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Letzte Aktualisierung: 25.08.2026
Pferde sind im Vergleich zu Schafen oder Ziegen deutlich wehrhafter gegenüber Wölfen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Wölfe sie nicht angreifen würden. Aufgrund der Größe und Verteidigungsfähigkeit von Pferden meiden Wölfe bei ausreichend Alternativen ausgewachsene Tiere. Anders verhält es sich jedoch bei Fohlen und kleineren Pferderassen (Ponys).
Weidezäune für Pferde sind in der Regel fest verbaut. Eine Einzäunung muss gemäß den Leitlinien für Pferdehaltungen so gestaltet sein, dass die Tiere nicht zu Schaden kommen. Dabei sind die arttypischen Verhaltensweisen des Pferdes als Fluchttier und die Besonderheiten seines Gesichtsfelds auch bei der wolfsabweisenden Zäunung zu berücksichtigen.
Demnach muss die Einzäunung gut sichtbar und stabil sein. Sie darf nicht aus Stacheldraht oder lediglich einem Knotengitter bestehen. Defekte oder unzureichende Einzäunungen, freiliegende Spiralen bei Torgriffen und Torfedern sowie Stacheldraht und andere Metalldrähte – ausgenommen gut sichtbare Elektrodrähte – können gegen Tierschutzvorschriften verstoßen (siehe Leitlinien). Für einen Elektrozaun in der Pferdehaltung kommen daher nur gut sichtbare (Breitband-)Elektrolitzen, Elektroseile sowie gut sichtbare kunststoffummantelte Elektrodrähte infrage. Bis 60 Zentimeter über dem Boden dürfen/sollten jedoch nur kunststoffummantelte Elektrodrähte verbaut werden, damit sich die Pferde nicht in Zaunleiter einfädeln.
Ein wolfsabweisender Pferdezaun benötigt zusätzliche Litzen im unteren Bereich, damit er den Wölfen keinen Durchschlupf bietet. Der unterste ummantelte Draht wird auf 20 Zentimetern Höhe über dem Boden angebracht und dient somit als Untergrabschutz gegen Wölfe. Weitere ummantelte Litzen folgen im Abstand von 20 bis 60 Zentimetern Höhe über dem Boden. Danach wird – wie bei anderen wolfsabweisenden Zäunen auch – in Abständen von 30 Zentimetern mit Elektrolitzen, -seilen oder -bändern weitergearbeitet.
Die Gesamthöhe der Zäune ergibt sich aus der Größe beziehungsweise dem Stockmaß der Pferde und beträgt mindestens 90 Zentimeter. Laut den Leitlinien für Pferdehaltungen wird die Zaunhöhe über Grund mit ≥ 0,75 x Widerristhöhe berechnet.
Bisher werden teilweise zwei Zäune empfohlen, um das Einfädeln der Pferde in die untersten Litzen zu verhindern. Dieses Vorgehen hat sich in der Praxis schon aufgrund der hohen Investitions- und Unterhaltskosten für die Zäune nicht durchgesetzt. Allein schon die höhere Anzahl Litzen und der Untergrabschutz 20 Zentimeter über dem Boden haben zusätzliche Kosten für das Freihalten der Zäune von Bewuchs zur Folge.
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Empfehlungen für Anforderungen an geeignete wolfsabweisende Herdenschutzzäune
Das Pferd ist von Natur aus ein Pflanzenfresser und an eine Ernährung mit großen Mengen rohfaserreicher Pflanzen angepasst. Anders als Rinder sind Pferde jedoch keine Wiederkäuer. Die faserreichen Bestandteile des Futters werden vor allem im Blind- und Grimmdarm durch Mikroorganismen fermentiert. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren, die dem Pferd als wichtige Energiequelle dienen. Pferde können deshalb auch nährstoffärmere und strukturreiche Grünlandaufwüchse verwerten.
