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Umwelt

Dürre-Update - Gerade noch mal davongekommen?

Dürre-Update - Gerade noch mal davongekommen?

Nach einer kurzen Entspannungsphase durch die Niederschläge der letzten Wochen zeichnet sich inzwischen wieder eine Verschlechterung der Situation bei den Bodenwasservorräten ab.

In den vergangenen Wochen gab es den erhofften Regen. Nur leider war der Regen sehr ungleich verteilt und in vielen Regionen wieder nicht ausreichend. Einige bisher extrem niederschlagsarme Bereiche haben zwar so viel Regen abbekommen, dass für die Feldfrüchte im Oberboden wieder genügend Wasser zur Verfügung steht. Das gilt aber leider nicht überall: In einem breiten, nordöstlich verlaufenden Streifen vom Rheinland (NRW, Norden von Rheinland-Pfalz) bis nach Vorpommern herrscht für die Pflanzenwurzeln im Oberboden weiterhin verbreitet Trockenstress.

Der Regen hat geholfen – aber nur ein wenig

Die Niederschläge der letzten Wochen haben der obersten Bodenschicht wieder pflanzenverfügbares Wasser gebracht. Damit können die Pflanzen Anschluss gewinnen an die tiefer im Boden vorhandene Feuchtigkeit – allerdings nur dort, wo sie nicht schon massiv geschädigt oder ganz vertrocknet waren.

Im Rheinland sowie von der Pfalz bis nach Nordbayern sind die Niederschläge seit Mitte Mai sehr gering ausgefallen, so dass trotz einer kurzen Erholungsphase kaum eine Entspannung festzustellen ist. Das ist auf der Deutschlandkarte der Niederschlagswochensummen vom 18. bis 25. Mai gut zu erkennen (weißer bis blaue Farbbereiche = Niederschlagssummen unter 5 mm) Zum Ende des Monats Mai zeichnet sich bei anhaltender Trockenheit erneut in großen Teilen Deutschlands ein Wassermangel im Oberboden ab, der sich besonders auf leichten Böden schnell nach unten fortsetzen kann.

In den tieferen Bodenschichten ist der Regen nicht angekommen

Die Niederschläge führten nicht zu einer Verbesserung der Situation in den tieferen Bodenschichten. Hierfür waren die Niederschlagsmengen in weiten Teilen Deutschlands zu gering, gleichzeitig ist die Verdunstung und auch der Wasserbedarf der Pflanzen in der momentanen Wachstumsphase sehr hoch. 

In den tieferen Bodenschichten sieht es zwar teilweise besser aus als im letzten Jahr gegen Ende Mai. Trotzdem zeigt eine Auswertung des DWD, dass das aktuell pflanzenverfügbare Wasser für den Gesamtboden (bis in 1,60 Meter Tiefe) mit Bundesland-Mittelwerten meist zwischen 45 und 65 %nFK sehr gering ist. Besonders trocken ist der Boden in Sachsen-Anhalt mit nur 36 %nFK. Das Jahr 2020 zählt bezogen auf diese Bodenwasservorräte bislang bundesweit zu den trockensten Jahren im 10-Jahres-Vergleich: Die diesjährigen Mittelwerte liegen in den meisten Bundesländern um 10 bis 20 %nFK niedriger als im 10-Jahres-Schnitt.

Broschüre: BZL-Broschüre "Agrarmeteorologie"

Broschüre Beschreibung:

Die Broschüre zeigt die Bedeutung des Einflusses von Wetter und Klima auf die Kulturpflanzen und gibt entsprechende Empfehlungen für die Arbeit auf dem Feld. Der Download dieser Veröffentlichung steht kostenlos zur Verfügung.

Besonders auf der Achse Nordhessen–Thüringen–Sachsen-Anhalt–Sachsen sind die tieferen Bodenschichten noch immer genauso trocken wie 2019. Hier ist die Landwirtschaft auch in den nächsten Monaten dringend auf Niederschläge angewiesen. Dies gilt auch für die Bereiche, in denen die Niederschläge der letzten Wochen nicht ausreichten, um den Trockenstress im Oberboden zu beenden.

Auch für die Forstwirtschaft stellen die geringen Wasservorräte im Gesamtboden weiterhin ein ernstes Risiko dar, da ein entstehender Wassermangel im Oberboden nur teilweise durch tieferes Bodenwasser ausgeglichen werden kann und Trockenstress erneut zum Absterben von Waldbäumen sowie verminderter Widerstandsfähigkeit gegen Schaderreger führen dürfte.

Letzte Aktualisierung 29.05.2020

Seiten-Titel: Droht 2020 die nächste Dürre?

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Deutliche Unterschiede bei den Bodenwasservorräten in Deutschland: Entscheidend für die Landwirtschaft ist nun das Wetter im Mai und Juni – die Jahreszeitenvorhersage für den Frühsommer ist jedoch noch unsicher.

Seiten-Titel: Wie das Klima die Landwirtschaft verändert

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Der Klimawandel wird zukünftig nicht nur zu erhöhten Temperaturen führen. Auch die Häufigkeit von Extremwetterereignissen wird steigen – mit zum Teil erheblichen Auswirkungen auf die Landwirtschaft.

Seiten-Titel: Anpassung an den Klimawandel

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