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Tier

Blauzungenkrankheit breitet sich aus

Kopf eines Rindes

Seit Dezember 2018 sind in mehreren Bundesländern Fälle der Blauzungenkrankheit des Serotyps 8 (BTV-8) aufgetreten. Damit ist die Krankheit erstmals seit neun Jahren wieder in Deutschland präsent. Die Blauzungenkrankheit ist eine von bestimmten Stechmücken (Gnitzen) übertragene, anzeigepflichtige Infektionskrankheit. Erreger ist ein Virus, von dem bisher 29 Serotypen bekannt sind. Befallen werden hauptsächlich Rinder und Schafe, daneben können aber auch Ziegen, Wildwiederkäuer und Kamele infiziert werden.

Die Erkrankung ist insbesondere durch eine Entzündung der Schleimhäute, Gefäßstauungen, Schwellungen und Blutungen gekennzeichnet. Infektionen verlaufen häufig klinisch unauffällig, können jedoch bei betroffenen Tieren auch zu erheblichen Erkrankungen führen, bis hin zu Todesfällen. Eine Ansteckungsgefahr für Menschen besteht nicht.

Bisher Fälle in drei Bundesländern bekannt

Der erste Fall von BTV-8 wurde am 12. Dezember 2018 in einem Rinderbetrieb im südlichen Baden-Württemberg festgestellt. Seitdem konnten die Krankheit in Baden-Württemberg bei zahlreichen weiteren Tiere nachgewiesen werden. Seit Mitte Januar sind auch Fälle aus dem Saarland und aus Rheinland-Pfalz bekannt.

Laut Experten des Staatlichen Tierärztlichen Untersuchungsamtes Aulendorf waren die an Frankreich grenzenden Bundesländer aufgrund des massiven Auftretens der Krankheit in diesem Land schon länger gefährdet. Auch die Schweiz ist seit wenigen Wochen von zahlreichen BTV-8-Fällen betroffen – viele davon in grenznahem Gebiet zu Deutschland.  Eine Übersicht über die bisher aufgetretenen Fälle der Blauzungenkrankheit finden Sie im Tierseucheninformationssystem des Friedrich-Löffler-Instituts (TSIS).

Historie: BTV-8 in Deutschland erstmals 2006 aufgetreten

In Mitteleuropa trat die Blauzungenkrankheit mit dem Serotyp 8 (BTV-8) erstmals im Jahr 2006 bei Rindern und kleinen Wiederkäuern auf und breitete sich auch in Deutschland flächendeckend aus. Durch die schnelle Einführung einer verpflichtenden Impfung mit inaktivierten Impfstoffen gelang es jedoch die Seuche zu tilgen, sodass 2009 der letzte Virusnachweis in Deutschland erfolgte. 2012 wurde Deutschland von der EU offiziell wieder als BTV-8-frei anerkannt. Allerdings blieb die BTV-8 in Ländern, die kein so striktes Impfkonzept aufgelegt hatten, wie beispielsweise Frankreich, weiterhin verbreitet. Es bestand deshalb immer ein latentes Risiko der erneuten Einschleppung nach Deutschland.

Einrichtung von Restriktionszonen

Um eine Verbreitung der Krankheit zu verhindern, werden in Deutschland rund um die Ausbruchsbetriebe in einem Radius von 150 Kilometern Sperrgebiete – sogenannte Restriktionszonen – eingerichtet. Restriktionszonen gibt es inzwischen in Teilen von Baden-Württemberg, Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern. In diesen Gebieten gelten besondere Regeln. So dürfen beispielsweise empfängliche Tiere, das heißt Rinder, Schafe, Ziegen und wildlebende Wiederkäuer, in und aus diesen Gebieten nur unter Auflagen verbracht werden.

Informationen dazu, wo genau Restriktionszonen eingerichtet wurden und was es dort zu beachten gilt, entnehmen Sie am besten den Informationsseiten der jeweiligen Bundesländer. Die Links dorthin finden Sie hier:

  • Baden-Württemberg (Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg)
  • Nordrhein-Westfalen (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen)
  • Rheinland-Pfalz (Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz)
  • Saarland (Landesamt für Verbraucherschutz)
  • Hessen (Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)
  • Bayern (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit)
  • Niedersachen (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, LAVES)

Impfung dringend empfohlen

Die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit ist mit inaktivierten Impfstoffen möglich und wird von den Behörden dringend empfohlen. Eine wirksame Immunisierung durch Impfung schütze nicht nur vor Verlusten durch die Krankheit, sondern ermöglicht auch Ausnahmen vom Verbringungsverbot aus den Restriktionszonen. In manchen Bundesländern gibt es Zuschüsse zur Impfung. Tierhalter sollten sich bezüglich der Impfung und allen damit in Verbindung stehenden Fragen an ihren Hoftierarzt wenden.

Damit Tiere als geimpft gelten, muss die Impfung unter Angabe der Registriernummer in der HIT-Datenbank eingetragen werden.

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