Springe zum Hauptinhalt der Seite

Tier

├ľkologische Aquakultur

├ľkologische Aquakultur

Die EU-Rechtsvorschriften des ├Âkologischen Landbaus sind die Grundlage f├╝r EU-weite einheitliche und verbindliche Richtlinien zur ├ľkoaquakultur, die neben Fisch auch die Produktion von Muscheln, Schnecken- und Krebstieren sowie Stachelh├Ąutern einschlie├čen.

Haltung

In der ├Âkologischen Fischproduktion sind geschlossene Kreislaufanlagen verboten. Sie d├╝rfen nur f├╝r Brut- und Jungtierstationen oder f├╝r die Erzeugung von ├Âkologischen Futterorganismen genutzt werden. Aufzuchtanlagen an Land m├╝ssen bestimmte Voraussetzungen erf├╝llen. Dazu geh├Ârt zum Beispiel, dass bei Durchflussanlagen die M├Âglichkeit besteht, die Wasserwechselrate und die Wasserqualit├Ąt des zuflie├čenden und des abflie├čenden Wassers zu kontrollieren. Zudem muss mindestens f├╝nf Prozent der Fl├Ąche am Teichrand aus nat├╝rlicher Vegetation bestehen.

├ľkologische Haltungseinrichtungen im Meer m├╝ssen so angelegt sein, dass Wasserstr├Âmung, Wassertiefe und Wasseraustausch am gew├Ąhlten Standort gew├Ąhrleisten, dass Auswirkungen auf den Meeresboden und den umliegenden Wasserk├Ârper auf ein Mindestma├č reduziert werden. Au├čerdem m├╝ssen die Anlagen an die am Standort herrschenden Umweltbedingungen angepasst sein.

Ein weiteres wichtiges Kriterium der ├Âkologischen Aquakultur sind die artspezifischen Besatzdichten. Diese legen fest, wie viele Fische pro Kubikmeter Wasser, bezogen auf die jeweilige Art, gehalten werden d├╝rfen.

Da sich die Besatzdichte auf das Wohlbefinden der Tiere auswirkt, m├╝ssen der Zustand der Fische (Flossen- oder andere Verletzungen, Wachstumsraten, Verhalten und allgemeiner Gesundheitszustand) und die Wasserqualit├Ąt regelm├Ą├čig ├╝berwacht werden.

Die Konstruktion, Standort und Betrieb der Fischzuchtanlagen sind so zu konzipieren, dass das Risiko eines Entweichens der Tiere minimiert wird. Wenn Fische oder Krebstiere dennoch entweichen, sind angemessene Ma├čnahmen zu ergreifen, gegebenenfalls einschlie├člich Wiedereinfang, um nachteilige Auswirkungen auf das ├ľkosystem zu vermindern. ├ťber entsprechende Vorg├Ąnge ist Buch zu f├╝hren.  

Umgang mit Aquakulturtieren

Generell sind Eingriffe bei Aquakulturtieren (zum Beispiel beim Impfen) auf ein Mindestma├č zu reduzieren. Dabei sollten mit ├Ąu├čerster Sorgfalt geeignete Ger├Ąte und Verfahren verwendet werden, um Stress und Verletzungen, die mit Behandlungen einhergehen, zu vermeiden.

Die Verwendung von k├╝nstlichem Licht ist in der ├Âkologischen Aquakultur beschr├Ąnkt. Der ├ťbergang von Hell zu Dunkel und umgekehrt darf nicht abrupt erfolgten, sondern ist durch den Einsatz von Dimmern oder Hintergrundbeleuchtung einzuleiten.

Eine Bel├╝ftung von ├ľko-Aquakultur-Anlagen ist im Interesse des Tierschutzes und der Tiergesundheit unter der Bedingung erlaubt, dass mechanische Bel├╝ftungsger├Ąte vorzugsweise mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Der Einsatz von Sauerstoff ist eingeschr├Ąnkt und darf nur erfolgen, wenn die Gesundheit der Tiere sowie kritische Phasen der Produktion und des Transports dies erfordern. 

Beim Schlachten wird darauf geachtet, dass die Tiere sofort bet├Ąubt sind und keinen Schmerz empfinden. Bei der Festlegung optimaler Schlachtmethoden muss den unterschiedlichen Fischgr├Â├čen, Arten und Produktionsstandorten Rechnung getragen werden.

