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Spanien

Das BZWW beschreibt den Ansatz von Spanien für das Wolfsmanagement. Dazu gehören unter anderem Herdenschutz, Entschädigung und Entnahme.

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Wie viele Weidetiere gibt es in Spanien?

Spanien: Schafherde in einem aragonesischen Dorf
Quelle: orange&chocolate/Moment Open via Getty Images

Für Spanien liegen keine spezifischen Zahlen zu Weidetieren vor. Für Nutztierarten, die typischerweise Weidezugang haben, lauten die Zahlen wie folgt:

  • 13.476.030 Schafe 

  • 6.173.955 Rinder
  • 2.360.952 Ziegen 

Stand: 2024

Quelle: Agrarstatistik des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung 

Wie viele Risse gibt es in Spanien?

Im Jahr 2024 wurden in Spanien 15.634 Nutztierrisse gezählt, davon:

  • 6.134 Schafe
  • 5.768 Rinder 
  • 2.796 Pferde 
  • 936 Ziegen

Wie geht Spanien mit Rissen und Schäden um?

Die Rissbegutachtung erfolgt vor Ort durch behördliche Teams der Autonomen Gemeinschaften.

Es gibt einen nationalen Überblick über die Risse im Rahmen der Wolfsarbeitsgruppe und der Wolfsschutzstrategie. Auf dieser Grundlage werden die Mittel für Schadensersatz und Präventionsmaßnahmen an die Autonomen Gemeinschaften verteilt.

Seit 2022 stellt das Ministerium für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung 9,5 Millionen Euro pro Jahr bereit (2020: ca. 3,1 Millionen Euro).

Die Entschädigung erhalten professionelle Tierhaltende allgemein nach dem Marktwert des geschädigten Tieres, abhängig von Tierart und Eigenschaften des Tieres (Alter, Geschlecht, Zuchttier usw.). Die 17 Autonomen Gemeinschaften Spaniens regeln den finanziellen Schadensaugleich sehr unterschiedlich und unabhängig voneinander.

Die Zahlung des finanziellen Schadensausgleichs ist unabhängig davon, ob ein Herdenschutz vorhanden war.

 

Wie viele Wölfe gibt es in Spanien?

Zwischen 2021 und 2024 wurden 333 Rudel gezählt.

Quelle: Nationale Wolfszählung 2021-2024

Wie sind in Spanien Entnahmen organisiert?

Entnommene Wölfe

In Spanien werden gemäß Artikel 16 der FFH Richtline Ausnahmen genehmigt, bei denen die letale Entnahme ernsthafte Schäden vermeiden soll: 

  • 2021/2022: 4 Ausnahmen mit 4 getöteten Wölfen
  • 2019/2020: 13 Ausnahmen mit ca. 80 getöteten Wölfen

Quelle: https://www.eea.europa.eu/en/analysis/maps-and-charts/derogations-and-exceptions-table-dashboards

 

Vor 2021 war und seit 2025 ist in einigen Autonomen Gemeinschaften die Wolfsjagd unter bestimmten Bedingungen erlaubt.

Praktische Umsetzung der Entnahme

Die Autonomen Gemeinschaften sind für die Genehmigung und Durchführung von Entnahmen verantwortlich. Auch das Management des Wolfs als jagdbare Art fällt gegebenenfalls in ihre Zuständigkeit.

Es gibt keine Standardroutine für Durchführung von letalen Entnahmen. Für die Durchführenden sind keine spezifischen Zertifizierungs- oder Ausbildungsverfahren erforderlich.

Gesetzlicher Rahmen der Entnahme

Es gelten die in nationales Recht umgesetzten Vorgaben aus der Habitat-Richtlinie 92/43/EG mit ihren Ausnahmen.

Wenn der Wolf nicht unter Schutz steht, kommen Jagdgesetze, Jagdvorschriften, regionale Verordnungen und Schutzmaßnahmen zur Anwendung.

Wie funktioniert der Herdenschutz in Spanien?

Spanien: Angus-Freilandrinder auf einem Bio-Bauernhof in Mallorca
Quelle: Klaus Vedfelt/DigitalVision via Getty Images

11 der 17 Autonomen Gemeinschaften fördern Herdenschutz, und zwar für alle alle Nutztierarten, die von Wolfsangriffen betroffen sind. Das sind hauptsächlich Schafe, Rinder, Pferde und Ziegen, seltener Schweine (in semiextensiven Produktionssystemen) und Geflügel. Antragsberechtigt sind professionelle Tierhaltende.

Geförderte Herdenschutzmaßnahmen

  • ortsfeste Nachtpferche zum Schutz von Kälbern
  • mobile Elektrozäune zum Schutz der Nutztiere in der Nacht
  • Herdenschutzhunde (Unterhalt und Anschaffung)
  • andere technische Werkzeuge wie GPS-Halsbänder zur Lokalisierung von Nutztieren, insbesondere für Kühe und Pferde
  • Behirtung durch professionelle Schafhirtinnen und -hirten bzw. Zusammenlegung von Schaf-/ Ziegenherden im Sommer

Umfang der Präventionsförderungen

Seit 2022 zahlt das Ministerium für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung 10,5 Millionen Euro pro Jahr über einen transparenten Verteilungsschlüssel an die Autonomen Gemeinschaften aus. Dazu kommen weitere Mittel der Autonomen Gemeinschaften. Die 17 Autonomen Gemeinschaften Spaniens regeln die Förderung sehr unterschiedlich und unabhängig voneinander.

Außerdem gibt es die Möglichkeit der Ko-Finanzierung durch Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Ein Beispiel dafür ist Schutz der Herden durch professionelle Hirten und Hirtinnen in einigen Regionen.

Wie erfolgt in Spanien das Wolfsmonitoring?

Für das Monitoring und das Management sind die Autonomen Gemeinschaften verantwortlich.

Das Ministerium für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung koordiniert das Monitoring auf Landesebene und führt die Informationen für die Erstellung nationaler Berichte zusammen.

Quelle: https://www.miteco.gob.es/es/biodiversidad/temas/conservacion-de-especies-amenazadas/vertebrados/lobo_espana.html

Welche biogeografischen Regionen gibt es in Spanien?

Spanien: Ein Hirte mit seiner Schafherde, Sierra de Gata, Cáceres, Extremadura
Quelle: Santiago Urquijo/Moment Open via Getty Images

Der Erhaltungszustand wird für jede biogeografische Region eines Landes gemeldet. Spanien hat Anteile an der atlantischen, mediterranen und alpinen Region.

Quelle: https://nature-art17.eionet.europa.eu/article17/species/report/?period=5&group=Mammals&country=ES&region=

Welchen Erhaltungszustand hat Spanien gemeldet?

Für 2013 bis 2018 meldete Spanien einen ungünstig-unzureichenden Erhaltungszustand (U1) in allen 3 biogeografischen Regionen.

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