Hier beginnt der Hauptinhalt dieser Seite

Schutzhandschuhe Kapitel 6.4

Handschuhe gehören zu den zentralen Elementen der persönlichen Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln. Sie schützen die Haut der Hände und Unterarme vor direktem Kontakt mit Konzentraten, der Spritzbrühe, kontaminierten Oberflächen und Rückständen an Pflanzen, Geräten oder Verpackungen. Aufgrund der hohen Resorptionsfähigkeit der Haut an den Händen und der oft intensiven Exposition dieser Körperteile ist die Auswahl geeigneter Handschuhe sehr wichtig für den Anwenderschutz.

Vor jedem Einsatz müssen Handschuhe auf Beschädigungen wie Risse, Löcher, poröse Stellen oder aufgeweichte Bereiche geprüft werden. Selbst kleine Schäden reduzieren den Schutz erheblich. Die Schutzhandschuhe sollten spätestens dann ausgetauscht werden, wenn die vom Hersteller angegebene maximale Nutzungsdauer erreicht ist oder optische oder haptische Veränderungen auftreten.

Für den Pflanzenschutz sind in erster Linie ISO 18889 („Protective gloves for pesticide operators and re-entry workers – Performance requirements“) sowie EN ISO 374-1 („Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen – Teil 1“) maßgeblich.

ISO 18889 definiert drei Schutzstufen:

  • G2: Hoher Permeationswiderstand gegen konzentrierte und verdünnte Pflanzenschutzmittel, die auf mechanische Belastbarkeit nach EN 388 geprüft ist. Die Handschuhe sollten eine Mindestlänge von 290 Millimetern haben und für Arbeiten mit direktem Kontakt zu hochkonzentrierten Präparaten geeignet sein.
  • G1: Für den Umgang mit verdünnten Pflanzenschutzmitteln oder kontaminierten Oberflächen geeignet. Sie haben einen geringeren Permeationsschutz und sind nicht auf mechanische Risiken geprüft worden.
  • GR: Teilbeschichtete Handschuhe für Nachfolgearbeiten in behandelten Kulturen mit angetrockneten Rückständen. Sie bieten hohen Komfort, jedoch keinen vollflächigen Chemikalienschutz.

EN ISO 374-1 legt chemische Beständigkeit fest, wobei im Pflanzenschutz mindestens Leistungsstufe 3 (Durchbruchzeit größer als 60 Minuten) empfohlen wird.

EN 374-2 prüft die Dichtigkeit gegenüber Luft und Wasser.

EN 388 beschreibt mechanische Schutzeigenschaften (Abrieb-, Schnitt-, Weiterreiß- und Durchstichfestigkeit).

 

Zertifizierte Schutzhandschuhe können mit Piktogrammen versehen sein und dazu zählen:

„Erlenmeyerkolben mit Blatt“ (ISO 18889) für geprüfte Eignung im Pflanzenschutz.

„Erlenmeyerkolben“ für chemische Beständigkeit gemäß EN ISO 374-1.

„Hammer“ für mechanischen Schutz gemäß EN 388.

Materialauswahl

Handschuhe gehören zu den zentralen Elementen der persönlichen Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln. Sie schützen die Haut der Hände und Unterarme vor direktem Kontakt mit Konzentraten, der Spritzbrühe, kontaminierten Oberflächen und Rückständen an Pflanzen, Geräten oder Verpackungen. Aufgrund der hohen Resorptionsfähigkeit der Haut an den Händen und der oft intensiven Exposition dieser Körperteile ist die Auswahl geeigneter Handschuhe sehr wichtig für den Anwenderschutz.

Vor jedem Einsatz müssen Handschuhe auf Beschädigungen wie Risse, Löcher, poröse Stellen oder aufgeweichte Bereiche geprüft werden. Selbst kleine Schäden reduzieren den Schutz erheblich. Die Schutzhandschuhe sollten spätestens dann ausgetauscht werden, wenn die vom Hersteller angegebene maximale Nutzungsdauer erreicht ist oder optische oder haptische Veränderungen auftreten.

Für den Pflanzenschutz sind in erster Linie ISO 18889 („Protective gloves for pesticide operators and re-entry workers – Performance requirements“) sowie EN ISO 374-1 („Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen – Teil 1“) maßgeblich.

ISO 18889 definiert drei Schutzstufen:

Die Auswahl des Handschuhmaterials hängt vom Wirkstoff, den Formulierungseigenschaften und den Einsatzbedingungen ab. Je nach Material bieten sie verschiedene Vorteile:

  • Nitril: Universell einsetzbar, hohe chemische Beständigkeit, gute Reißfestigkeit, beständig gegen viele Pflanzenschutzmittelwirkstoffe.
  • Neopren: Besonders geeignet bei Säuren und Laugen, bleibt flexibel auch bei niedrigen Temperaturen.
  • Butylkautschuk: Sehr guter Schutz gegen viele Lösungsmittel und Gase, ideal bei organischen Lösemitteln, jedoch weniger abriebfest.
  • Mehrschicht-Laminate: Kombination mehrerer Materialien für hohen Schutz gegen breite Stoffgruppen, jedoch eingeschränkte Beweglichkeit.

Herstellerangaben zur Materialverträglichkeit müssen unbedingt berücksichtigt werden, da nicht jeder Handschuh für jedes Pflanzenschutzmittel geeignet ist. Je nach Arbeitsschritt gibt es folgende Empfehlungen:

  • Ansetzen und Befüllen der Spritzbrühe: G2-Handschuhe oder EN 374-1 Typ A, flüssigkeitsdicht, idealerweise mit langer Stulpe (Schutz bis über den Unterarm).

  • Ausbringung im Feld: Mindestens G1 oder EN 374-1 Typ B, sofern laut Etikett gefordert.

  • Reinigung und Wartung von Pflanzenschutzgeräten: G2 oder Typ A, da hier mit hohen Konzentrationen, Spritzern und längeren Kontaktzeiten zu rechnen ist.

  • Nachfolgearbeiten in behandelten Kulturen: GR-Handschuhe oder Typ C, wenn Fingerfertigkeit erforderlich ist (zum Beispiel Ernte, Schnittarbeiten, Kontrollgänge).

Neben der Materialwahl ist die richtige Größe wichtig. Ein optimal sitzender Handschuh erhöht die Trageakzeptanz, ermöglicht präzises Arbeiten und reduziert das Risiko, dass diese während der Arbeit abgelegt werden. Zu enge Handschuhe beeinträchtigen die Durchblutung, zu weite Handschuhe vermindern das Tastgefühl und erhöhen die Gefahr des Hängenbleibens an Maschinen oder Pflanzen.

KI-generiertes Bild. Dienst als Skizze und fachliche Prüfung steht noch aus.