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Wolfsmanagement in Frankreich

Andere Länder, anderes Wolfsmanagement. Das BZWW beschreibt das Wolfsmanagement in Frankreich: Herdenschutz, Monitoring, Entschädigung, Entnahme und Ausblick.

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Wie viele Weidetiere gibt es in Frankreich?

Frankreich: Schafe vor einem Lavendelfeld bei Sonnenuntergang
Quelle: ChristiLaLiberte/E+ via Getty Images

Zahlen nur für Weidetiere liegen nicht vor. Daher folgen Gesamtzahlen aus dem Jahr 2024 für Nutztierarten, die typischerweise auf der Weide gehalten werden.

  • 16,5 Millionen Rinder
  • 6,5 Millionen Schafe
  • 1,3 Millionen Ziegen

Quellen:

https://www.insee.fr/fr/statistiques/serie/001752511

https://www.insee.fr/fr/statistiques/serie/001752904

https://www.insee.fr/fr/statistiques/serie/001753037

Wie viel Fläche wird in Frankreich beweidet?

In Frankreich gibt es ca. 11.000 Millionen Hektar Grünland. Zahlen ausschließlich für Weiden liegen nicht vor.

Quelle: https://www.insee.fr/fr/statistiques/7728859?sommaire=7728903

Wie viele Wölfe gibt es in Frankreich?

In Frankreich gibt es 920 bis 1125 Wölfe, im Mittel 1013.

Stand: 31.10.2024

Quelle: https://www.loupfrance.fr/bilan-annuel-du-suivi-de-la-population-de-loups-2024/

Wie viele Risse gibt es in Frankreich?

bestätigte Risse im Jahr 2024: 10.524

bestätigte Übergriffe im Jahr 2024: 3.881

Quelle: https://pna-loup.developpement-durable.gouv.fr/IMG/pdf/250523_bilan_final_2024_v2.pdf

Wie erfolgt in Frankreich das Wolfsmonitoring?

Das Office français de la biodiversité (OFB, französisches Amt für Biodiversität) ist für die Bestandsüberwachung zuständig. Es veröffentlicht regelmäßig die Ergebnisse unter https://pna-loup.developpement-durable.gouv.fr/?lang=fr.

Wie geht Frankreich mit Rissen und Schäden um?

Bei Verdacht auf einen Wolfsübergriff kontaktieren die Landwirtinnen und Landwirte die zuständige Verwaltung (Direction départementale des Territoires, DDT), damit eine Person vom Office français de la biodiversité (OFB, französisches Amt für Biodiversität) direkt auf dem Hof eine Meldung erstellt.

Diese Meldung wird von der DDT analysiert. Eine Entschädigung ist möglich, wenn der Übergriff bestätigt wird und sich ein Wolf als Verursacher nicht ausschließen lässt.

Entschädigungen gibt es:

  • für tote Tiere
  • anteilig für verschwundene Tiere
  • indirekte Verluste in der Herde (durch Stress)
  • materielle Verluste (Zäune)

In bestimmten Fällen müssen die Herden mit Präventionsmaßnahmen geschützt sein, damit eine Entschädigung gezahlt wird. In allen anderen Fällen sind Präventionsmaßnahmen und Entschädigung unabhängig voneinander.

Wie funktioniert der Herdenschutz in Frankreich?

Frankreich: Kühe grasen vor Mont Saint-Michel
Quelle: Frans Sellies/Moment via Getty Images

Die zuständigen Verwaltungen sind die Directions départementales des Territoires (DDT), die für das Umweltministerium und das Landwirtschaftsministerium arbeiten.

Anträge auf Herdenschutz-Förderungen können nur professionelle Nutztierhaltende sowie Schäferinnen und Schäfer stellen.

Es gibt nur Förderungen für Schafe und Ziegen, nicht für Kühe und Pferde.

Die finanzielle Unterstützung hängt davon ab, in welchem Kreis sich die betreffende Gemeinde befindet. Die Zuteilung zu den Kreisen erfolgt je nach Anzahl der Wolfsübergriffe in den vorhergehenden Jahren.

