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GetreideProtekt Klimaschutzprojekte für die Landwirtschaft

Im Projekt GetreideProtekt wurden multiresistente Genotypen von Winterweizen und Wintertriticale identifiziert. Außerdem wurde ein Frühwarnsystem für aggressive Rosterkrankungen in Getreide entwickelt.

Durch Züchtung können Sorten entwickelt werden, die resistent gegen Pilzerkrankungen sind.
Bild: Shaiith/Getty Images Plus via Getty Images

Der Klimawandel wird sich langfristig auch auf die Bedeutung und den Verlauf von Pflanzenkrankheiten und Schaderregern auswirken. So ist beispielsweise zu erwarten, dass milde Winter und wärmere Sommer zu einem stärkeren Befall mit Gelbrost und Ährenfusariosen führen, Schwarzrost könnte epidemisch werden. Gleichzeitig wird der Einsatz von Fungiziden zunehmend eingeschränkt.

Daher wird es immer wichtiger, Pflanzen zu züchten die gegen biotischen Stress resistent sind. Schließlich ist der Anbau angepasster Getreidesorten eine umweltschonende und für die landwirtschaftliche Praxis kostensparende Maßnahme, um auf die vom Klimawandel beeinflussten Entwicklungen zu reagieren. Dabei wird die Strategie verfolgt, mehrfach resistente Sorten (multiple disease resistance, MDR) zu entwickeln. Diese Sorten sind nicht nur gegen mehrere Krankheiten resistent, sondern auch gegen möglichst viele Erregerrassen.

Frühwarnsystem und multiresistente Sorten als Schutz vor Pilzerkrankungen

Das Projekt GetreideProtekt hat drei Ziele verfolgt, um Getreidebestände vor dem zunehmenden Auftreten von Pilzerkrankungen zu schützen. Es sollte ein Pathogen-Screening durchgeführt werden, um deutschlandweit ein Frühwarnsystem für aggressive Rostrassen zu etablieren. Außerdem sollten multiresistente Sorten genetisch untersucht werden, um sie anhand dieser Gene selektieren zu können. Um kurzfristig auf einen möglichen Befall reagieren zu können, wurde zudem die Wirksamkeit vorhandener Fungizide gegenüber Weizenschwarzrost getestet.

Für das Frühwarnsystem wurden die Pilzerkrankungen Schwarzrost und neue Rassen von Gelbrost ausgewählt. Als Fangsorten wurden Winterweizen und Wintertriticale verwendet. Die für die Resistenz verantwortlichen Gene konnten in den angebauten Sorten identifiziert werden. Sie waren gut gegen Gelbrost geschützt und es sind keine neuen Rassen des Pilzes aufgetreten. In weiteren Feldversuchen wurden zudem Triticale- und Weizensorten identifiziert, die auch gegenüber Schwarzrost und Ährenfusariosen resistent sind.

Fungizide rechtzeitig einsetzen

Zur Kontrolle des Schwarzrostes wurden unterschiedliche Fungizide eingesetzt. Die Anwendungen unterschieden sich im Entwicklungsstadium der Pflanze und der Wahl des Fungizids. Dabei wurde deutlich, dass die Behandlung möglichst früh und mit einem geeigneten Mittel erfolgen muss. Der beste Zeitpunkt liegt bei ein bis drei Tage vor bzw. nach der Infektion, um Epidemien von Rosterkrankungen zu verhindern.

Somit ermöglicht das im Projekt entwickelte Frühwarnsystem Züchtern rechtzeitig auf neue Rassen der Pilze zu reagieren und ihre Zuchtprogramme durch wirksame Resistenzgene anzupassen. Damit wird die Pflanzenproduktion nachhaltiger und umweltfreundlicher.

GetreideProtekt - Strategien zum Schutz von Getreide vor klimabedingt zunehmenden Pilzkrankheiten

Projektbeteiligte

  • Julius Kühn-Institut Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI) – Institut für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland
  • Universität Hohenheim
  • Strube Research GmbH & Co. KG

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert und ist bereits abgeschlossen, Laufzeit 2018-2022.

Letzte Aktualisierung: 23.08.2023