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Tier

Grundlagen der ökologischen Schweinehaltung

Die Schweinehaltung spielte im ökologischen Landbau lange Zeit eine untergeordnete Rolle. In den letzten Jahren sind die Nachfrage und damit auch die Erzeugung von Ökoschweinefleisch aber deutlich gestiegen.

Ferkel an Euter von Sau

Quelle: BLE

Haltung

Viel Tageslicht, natürliche Belüftung und Auslauf gehören zu den Grundvoraussetzungen in der ökologischen Tierhaltung. Die Anbindehaltung ist verboten. Maximal 50 Prozent der Bodenfläche dürfen mit Spaltenboden versehen sein. Eine trockene, eingestreute Liegefläche muss vorhanden sein. Leere und niedertragende Sauen sind in Gruppen zu halten. Abferkelbuchten müssen mindestens 7,5 Quadratmeter groß sein. Die Haltung von Ferkeln in Ferkelkäfigen oder Flatdecks sowie das systematische Abkneifen der Zähne und Kupieren der Schwänze sind nicht zulässig.

Nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau ist für Ferkel eine Mindestsäugezeit von 40 Tagen vorgeschrieben. Dies führt im Vergleich zur konventionellen Haltung zu einer höheren Anzahl (35 bis 40 Prozent der produktiven Sauen) notwendiger Abferkelbuchten gegenüber der konventionell üblichen Säugezeit von 21 bis 28 Tagen. Um diese zusätzlichen Kosten zu reduzieren, wird häufig das Gruppensäugeverfahren angewendet. Nach zehn bis 14 Tagen werden mehrere Sauen mit ihren Ferkeln in einer Gruppe zusammengefasst. Die Ferkel erhalten eine nur für sie zugängliche Ferkelbucht.

Fütterung

Das Futter muss aus ökologischer Erzeugung stammen. Ein Zukauf konventioneller, gentechnikfreier Eiweißfutterkomponenten entsprechend der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau ist bis zum 31.12.2017 erlaubt. Diese Komponenten dürfen mit einem Anteil von maximal 5 Prozent beigemischt werden.

Tierzukauf

Seit dem 25. August 2003 müssen ökologische Mastschweine vor der Inverkehrbringung über einen Zeitraum von mindestens 180 Tagen (sechs Monate) ökologisch gehalten und gefüttert werden, so dass in der Praxis nur noch Ferkel von ökologischen Sauenhaltern für die Mast in Frage kommen. Da eine Versorgung mit Ökoferkeln nicht immer vollständig gewährleistet ist, muss sich der Mäster frühzeitig um geeignete Ferkel bemühen bzw. langfristige Lieferbeziehungen aufbauen.

Der Zukauf konventioneller, weiblicher Jungtiere zur Zucht (zum Beispiel Jungsauen, Zuchtläufer) ist erlaubt, sofern die Tiere nach dem Absetzen gemäß den Vorschriften der Verordnung gehalten werden. Der alljährliche Anteil zugekaufter, weiblicher Zuchttiere darf 20 Prozent des Sauenbestandes nicht überschreiten. Bei Rassenumstellung, Bestandsvergrößerung und Bestandserneuerung können nach Genehmigung der Kontrollstelle die Prozentsätze bis auf 40 Prozent angehoben werden. Ein Zukauf konventioneller Zuchteber ist erlaubt, da bei Zuchtschweinen das Angebot an ökologisch erzeugten Tieren noch gering ist.

Tiergesundheit

Ein präventiver Einsatz chemisch-synthetischer (allopathischer) Arzneimittel (zum Beispiel Antibiotika) ist nicht erlaubt. Fütterungsantibiotika sowie Leistungs- und Wachstumsförderer dürfen nicht eingesetzt werden.Der Einsatz von Antiparasitika und von Impfstoffen ist erlaubt.

Die Reinigung und Desinfektion ist nur mit den laut EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau zugelassenen Mitteln erlaubt.