Springe zur Hauptnavigation Springe zu den wichtigen Themen Springe zum Inhalt
Suche schließen

Tier

Gruppenhaltung von Pferden in Laufställen

Wo immer das möglich ist, sollte die Gruppenhaltung von Pferden der Einzelhaltung vorgezogen werden. Die Gruppenhaltung trägt vielen Grundbedürfnissen der Tiere Rechnung und ist damit eine sehr tiergerechte Form der Haltung.

Grundbedürfnisse von Pferden

  • Pferde sind Bewegungstiere. In der freien Wildbahn verbringen sie einen Großteil des Tages in Bewegung, meist beim langsamen Vorwärtsgehen während der Futteraufnahme. Zu wenig über den ganzen Tag verteilte Bewegung ist schädlich für ihren Bewegungsapparat.
  • Pferde sind Fluchttiere. Sie wollen einen möglichst guten Überblick über ihre Umgebung haben, damit sie Gefahren frühzeitig erkennen können.
  • Pferde sind neugierig. Sie brauchen Umweltreize um geistig nicht zu verkümmern.
  • Pferde sind Herdentiere. Nur im Herdenverband fühlen sie sich sicher. Der Kontakt zu anderen Pferden ist sehr wichtig.
  • Pferde gehen Auseinandersetzungen, wenn möglich, aus dem Weg. Dazu brauchen sie ausreichend Platz.
  • Pferde brauchen frische Luft und Sonnenlicht. Staub und Bakterien schädigen die Atemwege.
  • Pferde unterteilen ihr Territorium gerne in verschiedene Funktionsbereiche. Sie schlafen nicht gerne an derselben Stelle, wo sie fressen, haben meist bestimmte Stellen, wo sie sich wälzen und meiden beim Fressen die Stellen, an denen sie Kot und Urin abgesetzt haben.
Pferde im Pferdestall

Quelle: Anne-Katrin Steinmetz / KTBL

Damit sich Pferde in Gruppenhaltung wohl fühlen und gesund bleiben, ist ein durchdachtes Haltungskonzept die erste Voraussetzung. Für die Gruppenhaltung von Pferden in Laufställen, werden die Anlagen unterteilt in einen eingestreuten Liegebereich und einen Laufhof mit Futter- und Tränkemöglichkeit sowie Sandplätzen zum Wälzen. Der Vorteil der Laufstallhaltung ist, dass die Pferde sich, wie in freier Wildbahn, von einem Ort zum anderen bewegen müssen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Um Verletzungen aufgrund von Auseinandersetzungen zu vermeiden, ist bei dieser Haltungsform ein ausreichendes Platzangebot für Ausweich- und Rückzugsmöglichkeiten besonders wichtig.

Liegebereich

Der Liegebereich befindet sich in einem Gebäude und wird eingestreut. Die Ansprüche der Pferde sind hier gering, so dass die Bauausführung einfach gehalten werden kann. Die Liegefläche pro Pferd ist in Abhängigkeit von der Tiergröße zu bemessen. Bei kleinen Gruppen mit bis zu zehn Großpferden sind 8 bis 10 Quadratmeter pro Tier erforderlich. Mit zunehmender Gruppengröße und gut aneinander gewöhnten Herden sowie in der Aufzucht sind Reduzierungen von 20 bis 30 Prozent vertretbar. Die Raumhöhe muss mindestens 3 Meter betragen. Der Zugang zur Liegehalle erfolgt von der windabgewandten Seite vom Laufhof, meist von Süd, bzw. Südost.

Laufhof

Der Laufhof ist der wichtigste Aufenthaltsplatz. Er muss bei jeder Witterung begehbar und leicht zu reinigen sein. Die viel begangenen Zonen, wie der Eingangsbereich zum Liegeraum oder die Futterstellen und Tränken, sind mit Beton-Verbundsteinen oder Asphalt, Rasengittersteinen oder gelochten Kunststoffplatten mit Verfüllung zu befestigen. Im Randbereich sollten nach Möglichkeit Sandflächen als Wälzplatz angeboten werden. Die Auslauffläche pro Pferd ist mit 20 bis 30 Quadratmeter, bei einer Auslaufmindestgröße von 250 Quadratmetern zu bemessen.

Fressbereich

Für die Versorgung der Pferde sind Fressstände außerhalb des Liegebereichs zu empfehlen. Sie können sowohl unter dem Dach des Stallgebäudes als auch in separaten Gebäuden stehen oder als Gestelle mit einem leichten Überdach im Laufbereich aufgestellt sein. Fressgitter zwischen Liegeplatz und Futterdurchfahrt im Gebäude, wie beim Boxenstall, sind nur für bestimmte Rassen, wie zum Beispiel Islandpferde, zu empfehlen.

Die Futtervorlage kann von Hand erfolgen, oder mit dem Schlepper. Auch rechnergesteuerte Abrufautomaten für Grund, - oder Kraftfutter mit eigenem Überdach werden im Auslauf aufgestellt. Voraussetzung hierfür ist die elektronische Tiererkennung. Hiermit lassen sich auch Selektionstore steuern.