Was hat die Methan-Debatte mit der Landwirtschaft zu tun? Methan-Dossier Teil 3

Das Ziel des sogenannten Global Methane Pledge ist die Reduktion der Methan-Emissionen bis 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 2020. Damit Deutschland dieses Ziel erreicht, müssen auch die Methan-Emissionen der Landwirtschaft gesenkt werden, denn rund drei Viertel der deutschen Methan-Emissionen stammen aus der Landwirtschaft.

Das Wirtschaftsdüngermanagement ist nach den Verdauungsprozessen von Wiederkäuern die zweitgrößte Methanquelle in der Landwirtschaft.
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Zentrales Ziel der Klimapolitik ist eine Begrenzung der Klimaerwärmung um möglichst nicht mehr als 1,5 Grad Celsius. Selbst bei einer globalen Erwärmung von 1,5 Grad werden viele Regionen eine deutlich stärkere Erwärmung erfahren. Landflächen erwärmen sich nämlich wesentlich stärker als Ozeane. Dieses Ziel lässt sich nur durch eine schnelle Verringerung des anthropogenen Strahlungsantriebs in der Atmosphäre erreichen.

Um in Deutschland die im Global Methane Pledge (GMP) genannten Reduktionsziele – 30 Prozent weniger Methanemissionen in 2030 im Vergleich zu 2020 – für Methan zu erreichen, müssen auch die Emissionen in der Landwirtschaft deutlich gesenkt werden. Immerhin hatte die Landwirtschaft 2021 nach Zahlen des Umweltbundesamtes einen Anteil von rund 77 Prozent an den deutschen Methan-Emissionen (inklusive der mobilen und stationären Verbrennung von Brennstoffen in der Landwirtschaft). Die Landwirtschaft kann daher einen wichtigen Beitrag zu der mit dem GMP angestrebten Begrenzung der Erderwärmung leisten.

Wiederkäuer sind größte landwirtschaftliche Methan-Quelle

Der größte Anteil an den Methan-Emissionen der Landwirtschaft geht nach Angaben des UBA mit rund 76 Prozent auf die Haltung von Wiederkäuern – genauer auf die Verdauungsprozesse der Tiere – zurück. Für die Beurteilung landwirtschaftlicher Methan-Emissionen sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • „Methan aus der Verdauung von Wiederkäuern stellt einen Zwischenschritt im Kohlenstoff-Kreislauf (CO2 in der Luft – organisch gebundener Kohlenstoff in Pflanzen – Methan in der Luft – CO2 in der Luft) dar. Dem emittierten Methan steht nach dem Zerfall zu CO2 und der anschließenden Bindung in Pflanzen am Ende zwar eine CO2-Senke gegenüber, jedoch zeitlich versetzt und mit dem im Vergleich zu CO2 viel stärkeren Erwärmungseffekt von Methan.“ (UBA-Position: Unterschätztes Treibhausgas Methan – Quellen, Wirkungen, Minderungsoptionen. 2022. S. 25)
  • Wiederkäuer haben auch (indirekte) positive Wirkungen auf das Klima, sofern sie zur Erhaltung des Grünlandes als Kohlenstoffspeicher beitragen. Extensives Grünland kann sogar als Methansenke wirken.
  • Der bei der Haltung von Wiederkäuern anfallende Wirtschaftsdünger hat eine besondere Funktion beim Aufbau und bei der Stabilisierung des Humusgehaltes im Boden. Mit dem Humus wird Kohlenstoff im Boden gebunden.
  • Wiederkäuer erschließen mit der Nutzung von Grünlandaufwuchs Nahrungsressourcen, die nur auf dem Umweg über ihre Mägen für den Menschen verfügbar sind

Verminderung der Methan-Emissionen ist dringend erforderlich

Für die nächsten Jahre ist der Weg international vorgezeichnet: Die weitere Zunahme der anthropogenen Methan-Emissionen muss auf jeden Fall beendet und darüber hinaus eine dauerhafte Abnahme sichergestellt werden.

In Deutschland gingen die Methan-Emissionen zwischen 1990 und 2022 um fast 66 Prozent zurück. Vor allem aufgrund der sinkenden Kohleförderung sowie erfolgreicher Maßnahmen zur Emissionsminderung bei der Abfallablagerung.

Die Methan-Emissionen der Landwirtschaft nahmen im genannten Zeitraum ebenfalls ab, jedoch in deutlich geringerem Umfang als in anderen Sektoren. Um das GMP-Ziel bis 2030 zu erreichen, muss die jährliche Reduktion noch deutlich steigen.

Letzte Aktualisierung 15.08.2023

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