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Ihr Herdenschutzhund oder Hütehund ist erschöpft, hat keinen Appetit und eine ungewöhnlich warme Nase? Das sind die ersten unspezifischen Symptome der Babesiose (im Volksmund auch Hundemalaria genannt), die von der neu eingewanderten Wiesenzecke übertragen wird. Später findet man häufig Blut im Urin.
Leider sind Herdenschutzhunde und Hütehunde besonders gefährdet. Sie verbringen ihre Tage draußen, laufen durch hohes Gras und ruhen direkt auf der Weide. Diese Lebensweise verschafft den Zecken viele Gelegenheiten, Herdenschutzhunde und Hütehunde zu stechen.
In jedem Fall gilt: Kontaktieren Sie bei entsprechenden Symptomen schnell Ihren Tierarzt oder Ihre Tierärztin! Sprechen Sie direkt an, dass es sich um Babesiose handeln könnte. Die Krankheit ist bei vielen Tierhaltenden und ihren Tierärztinnen und Tierärzten noch unbekannt.
Falls Ihr tierischer Arbeitskollege tatsächlich Babesiose hat, braucht er sofort spezielle Medikamente und manchmal sogar den Tropf. Ohne Therapie sterben erkrankte Hunde meist innerhalb weniger Tage. Und selbst die Behandlung kann nicht jedes Tier retten.
Derzeit breitet sich die Babesiose rasch in Deutschland aus, vor allem in einem breiten Streifen von Südwest nach Nordost (s. Karte). Besonders betroffen sind Ballungszentren. Hier leben viele Hunde, die aus Verbreitungsgebieten eingeführt wurden oder sich dort auf Reisen angesteckt haben.
Meist tritt Babesiose in Frühjahr und Herbst auf, aber auch im Rest des Jahres erkranken Hunde daran. Doch warum gibt es in Deutschland in den letzten Jahren immer mehr Fälle? Dafür gibt es viele Gründe: reisende Hunde, die die Zecke in ihre Heimat zurückbringen, den Klimawandel, aber auch die verbesserte Diagnostik.
Leider ist die Wiesenzecke zudem sehr anpassungsfähig. Selbst Trockenheit und Kälte übersteht sie problemlos. Deshalb breitet sie sich nach der Einschleppung in neue Gebiete häufig sehr schnell aus.
Wie immer gilt: Vorbeugen ist besser als heilen. Das ist bei Herdenschutzhunden, die rund um die Uhr mit Zecken in Kontakt kommen, natürlich leichter gesagt als getan. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:
Am besten fragen Sie direkt bei Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt, welcher Zeckenschutz sich am besten für Ihre Herdenschutz- oder Hütehunde eignet.
Andrea Springer, Alexander Lindau, Julia Probst, Katrin Fachet, Ingo Schäfer, Gerhard Dobler, Ute Mackenstedt, Christina Strube, Germany-wide citizen science study reveals spread of Babesia canis-infected Dermacentor reticulatus ticks by dogs travelling within the country, Current Research in Parasitology & Vector-Borne Diseases, Volume 6, 2024, 100187, ISSN 2667-114X, https://doi.org/10.1016/j.crpvbd.2024.100187.
Springer, A., Strube, C. Citizen Science in der Zeckenforschung — ein Erfolgsmodell. Biospektrum 31, 36–39 (2025). https://doi.org/10.1007/s12268-025-2368-1.
Karte: Springer, A., Strube, C. Citizen Science in der Zeckenforschung — ein Erfolgsmodell. Biospektrum 31, 36–39 (2025). https://doi.org/10.1007/s12268-025-2368-1, modifiziert nach: Drehmann M, Springer A, Lindau A et al. (2020) The spatial distribution of Dermacentor ticks (Ixodidae) in Germany - evidence of a continuing spread of Dermacentor reticulatus. Front Vet Sci 7: 578220.
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