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„Das ist im weitesten Sinne ein sehr gutes Netzwerk-Treffen“ und „das Tolle und Besondere ist, dass sich die Beratungskräfte aus ganz Deutschland treffen“, das sind zwei der vielen positiven Rückmeldungen zur BZL-Beratertagung 2025. Nach der Begrüßung auf dem Eichhof und der Vorstellung des Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen durch Anna Mawick und Lisa Fröhlich, wurden einzelne Projekte aus den Abteilungen Beratung und Fachinformation vorgestellt. So werden beispielsweise Langschwanzferkel aufgezogen, was viel Erfahrung benötigt und auf den Feldern wird erprobt, wie Drohnen für die Aussaat von Zwischenfrüchten eingesetzt werden können.
Der erste Tagungstag hat sich zunächst dem Thema Agri-Photovoltaik-Anlagen gewidmet: Von vertikalen PV-Systemen bis hin zu Anlagen mit einer Höhe von über vier Metern wurden verschiedene Typen vorgestellt. Es wurde deutlich, dass die Agri-PV ein Baustein ist, um Landnutzungskonflikte zu verringern. Ein weiterer Vortrag griff das Thema des Wassermanagements unter den Agri-PV-Anlagen auf mit dem Hinweis, dass unter den Modulen bis zu 60 Prozent weniger Verdunstung stattfindet. Dies ist ein großer Vorteil für trockene Standorte, dieser kann bei feuchten Gegebenheiten allerdings ins Gegenteil umschlagen. Denn dann stauen sich Nässe und Feuchtigkeit, was wiederum zu Ernteausfällen führen kann.
Auch die Kombination von Agri-PV und Tierhaltung am Beispiel von Legehennen wurde gezeigt. Im vorgestellten Projekt wurden unter anderem die Einflüsse auf Bodenfeuchtigkeit, Tierverhalten und Nährstoffausträge unter den Modulen erfasst, teilweise mittels künstlicher Intelligenz. Es ist geplant, dass ausführliche Ergebnisse nächstes Jahr in einem Praxisleitfaden für Legehennen haltende Betriebe veröffentlicht werden.
Am Nachmittag stand das Thema Tools für eine nachhaltige Landwirtschaft am Beispiel des GeoBox-Viewers und Nachhaltigkeitschecks Landwirtschaft (NaLa) im Fokus. In einem angeregten Austausch wurde erörtert, wie wichtig der Zugang zu vertrauensvollen, barrierefreien Daten in der Landwirtschaft ist und wie schwer es gleichzeitig ist, diese in der Praxis einzusetzen. Ein Grund sei, dass es bisher keine bundeseinheitlichen Daten gebe. Hinzu komme, dass als Grundvoraussetzung, eine flächendeckende, stabile Internetverbindung benötigt werde.
Die angeregten Diskussionen wurden auch beim Abendessen und Get-together mit einem Weihnachtsmarkt aus regionalen Spezialitäten der Teilnehmenden fortgesetzt.
„Humus erfolgreich aufbauen!?“ – so lautete das Thema des zweiten Tages der BZL-Beratertagung 2025. Dr. Richard Beisecker gab zunächst Einblicke in seine Erfahrungen aus der Gewässerschutzberatung und beleuchtete dabei insbesondere den Zusammenhang von Herbst-Nmin-Gehalt, Stickstoffbilanz und Humushaushalt. Das Fazit seines Vortrags: Das Management nach Ernte der Hauptkultur ist entscheidend für gesunde Böden und, um Nitratauswaschungen zu reduzieren bzw. zu verhindern.
Anschließend stellten Antonia Beck und Nils Zahn die Weidestrategie Mob-Grazing als innovative Option für trockengefährdete Ackerbauregionen vor. Dabei handelt es sich um eine Weidestrategie, bei der Kühe in hoher Besatzdichte für eine kurze Zeit auf kleinen Flächen grasen. Durch die intensive, aber kurze Beweidung sowie die anschließende recht lange Ruhephase von 60 Tagen wird ein Pflanzenaufwuchs mit bis zu 1,50 Metern Höhe erreicht. Durch den Tritt der Tiere bilden die Weidereste eine dichte und mächtige Mulchschicht. Diese sorgt dafür, dass die Bodenfeuchtigkeit erhöht, die Bodenstruktur verbessert und die Humusbildung gesteigert wird. Ebenso ist auf diesen Weiden das Bodenleben aktiver.
Des Weiteren bereicherte eine Diskussionsrunde den Tagungsablauf: Zu Beisecker und Zahn gesellten sich die beiden Landwirte Thomas Eschenbach und Dr. Hendrik Habermann sowie Hubert Kivelitz von der Landwirtschaftskammer NRW.
In dem fünfköpfigen Austausch berichteten die Teilnehmenden unter anderem von ihren persönlichen Aha-Momenten im Humusaufbau und diskutierten praxisnahe Erfolgsfaktoren, wie beispielsweise die Vielfalt im Zwischenfruchtanbau, die Vermeidung von Bodenverdichtung oder auch die Förderung von Mikroben.
Als gemeinsames Fazit konnte festgehalten werden:
Ebenfalls waren sich alle einig, dass es für den Humusaufbau kein Rezept gibt und es sehr betriebs- und standortspezifisch ist.
Die diesjährige BZL-Beratertagung endete mit zwei fachlichen Exkursionen. Auf dem Gelände des Landwirtschaftszentrum Eichhof des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) lernten die Teilnehmenden moderne Schweineställe kennen, in denen die Ausscheidungen der Tiere durch technische Trennungssysteme sauber separiert werden. Dadurch lassen sich Ammoniak- und Geruchsemissionen reduzieren und das Stallklima verbessern.
Bei der Besichtigung der Agroforstanlage erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in die Kombination von Bäumen und landwirtschaftlichen Kulturen auf einer Fläche. Vor Ort wurde erläutert, wie dieses System Biodiversität fördert, positiv auf das Mikroklima wirkt, den Boden vor Erosion schützt sowie Schatten und Windschutz spendet.
Wir danken allen Referierenden und Teilnehmenden für den angeregten Austausch und die erfolgreiche Tagung.
Letzte Aktualisierung 10.12.2025