Wir verwenden Cookies, um Ihnen die optimale Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen. Es werden für den Betrieb der Seite nur notwendige Cookies gesetzt. Details in unserer Datenschutzerklärung.
Hier beginnt der Hauptinhalt dieser Seite
Welcher Fußschutz erforderlich ist, hängt vom konkreten Produkt und vom Arbeitsschritt ab. Dieser schützen sowohl vor chemischer Kontamination als auch vor mechanischen Verletzungen, dem Eindringen von Flüssigkeiten und vor Unfällen durch Ausrutschen auf feuchten, schlammigen oder glatten Untergründen.
Die grundlegende Norm ist EN ISO 20345 („Persönliche Schutzausrüstung – Sicherheitsschuhe“). Sie definiert die Mindestanforderungen an Sicherheits- und Schutzschuhe, einschließlich Stoßfestigkeit, Durchtrittsicherheit, Rutschhemmung und weiteren Sicherheitsmerkmalen. Eine pauschale Mindestklasse wie S2 lässt sich für Pflanzenschutzarbeiten nicht allgemein festlegen. Maßgeblich sind die konkreten Anwendungsbestimmungen und die betriebliche Gefährdungsbeurteilung.
S2-Sicherheitsschuhe verfügen über einen geschlossenen Fersenbereich, sind antistatisch, energieabsorbierend sowie kraftstoffbeständig und bieten einen begrenzten Schutz gegen Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme. Ob Sicherheitsstiefel bestimmter Kategorien erforderlich sind, ergibt sich nicht pauschal aus der Tätigkeit, sondern aus den konkreten Schutzvorgaben und gegebenenfalls zusätzlichen arbeitsschutzrechtlichen Anforderungen. Sicherheitsstiefel der Kategorie S4 bestehen aus wasserdichtem Polymer- oder Gummimaterial, sind antistatisch, verfügen über einen energieabsorbierenden Fersenbereich und eine Zehenschutzkappe, die einer Stoßenergie von 200 Joule standhält. Sicherheitsschuhe der Kategorie S5 entsprechen in Aufbau und Eigenschaften der Kategorie S4, sind jedoch zusätzlich mit einer durchtrittsicheren Zwischensohle aus Stahl oder Kevlar ausgestattet, um vor Verletzungen durch spitze Gegenstände am Boden zu schützen.
Ist festes Schuhwerk oder ein bestimmter Stiefeltyp vorgeschrieben, muss die verwendete Ausrüstung die jeweilige konkrete Anforderung erfüllen. Wenn Gummistiefel-PSA gefordert wird, müssen diese den Anforderungen der Schuhformklasse II (Vollgummischuhe oder Gesamtpolymerschuhe) und Höhe D genügen (Bei Schuhgröße 37 und 38 muss die Schafthöhe zum Beispiel mindestens 260 Millimeter betragen, ab Größe 43 mindestens 290 Millimeter Schafthöhe).
Die Materialzusammensetzung der Schutzschuhe hat jeweils unterschiedliche Vorteile. PVC oder Nitrilkautschuk zeichnen sich durch eine hohe Beständigkeit gegenüber vielen Pflanzenschutzmitteln, Ölen und Fetten aus und eignen sich daher besonders für den Einsatz in anspruchsvollen Arbeitsumgebungen. Polyurethan (PU) ist ein leichtes Material mit guter chemischer Beständigkeit und hervorragender Kälteisolierung, was es ideal für Arbeiten in kühleren Umgebungen macht. Nitril-PVC-Mischungen kombinieren die chemische Resistenz von Nitril mit der Abriebfestigkeit von PVC und bleiben auch bei niedrigen Temperaturen flexibel, wodurch sie vielseitig einsetzbar sind.
Zudem ist ein tiefes, rutschhemmendes Profil für Sicherheitsschuhe im Pflanzenschutz entscheidend, um auch auf nassen, schlammigen oder glatten Untergründen einen sicheren Stand zu gewährleisten. Besonders empfohlen wird die SRC-Klassifizierung, die geprüften Rutschschutz auf zwei unterschiedlichen Oberflächen garantiert: SRA steht für eine Rutschprüfung auf Keramikfliesen mit Reinigungsmittel, während SRB eine Rutschprüfung auf Stahlböden mit Glycerin umfasst.
Darüber hinaus verfügen viele Sicherheitsschuhe über sinnvolle Zusatzfunktionen. Ein Knöchel- und Schaftschutz bietet Vorteile bei Arbeiten in unebenem Gelände. Hitzebeständige Sohlen (HRO) sind geeignet für Tätigkeiten auf heißen Flächen, während eine Kälteisolierung (CI) Wintereinsätze im Freien erleichtert. In manchen Fällen ist zudem eine elektrische Ableitfähigkeit (ESD) erforderlich, um elektrostatische Aufladung zu vermeiden. Nach jedem Einsatz sind Sicherheitsschuhe oder -stiefel mit klarem Wasser abzuspritzen. Bei starker Verschmutzung sollten sie mit mildem Reinigungsmittel gesäubert und anschließend gründlich getrocknet werden, um Feuchtigkeit im Schuhinneren, die Schimmelbildung fördern kann, zu vermeiden. Daher ist eine Trocknung an gut belüfteten Orten oder mit speziellen Schuhtrocknern empfehlenswert.