Je nach Kreis gibt es finanzielle Unterstützung für Behirtung, Herdenschutzhunde und Zäune. Auch technische Unterstützung sowie eine „Vulnerabilitätsbewertung“ sind möglich.

Frankreich setzt stark auf finanzierte menschliche Präsenz (Hirtinnen und Hirten) als zentrale Schutzstrategie. Ein großer Teil der öffentlichen Mittel fließt in Personalkosten (Bewachung).

In Frankreich wurden im Jahr 2024 rund 40 Millionen Euro für Herdenschutz ausgegeben. Diese Gelder stammen zu 80 Prozent aus der GAP (ELER). Die restlichen 20 Prozent trägt Frankreich aus dem Staatshaushalt.

Wie sind in Frankreich Entnahmen organisiert?

Im Jahr 2025 gab es 190 Entnahmen.

Quelle: https://www.var.gouv.fr/Actions-de-l-Etat/Agriculture/Loup-et-activites-d-elevage/Bilan-2025-et-point-d-etape-2026

Die Präfektur erteilt den betroffenen Landwirtinnen und Landwirten eine Genehmigung zum Töten von Wölfen in der Nähe ihrer Herden. Sie können den Wolf selbst erlegen, wenn sie einen Jagdschein haben. Wenn nicht, können sie die Jägerschaft damit beauftragen.

Die Präfektur kann auch „lieutenants de louveterie“ einsetzen. Diese Personen sollen effizienter sein und handeln im öffentlichen Interesse.

Ein Gesetz legt die Höchstzahl der Wölfe fest, die jedes Jahr getötet werden dürfen. Für 2026 sind es 227 Wölfe. Die Bestandsschätzung wird von der OFB vorgenommen.

Quelle: https://pna-loup.developpement-durable.gouv.fr/principe-et-reglementation-a27.html?lang=fr

Ein weiterer Rechtsakt legt die Bedingungen für die Genehmigung fest.

Die Herden müssen mit Präventionsmaßnahmen geschützt sein, damit eine Genehmigung erteilt wird. Von dieser Vorgabe gibt es in bestimmten Fällen Ausnahmen. Dann dürfen auch ungeschützte Herden mit einem Verteidigungsabschuss verteidigt werden. Außerdem müssen sich die Herden in einem Gebiet befinden, in dem es Raubtiere gibt.

Es gibt 3 Arten von Genehmigungen:

  • einfacher Verteidigungsabschuss („tir de défense simple“)
  • verstärkter Verteidigungsabschuss („tir de défense renforcée“)
  • Entnahme („tir de prélèvement“) (eher eine offiziell veranstaltete Jagd als ein Verteidigungsabschuss bei den Herden)

Quelle: https://www.legifrance.gouv.fr/loda/id/JORFTEXT000049184760

Die meisten getöteten Wölfe werden im Rahmen des einfachen Verteidigungsabschusses erlegt, einige mit dem verstärkten Verteidigungsabschuss und fast keine im Rahmen einer Entnahme.

Quelle: https://pna-loup.developpement-durable.gouv.fr/IMG/pdf/infoloup42_v3.pdf

Welche biogeografischen Regionen gibt es in Frankreich?

Frankreich: Schafe auf einem Feld vor dem Meer in Calais
Quelle: Hans Geenens/500px Prime via Getty Images

Frankreich hat Anteile an der atlantischen, mediterranen, kontinentalen und alpinen Region.

Quelle: https://nature-art17.eionet.europa.eu/article17/species/report/?period=5&group=Mammals&country=FR&region=

Welchen Erhaltungszustand hat Frankreich gemeldet?

Frankreich hat einen günstigen Erhaltungszustand gemeldet.

Welche Besonderheiten gibt es in Frankreich?

  • Frankreich verwendet 80 Prozent der Herdenschutzausgaben für Behirtung.
  • In Frankreich sind die Verluste im europäischen Vergleich besonders hoch.
  • Frankreich stuft bestimmte Herden als „nicht schützbar“ ein.

Quelle: https://www.igedd.developpement-durable.gouv.fr/parangonnage-sur-la-politique-publique-du-loup-a3812.html?lang=fr

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