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Im Pflanzenschutz ist der Einsatz von geeigneten, normgeprüften Schutzbrillen oder Gesichtsschutz zwingend erforderlich, um das Risiko von Exposition oder Verletzungen durch Spritzer, Stäube oder Dämpfe zu minimieren.
Die Auswahl des geeigneten Augenschutzes richtet sich nach Art der Tätigkeit, Form des Präparats (flüssig, fest oder gasförmig) und nach der Wahrscheinlichkeit von Exposition. Schutzbrillen nach EN 166 sind der Standard im Pflanzenschutz. Diese Norm legt Anforderungen an Stoßfestigkeit, Sichtscheibenqualität, Beschlagfreiheit und an seitlichen Schutz fest. Für Arbeiten mit Spritzbrühen oder beim Ansetzen von Konzentraten sind vorzugsweise dichtschließende Chemikalienschutzbrillen, sogenannte Korbbrillen, einzusetzen, die einen umlaufenden Augenschutz bieten und das Eindringen von Flüssigkeiten verhindern.
Bei Tätigkeiten mit hohem Spritz- oder Sprühdruck sowie bei Einsatz von handgeführten Geräten ist ein Gesichtsschutz (Visier) nach EN 166 sinnvoll, um zusätzlich zur Augenpartie weitere Hautbereiche im Gesicht zu schützen. Für Tätigkeiten mit feinen Stäuben oder Pulvern empfiehlt sich der Einsatz von Chemikalienschutzbrillen. Diese liegen eng am Gesicht an und können in Kombination mit Atemschutzmasken getragen werden, ohne deren Dichtlinie zu beeinträchtigen.
Die Sichtscheiben der Schutzbrillen können aus unterschiedlichen Materialen gefertigt sein. Polycarbonat bietet eine hohe Stoßfestigkeit und ein gutes Sichtfeld und ist besonders für Anwendungen geeignet, bei denen mechanische Belastungen auftreten. Zusätzlich stehen Spezialbeschichtungen zur Verfügung, wie kratzfeste (HC) oder beschlagfreie (AF) Ausführungen, die für eine bessere Sicht und einen längeren Einsatzkomfort sorgen. Schutzbrillen müssen nach jedem Einsatz mit mildem Reinigungsmittel oder speziellen Brillenreinigungstüchern gereinigt und anschließend trocken gelagert werden. Kratzer oder matte Sichtscheiben beeinträchtigen nicht nur die Sicht, sondern auch die Schutzwirkung und müssen ersetzt werden.
Elastische Kopf- oder Gummibänder sind vor jedem Einsatz auf festen Sitz zu prüfen und bei Materialermüdung zu erneuern. Für Brillenträger gibt es Überbrillen oder individuell angepasste Schutzbrillen mit Korrekturgläsern, die gleichzeitig eine Sehkorrektur und eine Schutzfunktion bieten. Bei Arbeiten mit Atemschutz ist auf eine kompatible Passform zu achten, damit weder Dichtheit noch Sichtfeld eingeschränkt werden.
Augenschutz ist nicht nur bei der Ausbringung selbst vorgeschrieben, sondern auch beim Mischen, Umfüllen, Befüllen und bei Reparaturarbeiten am Pflanzenschutzgerät, sofern die Gefahr von Spritzern oder Aerosolen besteht. In Kombination mit Schutzanzug, Handschuhen und gegebenenfalls Atemschutz wird auf diese Weise ein umfassender Schutz vor chemischer Belastung gewährleistet.