Prozent bei Öllein, Weißklee und Alexklee zu verzeichnen.
Im vierten Block liegen die Erträge von Phacelia-Mischungen mit Phacelia und Inkarnatklee bei 12 Prozent sowie Phacelia und Alexandrinerklee bei 10 Prozent Mehrertrag.
Die durchgeführten Versuche verdeutlichen, dass der Einsatz von Zwischenfrüchten vor Mais nicht nur der Unkrautunterdrückung dient, sondern auch einen positiven Einfluss auf den Ertrag der Folgekultur haben kann. Besonders hervorzuheben ist, dass winterharte Leguminosen wie Weißklee und Inkarnatklee signifikante Mehrerträge von bis zu 41 Prozent im Vergleich zur Strohkontrolle erzielen konnten. Dieser Ertragszuwachs lässt sich vor allem auf den verbesserten Stickstoffhaushalt und die optimierte Bodengare zurückführen. Auch wenn in einigen Varianten der Mehrertrag geringer ausfiel, zeigen die Versuche insgesamt, dass die Auswahl und Kombination von Zwischenfrüchten eine vielversprechende Maßnahme zur Steigerung der Maiserträge und zur Förderung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken sind.
Der Versuch wird noch ein Jahr (2025/26) auf zwei Standorten weitergeführt. Um den Einfluss des Stickstoffeffektes besser einschätzen zu können, sind bei diesen Versuchen auch Varianten mit Stickstoffdüngung vorgesehen.