F├╝tterung

Die generell ma├čgeblichen Anforderungen an jedes F├╝tterungsregime sind eine geringe Umweltbelastung sowie Tiergesundheit und hohe Produktqualit├Ąt, die eine hohe Qualit├Ąt des verzehrbaren Endproduktes gew├Ąhrleisten. Mit Blick auf die F├╝tterung ist zwischen den Anspr├╝chen von Karnivoren (Fleischfressern), Omnivoren (Allesfressern) und Herbivoren (Pflanzenfressern) zu unterscheiden.

Damit karnivore Tiere artgerecht gef├╝ttert werden, d├╝rfen ihre Futterrationen h├Âchstens 60 Prozent pflanzliche ├ľkoerzeugnisse enthalten. Ferner m├╝ssen bei den nichtpflanzlichen Rationsanteilen soweit verf├╝gbar Produkte aus ├Âkologischer Aquakulturproduktion gef├╝ttert werden.

F├╝r omni- und herbivore Tiere wie Karpfen, Schleien etc. gilt, dass sie sich ├╝ber das nat├╝rliche Nahrungsangebot in den Teichen und Seen ern├Ąhren. Nur, wenn ein solches nat├╝rliches Nahrungsangebot nicht in ausreichender Menge zur Verf├╝gung steht, d├╝rfen ├Âkologische Futtermittel pflanzlichen Ursprungs (die vorzugsweise vom Betrieb selbst stammen) oder Algen zugef├╝ttert werden. Allerdings ist in diesem Fall die Notwendigkeit der Zuf├╝tterung vom Betrieb zu dokumentieren. 

Tiergesundheit

In der ├Âkologischen Aquakultur steht der vorbeugende Schutz der Tiergesundheit im Vordergrund. Entsprechend ist eine schriftliche Vereinbarung ├╝ber eine der Anlage angemessene Gesundheitsberatung mit qualifizierten Gesundheitsdiensten f├╝r Aquakulturtiere abzuschlie├čen. Der Gesundheitsdienst besichtigt den Betrieb mindestens einmal im Jahr.

Gegebenenfalls vorhandene Fischfutterreste, Ausscheidungen und tote Tiere sind sofort zu entfernen, um die Wasserqualit├Ąt nicht zu beeintr├Ąchtigen und keine Insekten oder Nager anzulocken. Dadurch werden Krankheitsrisiken eingeschr├Ąnkt. Weiterhin sind Haltungseinrichtungen, Ausr├╝stungen und Ger├Ąte regelm├Ą├čig zu reinigen und zu desinfizieren, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Nach Entscheidung der zust├Ąndigen Beh├Ârde sind nach jedem Produktionszyklus in Haltungseinrichtungen im offenen Meer gegebenenfalls Ruhezeiten ├╝ber einen angemessenen Zeitraum einzuhalten. Derartige Ruhezeiten werden auch f├╝r andere Produktionsmethoden in Becken, Teichen und Netzk├Ąfigen empfohlen. F├╝r die biologische Bek├Ąmpfung von Ektoparasiten werden vorzugsweise Putzerfische eingesetzt.

Behandlung von Krankheiten und Parasiten

Treten trotz der zuvor genannten Krankheitsvorsorge gesundheitliche Probleme auf, k├Ânnen tier├Ąrztliche Behandlungen durchgef├╝hrt werden. Es d├╝rfen hom├Âopathische und bestimmte pflanzliche Stoffe sowie Spurenelementen, Metalle, nat├╝rliche Immunostimulanzien oder zugelassene Probiotika eingesetzt werden.

Die Anzahl von allopathischen Behandlungen sowie Parasitenbehandlungen sind beschr├Ąnkt. Hiervon ausgenommen sind Impfungen und obligatorische Tilgungspl├Ąne. Die Wartezeit nach Verabreichung allopathischer Tierarzneimittel und nach Parasitenbehandlungen ist doppelt so lang wie die ├╝bliche vorgeschriebene Wartezeit und betr├Ągt, wenn keine Wartezeit festgelegt ist, generell mindestens 48 Stunden.

Der Einsatz von Hormonen und Hormonderivaten ist in der ├Âkologischen Fischzucht generell verboten. Der Einsatz von Tierarzneimitteln ist der Kontrollstelle grunds├Ątzlich zu melden, bevor die Tiere als ├Âkologisch produziert vermarktet werden. Behandelte Tiere m├╝ssen eindeutig zu identifizieren sein.