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Wolfsmanagement in der Schweiz

Andere Länder, anderes Wolfsmanagement. Das BZWW beschreibt das Wolfsmanagement in der Schweiz: Herdenschutz, Monitoring, Entschädigung, Entnahme und Ausblick.

Logo Bundeszentrum Weidetiere und Wolf

Wie viele Weidetiere gibt es in der Schweiz?

Schweiz: Ene Ziegenherde läuft über einen Bergpass ins Tal, Saas-Fee, Valais
Quelle: Guenter Fischer/imageBROKER via Getty Images

Zahlen nur für Weidetiere liegen nicht vor. Daher folgen Gesamtzahlen aus dem Jahr 2024 für Nutztierarten, die typischerweise auf der Weide gehalten werden.

  • 1.533.483 Rinder, davon 674.393 Kühe
  • 374.239 Schafe

  • 86.796 Ziegen

  • 81.312 Pferde

Quelle: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/land-forstwirtschaft/landwirtschaft.assetdetail.35270944.html

Wie viel Fläche wird in der Schweiz beweidet?

Schweiz: Ein Paar wandert an einer Herde Schafe vorbei, Zermatt, Valais
Quelle: Ascent Xmedia/Stone via Getty Images
  • Naturwiesen und Weiden (ohne Sömmerungsweiden): 601.733 Hektar (2024)
  • Sömmerungsflächen: 503.312 Hektar (2022)
  • insgesamt rund 1.105.000 Hektar

Quellen: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/land-forstwirtschaft/landwirtschaft.assetdetail.35270943.html, https://www.agrarbericht.ch/de/produktion/standortangepasste-produktion/grasland-schweiz 

Wie viele Wölfe gibt es in der Schweiz?

Im Monitoringjahr 2024 wurden rund 350 Individuen nachgewiesen.

Im Monitoringjahr 2025/26 gab es 43 Rudel (32 Schweizer Rudel sowie 11 grenzüberschreitende). Die Tendenz ist steigend.

Quelle: https://www.kora.ch/de/arten/wolf/verbreitung

Wie viele Risse gibt es in der Schweiz?

Wie erfolgt in der Schweiz das Wolfsmonitoring?

Die Kantone sind auf ihrem Gebiet verantwortlich für das Wolfsmonitoring. Sie senden die Daten an die KORA, die im Auftrag des Bundesamts für Umwelt das nationale Monitoring koordiniert. Die Kantone nutzen unterschiedliche Methoden für das Monitoring. Das Monitoringjahr läuft vom 1. Februar bis zum 31. Januar des Folgejahres.

Wie geht die Schweiz mit Rissen und Schäden um?

Es werden nur Nutztiere entschädigt, wenn die zumutbaren Schutzmaßnahmen umgesetzt wurden (Art. 10 Jagdverordnung). Je nach Nutztierart gehören dazu Herdenschutzzäune und -hunde sowie weitere Maßnahmen.

Die Kantone können von dieser Regelung abweichen, müssen die Kosten dann aber zu selbst tragen.

Die Entschädigung beträgt rund 300 bis 1.000 Franken je Tier, bei Zuchttieren bis zu 3.700 Franken. Sie richtet sich nach der Einschätztabelle des nationalen Zuchtverbandes.

Quellen: https://www.sszv.ch/,  https://www.sszv.ch/userfiles/file/pdf/Einscha%CC%88tztabelle%202025_d.pdf

Wie funktioniert der Herdenschutz in der Schweiz?

Schweiz: Rinder vor einem Bergsee in den Schweizer Alpen
Quelle: nycshooter/E+ via Getty Images

Die Verantwortung für den Herdenschutz liegt bei den Kantonen.

Antragsberechtigt sind landwirtschaftliche Betriebe sowie Hobbyhaltende.

Der Bund trägt 50 Prozent der Kosten für Präventionsmaßnahmen, die Kantone den Rest.

In der Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdverordnung, JSV) ist festgelegt, woran sich das Bundesamt für Umwelt (BAFU) beteiligt.

Quelle: https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1988/517_517_517/de 

Weitere finanzielle Hilfen bekommen Schweizer Weidetierhalter über die Verordnung über die Direktzahlungen an die Landwirtschaft (Direktzahlungsverordnung, DZV).

Quellen: https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2013/765/de#tit_2/chap_1, https://www.blw.admin.ch/de/direktzahlungen-soemmerung 

Wie sind in der Schweiz Entnahmen organisiert?

Genehmigungsarten:

  • Maßnahmen gegen Einzelwölfe: ohne Zustimmung des Bundesamts für Umwelt (BAFU); jederzeit bei erheblichem Schaden trotz zumutbarer Herdenschutzmaßnahmen oder bei Gefahr für Menschen
  • reaktive Regulierung: nur mit Zustimmung des BAFU; mehrere Wölfe aus einzelnen Rudeln nach Schaden trotz zumutbarer Herdenschutzmaßnahmen; genau definierte Einschränkungen
  • präventive Regulierung: Bestandsmanagement aus bestimmten Gründen, ohne den Bestand zu gefährden

     

Anzahl legaler Entnahmen:

  • 2025: 89 Wölfe (39 aus Teilregulierung, 37 durch Rudelentnahme)
  • 2024: 7 Einzelwölfe, 0 reaktiv, 92 präventiv
  • 2023: 6 Einzelwölfe, 17 reaktiv, 38 präventiv 

Quelle: https://www.kora.ch/de/arten/wolf/verluste#066a145dd6eba4ddc0450534e925a37a

 

Zuständige Stellen:

kantonale Wildhut gemeinsam mit der Jägerschaft

Gesetzlicher Rahmen:

Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugtiere und Vögel (Jagdgesetz, JSG) 

Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdverordnung, JSV) 

Welche biogeografischen Regionen gibt es in der Schweiz?

Die Schweiz gehört größtenteils zur alpinen biogeographischen Region.

Welchen Erhaltungszustand hat die Schweiz gemeldet?

Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und hat daher keine Meldepflicht.

Welche Besonderheiten beeinflussen das Wolfsmanagement in der Schweiz?

  • föderales System mit 26 Kantonen
  • seit 2025 (Revision der Jagdgesetzgebung) kein nationales Herdenschutzprogramm des Bundes mehr
  • großer Anteil an Gebirge und Flächen, die nur im Sommer landwirtschaftlich genutzt werden (Alpen, Sömmerungsbebiete) 

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