Pferde sind außerdem typische Weidegänger. Ihr Gebiss ermöglicht es ihnen, Gräser und Kräuter vergleichsweise tief und selektiv abzuweiden. Mit ihren Schneidezähnen können sie Pflanzen tief abbeißen und auch sehr kurze Grasbestände nutzen. Sie wählen dabei nicht alle Pflanzen und Pflanzenteile gleichermaßen aus. Schmackhafte und nährstoffreiche Pflanzen werden bevorzugt aufgenommen, während bestimmte Pflanzen weniger stark beweidet werden.
Ein besonderes Merkmal ist die räumliche Aufteilung der Weide. Pferde grasen bevorzugt an bestimmten Stellen und meiden Bereiche, in denen sie Kot absetzen. Dadurch entstehen sogenannte Geilstellen mit höherem Bewuchs neben intensiv beweideten Kurzrasenflächen. Die wiederholte Beweidung bestimmter Bereiche kann die Pflanzenzusammensetzung langfristig verändern und den Anteil bestimmter Kräuter erhöhen.
Das Pferd ist heute vor allem Freizeit-, Sport- und Zuchtpartner des Menschen. Dennoch hat die Pferdehaltung eine große Bedeutung für Grünland. Eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) schätzt, dass in Deutschland etwa 15 bis 20 Prozent des Grünlands für Pferde bewirtschaftet werden. Besonders bedeutsam ist die Pferdehaltung in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Gerade kleinere, verstreut liegende Grünlandflächen können durch Pferdehaltung weiter genutzt werden. Die Studie fand heraus, dass die von Pferden genutzten Flächen im Durchschnitt vergleichsweise extensiv bewirtschaftet werden. Die durchschnittliche Flächenausstattung der untersuchten Betriebe lag bei 5,6 Hektar für Pferde genutztem Grünland je Betrieb. Dadurch kann die Pferdehaltung insbesondere zum Erhalt klein strukturierter Grünlandflächen beitragen (Quelle).
Die Haltung und Nutzung des Pferdes hat sich im Laufe der Geschichte stark verändert. Nach seiner Domestikation in der pontisch-kaspischen Steppe wurde das Pferd zunächst vor allem als Transport-, Reit- und Arbeitstier genutzt und beeinflusste durch seine Schnelligkeit auch die Kriegsführung.
In Deutschland waren Pferde über Jahrhunderte vor allem auf Bauernhöfen verbreitet, wo sie insbesondere als Zugtiere für Pflug, Wagen und landwirtschaftliche Geräte eingesetzt wurden. Mit der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft verdrängten Traktoren und andere Maschinen die Pferde jedoch zunehmend; besonders nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Pferdebestand stark zurück. In der Bundesrepublik gab es 1950 noch mehr als 1,5 Millionen Pferde; etwa 20 Jahre später war der Bestand auf rund 250.000 Tiere gesunken (Quelle).
Heute werden Pferde in Deutschland überwiegend für Freizeitreiten und Pferdesport gehalten. Gleichzeitig hat sich die Pferdehaltung zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt, während Pferde weiterhin zur Landschaftspflege und Grünlandnutzung eingesetzt werden.
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung geht von rund 1,3 Millionen Pferden in Deutschland aus. Eine aktuelle amtliche Gesamtzahl ist allerdings nicht mit Statistiken anderer Weidetiere vergleichbar, da Pferde nicht in der regelmäßigen Viehbestandserhebung des Statistischen Bundesamtes erfasst werden. Nach einer Untersuchung von Wilfried Brade werden sie überwiegend für die Freizeitreiterei und den Pferdesport sowie als Freizeitgefährten und im Hobbybereich genutzt (Quelle).
Interessant ist auch die wirtschaftliche Bedeutung: Die FN schätzt den Umsatz der deutschen Pferdewirtschaft auf etwa 6,7 Milliarden Euro jährlich. Davon entfallen rund 2,6 Milliarden Euro auf die Pferdehaltung und 4,1 Milliarden Euro auf Einzelhandel und Dienstleistungen (Quelle).
Viermal im Jahr aktuelle Infos zu Weidetierhaltung, Herdenschutz und Wolf.
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