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Dieser BZWW-Fachartikel ist in Zusammenarbeit mit dem Fachautor Dr. Manfred Golze entstanden.
Die Begriffe „Gatterwild“ und „Gehegewild“ werden synonym gebraucht.
Bei Gehegewild sind hohe Stabilzäune mit einem Knotengitter der Standard als Schutz vor dem Ausbrechen. Wölfe können diese Zäune allerdings überklettern und sind damit für Gehegewild eine direkte Lebensgefahr. Deshalb benötigt die landwirtschaftliche Wildhaltung einen effektiven Herdenschutz.
Bei Dam- und Sikawild sollten die wolfsabweisenden Herdenschutzzäune einschließlich der Toranlagen 1,80 Meter hoch sein. Sie sind (zum Beispiel mithilfe von Schleusentoren) so zu gestalten, dass weder Tiere entweichen noch Fremdtiere eindringen können. Die vorgegebene Stabilzaunhöhe für Rotwild beträgt 2,00 Meter.
Generell darf von der Zaunanlage keine Verletzungsgefahr ausgehen. Zaunecken dürfen keine Winkel unter 90 Grad aufweisen oder müssen entsprechend ausgezäunt sein. Die Gehegegrenze muss stets für die Tiere optisch wahrnehmbar sein.
Durch das Anbringen von elektrischen Zaunleitern (Draht/Seil/Litze) in einem Mindestabstand von 15 Zentimetern vor dem nicht stromführenden Stabilzaun erzielt man eine zusätzliche wolfsabweisende Wirkung. Der unterste Draht dient als Untergrabschutz und sollte 20 Zentimeter über dem Boden verlaufen. An der Zaunoberkante (Dam-/Sikawild: 1,80 m, Rotwild: 2,00 m) kann ein elektrischer Zaunleiter ein Überklettern verhindern.
Als weitere mechanisch wirkende Barrieren gegen das Untergraben können die Zäune in den Boden eingelassen oder sogenannte Schürzen ausgelegt werden.
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Empfehlungen für Anforderungen an geeignete wolfsabweisende Herdenschutzzäune
Im Bundesgebiet gibt es derzeit schätzungsweise 60.000 Stück Dam- und Rotwild mit Nachzucht bei etwa 6.000 landwirtschaftlichen Wildhaltenden. Die landwirtschaftliche Wildhaltung stellt somit eine Nische dar.
Den größten Anteil an Gehegewild hat Damwild, gefolgt von Rot-, Muffel- und Sika- sowie Schwarzwild. Seit einigen Jahren ist zudem ein steigendes Interesse an der Bisonzucht festzustellen.
Die geringen Ansprüche der landwirtschaftlichen Wildhaltung ermöglichen eine gute Ausnutzung unterschiedlicher betrieblicher und klimatischer Gegebenheiten. Der überwiegende Absatz von Wildfleisch aus der Gehegehaltung erfolgt als Frischfleisch über Direktvermarktung (Quelle).
Wichtigstes Betriebsmittel der landwirtschaftlichen Wildhaltung ist das Grünland, das nahezu das gesamte Futter der Tiere bereitstellt. Daher gilt es, das Gehege als Weidefläche optimal zu nutzen und zu bewirtschaften. Denn die Qualität des Grünlands beeinflusst entscheidend die Fortpflanzung, das Wachstum und die Schlachtleistung der Tiere sowie den Schlachtkörperwert des Wildfleisches.
Die landwirtschaftliche Wildhaltung ist eine Nische, doch sie bietet oftmals einen Einstieg in die (Nebenerwerbs-)Landwirtschaft. Vor allem kleinere Grünlandflächen in Ortsnähe oder Ortsrandlage können so extensiv beweidet werden, stehen in Nutzung und bleiben als Grünland erhalten. Sind die Vermarkungswege von vornherein geklärt und sorgfältig mitgeplant, kann die landwirtschafliche Wildhaltung eine ökonomisch interessante Option sein.
Die im Gehege gehaltenen Wildarten leben im Rudelverband. Daher muss die Grünlandfläche für mindestens ein männliches Tier und vier weibliche Tiere groß genug sein. Darüber hinaus hat jede Gehege-Wildart eigene Standortansprüche an das Grünland.
Damwild, Rotwild und Sikawild unterscheiden sich in ihrer Geweihbildung, Fellfärbung, Körpergröße und Gewicht. Alle männlichen Tiere tragen ein Geweih, das sie jährlich abwerfen und das neu nachwächst. Die weiblichen Tiere bleiben „kahl“, sie tragen kein Geweih. Der Fellwechsel findet bei Damwild, Rotwild und Sikawild zweimal im Jahr statt.
Die größte und schwerste Gehegewildart ist das Rotwild, gefolgt von Dam- und Sikawild. Das schlägt sich in den durchschnittlichen Schlachtgewichten nieder:
Ob Dam-, Rot- oder Sikawild zur vorhandenen Grünlandfläche passt, hängt nicht zuletzt von folgenden Standortfaktoren ab:
Letzte Aktualisierung: 27.08.2026
Viermal im Jahr aktuelle Infos zu Weidetierhaltung, Herdenschutz und Wolf.
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