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Wolfsmanagement in Österreich

Andere Länder, anderes Wolfsmanagement. Das BZWW beschreibt das Wolfsmanagement in Österreich: Herdenschutz, Monitoring, Entschädigung, Entnahme und Ausblick.

Logo Bundeszentrum Weidetiere und Wolf

Wie viele Weidetiere gibt es in Österreich?

Österreich: Kühe vor der Ladizalm im Karwedelgebirge, Tirol
Quelle: Reinhard Hölzl/imageBROKER via Getty Images

Zahlen nur für Weidetiere liegen nicht vor. Daher folgen Gesamtzahlen aus dem Jahr 2024 für Nutztierarten, die typischerweise auf der Weide gehalten werden.

  • 456.824 Schafe
  • 102.896 Ziegen
  • 1.820.026 Rinder (davon 535.810 Milchkühe und 154.656 Mutterkühe)
  • 80.991 Pferde
  • 43.218 Stück Gehegewild

Quelle: Grüner Bericht

Wie viel Fläche wird in Österreich beweidet?

  • knapp 1,32 Millionen Hektar Dauergrünland (inklusive Feldfutter)
    • davon 53 Prozent als intensiv genutztes Grünland
    • und 47 Prozent extensiv genutztes Grünland inklusive Almfutterflächen und Bergmähder 

Quelle: BML, INVEKOS-Daten in: Grüner Bericht, S. 42

Wie viele Wölfe gibt es in Österreich?

Im Jahr 2025 wurden 121 Wölfe bestätigt.

Quelle: Statusbericht Wolf 2025

Wie viele Risse gibt es in Österreich?

Im Jahr 2025 wurden in Österreich 1.181 Nutztierrisse gezählt, davon:

  • 1.128 Schafe und Ziegen
  • 27 Rinder
  • 2 Stück Gatterwild
  • 1 Alpaka

Quelle: https://baer-wolf-luchs.at/monitoring/risszahlen

Wie erfolgt in Österreich das Wolfsmonitoring?

Jedes Bundesland ist für seine eigene Monitoring-Strategie verantwortlich.

Das Monitoring erfolgt oft mit Unterstützung der Jagdbehörden, da der Wolf in den Jagdgesetzen der meisten Bundesländer als jagdbare Art definiert ist.

Das Österreichzentrum Wolf Bär Luchs (ÖZ) hat koordinierende Aufgaben. In seinem Auftrag erarbeitete eine Arbeitsgruppe „Monitoringstandards für den Wolf in Österreich: Grundlagen und Empfehlungen“.

Das ÖZ übernimmt die Datenanalyse und die Veröffentlichung eines jährlichen Statusberichts und regelmäßig aktualisierter Karten (siehe Verbreitungskarten, Statusbericht).

Wie geht Österreich mit Rissen und Schäden um?

Jedes Bundesland hat sein eigenes Verfahren bei der Rissdokumentation. Das Österreichzentrum Bär, Luchs, Wolf organisiert die Dokumentation und die Schulung der Rissbegutachtenden.

Quelle: https://baer-wolf-luchs.at/hilfe-bei/riss

Die Dokumentation und Beprobung erfolgt durch geschulte Rissbegutachtende: Beamte des Bundeslandes oder beauftragte Fachleute, etwa aus der Jagd oder dem Veterinärwesen. Die Kosten dafür trägt das Bundesland.

Auch die Entschädigung erfolgt je nach Bundesland unterschiedlich. Im Allgemeinen werden Schäden durch große Beutegreifer (Bär, Wolf, Luchs) ausgeglichen. Meist wird nach Marktwert entschädigt, wie mit der Landwirtschaftskammer vereinbart.

Die Rissbegutachtenden müssen dafür bescheinigen, dass die Beteiligung eines Großraubtiers bestätigt oder zumindest sehr wahrscheinlich ist.

Quelle: https://baer-wolf-luchs.at/hilfe-bei/entschadigung

Wie funktioniert der Herdenschutz in Österreich?

Österreich: Bergbauer in den Alpen bringt seine Kühe auf die Weide
Quelle: DieterMeyrl/E+ via Getty Images

Fünf österreichische Bundesländer (Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg) fördern Herdenschutzmaßnahmen, vier weitere bieten keine Förderung an (Burgenland, Kärnten, Steiermark, Wien). Die Förderprogramme und Anforderungen sind je nach Bundesland unterschiedlich.

Quelle: https://baer-wolf-luchs.at/hilfe-bei/pravention-forderung/

Zu den geförderten Herdenschutzmaßnahmen gehören Zäune, GPS-Tracker, Herdenschutzhunde (Anschaffungskosten) sowie erhöhter Betreuungsaufwand.

Für die bundesweite Förderung von Herdenschutzhunden auf Almen ist das Landwirtschaftsministerium verantwortlich (GAP-Förderung).

Quelle: https://www.lko.at/15-tierwohl-behirtung-%C3%B6pul-2023+2400+3587362

Wie sind in Österreich Entnahmen organisiert?

In Österreich regeln die Bundesländer die Entnahme von Wölfen in Landesjagdgesetzen, Entnahmeverordnungen sowie in Schutzgesetze und Schutzverordnungen zum Schutz von Weiden. Ausgeführt werden Entnahmen durch registrierte Jagende.

2025 wurden 22 Wölfe entnommen (12 Risikowölfe, 8 Schadwölfe).

2024 wurden 13 Wölfe entnommen (8 Risikowölfe, 5 Schadwölfe).

Quelle: Statusbericht Wolf 2025.

Welche biogeografischen Regionen gibt es in Österreich?

Österreich: Schafherde in den lechtaler Alpen
Quelle: wingmar/E+ via Getty Images

Der Erhaltungszustand wird für jede biogeografische Region eines Landes gemeldet. Österreich hat Anteile an zwei biogeografischen Regionen:

  • alpine Region: rund 60 % der Landesfläche
  • kontinentale Region: rund 40 % der Landesfläche

(Es handelt sich um grobe Schätzungen, abgeleitet aus EEA-Bioregionen.)

Quelle: https://www.eea.europa.eu/en/analysis/maps-and-charts/biogeographical-regions-in-europe-2

Welchen Erhaltungszustand hat Österreich gemeldet?

Der EuGH stellte im Juli 2024 fest, dass sich die Wolfspopulation in Österreich in keinem günstigen Erhaltungszustand befindet. Aktuelle Informationen aus Österreich liegen nicht vor (Stand: 04/2026).

Quelle: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:62022CJ0601

Welche Besonderheiten beeinflussen das Wolfsmanagement in Österreich?

  • wichtige Rolle der Almwirtschaft; Schafe und Ziegen auf der Alm oft in Freiweide
  • Regelungen in Bezug auf den Wolf ausschließlich in der Zuständigkeit der Bundesländer (kein Bundesjagdgesetz/Bundesnaturschutzgesetz)

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