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Tier

Sorgen vor den Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest

Deutsche Landwirte fürchten große finanzielle Einbußen, wenn die Afrikanische Schweinepest (ASP) sich weiter ausbreitet, nach Deutschland gelangt und hiesige Schweinebestände befällt.

Wildschweine auf der Weide

Quelle: zolastro - stock.adobe.com

Bisher ist die Seuche in Deutschland noch nie aufgetreten. Eine Einschleppung der ASP nach Deutschland würde neben den Auswirkungen für die Tiere auch schwere wirtschaftliche Folgen mit sich bringen. Kritisch wäre eine Einschleppung in die Wildschweinepopulation, da hier die Möglichkeiten einer Seuchenbekämpfung begrenzt sind. Wildschweine gelten als einer der Hauptüberträger der Afrikanischen Schweinepest.

Im Baltikum und Osteuropa tritt die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen mittlerweile endemisch und in hohen Fallzahlen auf. Daher besteht ein hohes Risiko einer Einschleppung in die deutsche Wildschweinpopulation, die – angesichts der hohen Wildschweindichte in Deutschland - dem Virus ein großes Reservoir zur Ausbreitung und Etablierung bieten würde.

Das Friedrich-Loeffler-Institut hält daher eine Reduzierung der Population vor Einschleppung der Seuche für wünschenswert, weist aber auch darauf hin, dass dies im Ausbruchsfall als alleinige Bekämpfungsmaßnahme nicht ausreichend ist.

Bislang (Stand: 30. Januar 2018) gab es im Jahr 2018 in Osteuropa und im Baltikum 759 gemeldete Fälle, wovon in 13 Fällen Hausschweine (in Polen, der Ukraine und Rumänien) sowie in 746 Fällen Wildschweine (vor allem in Litauen, Polen und Lettland) betroffen waren.

Konsequenzen für deutsche Schweinehalter und das Exportgeschäft

Die Konsequenzen für die deutschen Schweinehalter bei einer Einschleppung wären verheerend. Ein einziges krankes Schwein macht das "Keulen" ganzer Bestände notwendig. Sind Tierhalter mit großen Beständen betroffen, kann das zum Tode von tausenden Schweinen führen. Mastbetriebe in den neuen Bundesländern halten im Schnitt 1.500 Mastschweine, in den alten Bundesländer sind es 522. Allein in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden rund 16 Millionen Schweine gehalten.

In einem solchen Fall wäre mit einem Preisverfall auf dem heimischen Markt und einem Einbruch des Exportgeschäfts zu rechnen. Im Jahr 2016 betrug der Wert der Ausfuhren an Schweinefleisch mehr als 6,2 Milliarden Euro.

Hintergrundinformationen zur Afrikanischen Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. Sie ist hochgradig ansteckend, einen Impfstoff gibt es nicht. Die Krankheit verläuft immer tödlich.

Da die Viren nicht über die Luft verbreitet werden, ist eine direkte Übertragung auf Hausschweine in Stallhaltung unmöglich. Auch bei der in der Bioschweinehaltung vorgeschrieben Auslaufhaltung, besteht kein größeres Infektionsrisiko, wenn der Außenbereich nach den Vorgaben der Schweinehaltungshygieneverordnung eingezäunt ist.

Die Übertragung erfolgt in unseren Breiten durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen sowie andere indirekte Übertragungswege wie zum Beispiel Fahrzeuge, kontaminierte (Jagd)ausrüstungsgegenstände, landwirtschaftlich genutzte Geräte und Maschinen oder Kleidung. Für Menschen ist die Seuche ungefährlich, sie sind jedoch als Überträger ein Risikofaktor.