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Herdenschutz

Herdenschutz soll Schäden durch Wölfe in Nutztierherden minimieren. Eine Pauschallösung gibt es nicht – Herdenschutz muss individuell und anpassbar gedacht werden. Das BZWW gibt einen Überblick.

Logo Bundeszentrum Weidetiere und Wolf

Herdenschutz – was ist das?

Beim Herdenschutz geht es darum, Nutztiere vor Schäden durch Beutegreifer zu schützen. In Deutschland handelt es sich bei den Nutztieren um Weidetiere wie Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde, Neuweltkameliden oder Gatterwild.

Der Beutegreifer, der für sie am gefährlichsten ist, ist der Wolf. Der Wolf hat sich in ganz Deutschland ausgebreitet. Weidetiere sind daher bundesweit gefährdet, von Wölfen gerissen zu werden.

Herdenschutzmaßnahmen sollen die Beutegreifer davon abhalten. Allerdings sind Wölfe intelligent und lernen schnell hinzu: Selbst mit Herdenschutz in Form von Zäunen, Hunden und Behirtung lassen sich Wolfsübergriffe nicht ganz vermeiden. Deshalb werden sogenannte Problemwölfe unter bestimmten Voraussetzungen entnommen.

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Warum ist Herdenschutz so schwierig und so wichtig?

Sind Weidetiere nicht wolfsabweisend geschützt, lernen Wölfe schnell, sie zu erbeuten. Hatten sie Erfolg, bestärkt sie das darin, immer wieder Weidetiere zu reißen.

Ein praxistauglicher und flächendeckender Herdenschutz mindert die Gefahr, dass Wölfe in Herden eindringen. Weidetierhaltende, die Herdenschutz betreiben, schützen dabei nicht nur ihre eigenen Tiere – sondern indirekt auch die Herden benachbarter Betriebe.

Allerdings ist Herdenschutz aufwändig und teuer: Herdenschutzzäune müssen gekauft, aufgestellt, versetzt und von Bewuchs freigehalten werden. Bei Herdenschutzhunden fallen Anschaffung, Ausbildung, Integration in den Betrieb sowie Unterhalt besonders ins Gewicht.

Gleichzeitig gilt: Einen absoluten Schutz vor Wolfsübergriffen gibt es nicht. Wenn Wölfe Herdenschutzmaßnahmen überwinden, werden sie unter bestimmten Voraussetzungen gezielt entnommen.

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Herdenschutz ist …

… individuell

  • je nach Betriebsgröße (Flächen, Tiere und Mitarbeitende)
  • je nach Art der gehaltenen Weidetiere
  • je nach Region und Standort (Gelände, Klima)
  • je nach lokaler Wolfspopulation

… komplex

  • weil oft ein Zusammenspiel von Herdenschutzmaßnahmen notwendig ist
  • weil betriebsindivuelle Ansätze viel Wissen erfordern
  • weil alle Beteiligten gut zusammenarbeiten müssen

… aufwendig

  • weil Investitionen nötig sind 
  • weil zusätzliche Arbeitszeit erforderlich ist
  • weil sich die betriebliche Organisation umstellen muss
  • weil ein hohes Maß an Anpassungsvermögen gefordert ist

… dynamisch

  • weil die Wirksamkeit laufend geprüft und angepasst werden muss
  • weil sich Wolfsbestand und Rudelstrukturen ändern können

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Welche Arten von Herdenschutz gibt es?

Herdenschutzzäune

Kein Zaun bietet absoluten Schutz. Dennoch kann ein Herdenschutzzaun eine wirksame Barriere bilden und die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Wölfe Weidetiere reißen. Das BZWW beschreibt, wie wolfsabweisende Zäune funktionieren.

Elektrischer Herdenschutzzaun

Herdenschutzhunde

Herdenschutzhunde verstärken die wolfsabweisende Wirkung von Herdenschutzzäunen. Doch die Arbeit mit Herdenschutzhunden ist komplex. Das BZWW erklärt, worauf beim Herdenschutz mit Hunden zu achten ist.

Dunkler Herdenschutzhund hinter Elektronetzzaun
Entnahme von Wölfen

Wenn Wölfe Schäden verursachen, können die geschützten Wildtiere unter bestimmten Bedingungen entnommen werden. Das BZWW beschreibt die Voraussetzungen und den Ablauf von Entnahmen.

Wolfsrudel

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Warum ist eine Herdenschutzberatung unverzichtbar?

Weil Sie so eine optimale Lösung für Ihren Betrieb finden können – egal ob Sie erst mit Herdenschutz beginnen oder Ihren Herdenschutz verbessern wollen.

In einer individuellen Herdenschutzberatung erfahren Sie, welche Maßnahmen für Ihren Betrieb geeignet sind und was gefördert wird.

Wir haben die Kontakte zu den Herdenschutzberatungen in allen Bundesländern für Sie zusammengestellt.

 

Kontakt zu Herdenschutzberatungen

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BZWW-Infoletter

Viermal im Jahr aktuelle Infos zu Weidetierhaltung, Herdenschutz und Wolf.

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