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Tier

Pferdeversicherungen – Welche Risiken sollten abgesichert werden?

Ob als Autofahrer oder Pferdehalter - mit Versicherungen ist es immer so eine Sache: Passiert nichts, ärgert man sich über die jahrelang eingezahlten Beiträge. Passiert dann doch einmal etwas, ist man froh, nicht ganz ohne finanzielle Rückendeckung dazustehen. Aber welche Versicherungen sind überhaupt nötig? Hier gilt die Faustregel: Risiken, die existenzielle Not verursachen können, sollten abgesichert sein.

Frau reitet auf einem Pferd

Quelle: Sven Cramer / Fotolia.com

Tierhalterhaftpflichtversicherung

Unverzichtbar ist die Tierhalterhaftpflichtversicherung. Tritt der vielzitierte "worst case" ein – ein Pferd macht sich frei, flüchtet, rennt auf die Straße, ein Zug entgleist, hundert Menschen werden verletzt – dann kann das den persönlichen Ruin für Tierhalterinnen und Tierhalter bedeuten. Worauf bei der Tierhalterhaftplicht zu achten ist, zeigt die nachfolgende Checkliste.

Checkliste Tierhalterhaftpflichtversicherung

Achten Sie bei Ihrer Tierhalterhaftpflichtversicherung sehr genau auf die - möglichst beitragsfrei - Mitversicherung folgender Risiken:

  • Fremdreiterrisiko (das Reiten Dritter, auch wenn es nur gelgentlich erfolgt): keine namentliche Nennung
  • Reitbeteiligungen: Diese sind dann als Fremdreiter gegenüber dem Tierhalter als auch gegenüber Dritten abgesichert. Namentliche Nennung ist erforderlich.
  • Teilnahme an Reit- und Fahrturnieren
  • Kutsch-, Schlitten- und Planwagenfahrten
  • Ungewollter Deckakt
  • Flurschäden anlässlich Weidehaltung (das Ausbrechen der Tiere aus der Weide). Flurschäden sind zerstörte Gärten, beschädigte Äcker etc.. Flurschäden, die nach einem Ausbruch als dem Stall entstehen, sind in der Grunddeckung mitversichert.
  • Regressansprüche von Sozialversicherungsträgern (beispielsweise prüft die Krankenkasse der geschädigten Person, ob sie den Tierhalter in Regress nehmen kann)
  • Schäden an geliehenen Pferdeanhängern
  • Mietsachschäden: Das sind beispielsweise Schäden an gemieteten Pferdeboxen im Pensionsbetrieb.

Die Deckungssumme der Tierhalterhaftpflichtversicherung sollte mindestens 5 Millionen Euro betragen.

Krankenversicherungen

Schon etwas anders sieht es bei Kranken- oder OP-Versicherungen aus. Natürlich können auch hohe Tierarztrechnungen zu finanziellen Engpässen führen, doch existenzbedrohend sind sie meist nicht. Pferdebesitzerinnen und –besitzer sollten daher genau überlegen, ob sie nicht stattdessen schon bei der Anschaffung des Pferdes eigenständig beginnen, ein Polster für etwaige spätere Rechnungen anzusparen.

Versicherungen gegen Unbrauchbarkeit

Die Beiträge für Versicherungen gegen Unbrauchbarkeit und/oder Nottötungen sind in Relation zum Anschaffungswert des Tieres meist recht hoch. Solche Versicherungen können aber beispielsweise bei wertvollen, gut ausgebildeten und relativ jungen Pferden sinnvoll sein, die noch einige Jahre (sportliche) Karriere vor sich haben. Oder, um die ersten Jahre nach dem Kauf abzusichern, falls eine Neuanschaffung finanziert werden muss.

Außer bei der Tierhalterhaftpflicht empfiehlt es sich grundsätzlich bei allen Pferdeversicherungen regelmäßig zu prüfen, ob sie noch notwendig sind und wie lange sie aufrecht erhalten bleiben sollen.