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Wolfsmanagement in Deutschland

In Deutschland regelt jedes Bundesland das Wolfsmanagement individuell. Das BZWW beschreibt, welche Aspekte und Grundlagen dabei wichtig sind.

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Wie viel Weidefläche gibt es in Deutschland?

Weiden einschließlich Mähweiden und Almen umfassen eine Fläche von 2.427.500 Hektar.
Stand: 2024, Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) (Code: 41271-0003)

Wie viele Weidetiere gibt es in Deutschland?

Quelle: BLE/BZWW

Zahlen nur für Weidetiere liegen nicht vor. Daher folgen Gesamtzahlen für Nutztierarten, die typischerweise auf der Weide gehalten werden.

  • Rinder: 10.461.286 (davon Milchkühe 3.578.405) (20241)
  • Schafe: 1.510.900 (20241)
  • Pferde und Esel: 486.500 in landwirtschaftlicher Haltung (20231) und ca. 1,2 Mio. in privater Haltung (Hochrechnung, 20192)
  • Ziegen: 162.600 (20231
  • landwirtschaftliches Gehegewild: ca. 60.000 (Schätzung3)

Quellen: 1. Statistisches Bundesamt (Destatis) (verschiedene Erhebungen); 2. Pferdesport in Deutschland, 2019; 3. Landwirtschaftliche Wildhaltung Mitte-West e. V.

Wie viele Risse gibt es in Deutschland?

Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 4.300 Nutztierrisse bei 1.109 Übergriffen gezählt:

  • 3.781 Schafe
  • 198 Rinder
  • 161 Stück Gehegewild
  • 137 Ziegen
  • 23 andere

Stand: 2024, Quelle: DBBW 

Wie geht Deutschland mit Rissen und Schäden um?

Der Umgang mit Rissen und Schäden ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Allgemein gilt:

  • Eine amtlich beauftragte Person dokumentiert den Schaden vor Ort.
  • Landesbehörden bewerten die Rissprotokolle (teilweise auch DNA-Proben).
  • Im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) trägt die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) die Informationen aus den einzelnen Bundesländern zusammen und veröffentlicht sie.

Die Bundesländer versuchen, den finanziellen Schaden der Wolfsübergriffe aus Haushaltsmitteln auszugleichen. Der Ausgleich ist allerdings eine Billigkeitsleistung, auf die die Weidetierhaltenden keinen Rechtsanspruch haben.

Als Voraussetzungen für einen Ausgleich müssen bestimmte Bedingungen im Schadensfall und oft auch ein bestimmter Herdenschutz vorliegen. Diese Voraussetzungen sind je nach Bundesland unterschiedlich.

Im Jahr 2024 beliefen sich die Entschädigungen bundesweit auf 780.399,81 Euro für 1.109 Übergriffe.

Quelle: DBBW

Wie viele Wölfe gibt es in Deutschland?

Quelle: BLE/BZWW

Im Monitoringjahr 2024/2025 gab es in Deutschland 276 Wolfsterritorien: 219 Rudel, 43 Paare und 14 Einzeltiere.

Unter der vereinfachten Annahme einer durchschnittlichen Rudelgröße von 7 Individuen (Schätzannahme) entspricht dies folgenden Wolfszahlen:

  • Monitoringjahr 2024/2025: 1.633 Wölfe (grobe Schätzung)
  • Monitoringjahr 2023/2024: 1.613 Wölfe (grobe Schätzung)
  • Monitoringjahr 2022/2023: 1.449 Wölfe (grobe Schätzung)
  • Monitoringjahr 2021/2022: 1.280 Wölfe (grobe Schätzung)

Stand: 12/2025, Quelle: DBBW

Wie sind in Deutschland Entnahmen organisiert?

Die Entnahme von Wölfen ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Zuständige Landesbehörden treffen bislang auf Basis des Artenschutzrechts Einzelfall-Entscheidungen.

Die praktische Durchführung erfolgt länderspezifisch, etwa über beauftragte „Entnahmeteams“ oder über die Einbindung der Jägerschaft vor Ort. 

Da der Schutzstatus des Wolfs herabgestuft wurde, ergeben sich künftig Möglichkeiten für ein Management der Wolfspopulation. Ein solches soll helfen, die Rückkehr des großen Beutegreifers in ein dicht besiedeltes Land wie Deutschland zu steuern und wolfsbedingte Schäden zu verringern. 

Dem dient die nun vorgesehene Änderung des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) und des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) im Jahr 2026. Die Bundesländer haben aber Spielraum bei der praktischen Umsetzung des Wolfsmanagements.

Stand: 2025, Quellen: Regierungserklärung zum Kabinettsbeschluss, https://germany.representation.ec.europa.eu/news/schutzstatus-des-wolfs-eu-kommission-schlagt-angleichung-berner-konvention-vor-2025-03-10_de

Wie funktioniert der Herdenschutz in Deutschland?

Dunkler Herdenschutzhund hinter Elektronetzzaun
Quelle: BLE/B. Breuer

Die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen wird durch die Bundesländer geregelt und durch die Bundesregierung unterstützt.

Es gibt zwei Arten von Förderung: für Investitionen zum Schutz vor Schäden durch den Wolf und für laufende Betriebsausgaben zum Schutz vor Schäden durch den Wolf.

Alle Bundesländer fördern Herdenschutzmaßnahmen für Schafe und Ziegen, manche auch für andere Weidetierarten.

Förderbare Herdenschutzmaßnahmen sind wolfsabweisende Zäune sowie Herdenschutzhunde. Unterstützt werden jeweils Anschaffung und/oder laufende Betriebsausgaben.

Die Voraussetzungen für eine Förderung sind in den Bundesländern unterschiedlich. Weitere Informationen finden Sie auf unseren Seiten zum Wolfsmanagement in den einzelnen Bundesländern.

2024 wurden bundesweit 23.400.903,72 Euro als Präventionsförderung ausgezahlt.

Quelle: Schadens-und Präventionsbericht, DBBW

Wie erfolgt in Deutschland das Wolfsmonitoring?

Das Monitoring (also die Beobachtung der Wolfsbestände) unterliegt wissenschaftlichen Standards. Neben Personen aus Jagd, Forstverwaltung und Wissenschaft tragen auch Ehrenamtliche zum Wolfsmonitoring bei. Die genaue Vorgehensweise ist in den Bundesländern unterschiedlich.

Gesammelt und aufbereitet werden die erhobenen Zahlen von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW).

Welche biogeografischen Regionen gibt es in Deutschland?

Der Erhaltungszustand wird für jede biogeografische Region eines Landes gemeldet. Grob entfallen in Deutschland rund drei Viertel auf die kontinentale Region, knapp ein Viertel auf die atlantische Region und etwa 1% auf die alpine Region.

Quelle: https://www.eea.europa.eu/en/analysis/maps-and-charts/biogeographical-regions-in-europe-2

Welchen Erhaltungszustand hat Deutschland gemeldet?

Deutschland hat 2025 für die Jahre 2019 bis 2024 in der atlantischen und kontinentalen biogeografischen Region einen „günstigen“ Erhaltungszustand für den Wolf gemeldet.

Im Rahmen des EU-Berichtsprozesses erfolgt anschließend eine EU-weite fachliche Plausibilitätsprüfung, Bewertung und Weiterverarbeitung. In der europäischen Datenbank zum Erhaltungszustand sind zum Stand 01/2026 noch keine Daten für den Berichtszeitraum 2019 bis 2024 veröffentlicht.

Quellen: BMUKN, europäische Datenbank zum Erhaltungszustand

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Wie gestalten die deutschen Bundesländer das Wolfsmanagement?


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