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Zwei Fachrichtungen bei der Ausbildung zum Fischwirt

Zwei Fachrichtungen bei der Ausbildung zum Fischwirt

Seit dem 1. August 2016 gilt eine neue Ausbildungsverordnung f├╝r den Beruf des Fischwirts. Sie l├Âst die alte Rechtsvorschrift aus dem Jahre 1972 ab.

Bislang war die Ausbildung in die Schwerpunkte Fischhaltung und Fischzucht, Seen- und Flussfischerei sowie Kleine Hochsee- und K├╝stenfischerei gegliedert. Diese Schwerpunkte werden nun durch die beiden Fachrichtungen "Aquakultur und Binnenfischerei" sowie "K├╝stenfischerei und Kleine Hochseefischerei" ersetzt. Die Ausbildung dauert nach wie vor drei Jahre. Mit dem neuen Regelwerk wollte das Bundeslandwirtschaftsministerium vor allem auf technische Entwicklungen reagieren.

Zun├Ąchst fach├╝bergreifende Inhalte

In den ersten beiden Ausbildungsjahren sollen zun├Ąchst ├╝bergreifende Inhalte vermittelt werden. Dabei geht es insbesondere um die ├ľkologie von Fischen, Krebsen und Muscheln mit Blick auf deren Lebenszyklen sowie deren Anspr├╝che an Lebensr├Ąume und Nahrung. Au├čerdem werden Kompetenzen zur Bewirtschaftung von Fischbest├Ąnden, zu Fangmethoden, zur Auswahl von Fangpl├Ątzen sowie zum tierschutzgerechten Bet├Ąuben, T├Âten und Schlachten vermittelt.

Der Umgang mit Fisch-Produkten (Verarbeitung und Veredelung sowie Vermarktung) wurde im Ausbildungsrahmenprogramm mit 15 Wochen veranschlagt. Die neue Verordnung ber├╝cksichtigt allerdings auch Aspekte wie Qualit├Ątssicherung, Kundenorientierung und Verbraucherschutz. Schlie├člich geht es im fachrichtungs├╝bergreifenden Teil der Ausbildung auch um die Auswahl und den professionellen Umgang mit Ausr├╝stung und Fischereiger├Ąten.

Bewertung von Kreislaufsystemen

Bei der Fachrichtung "Aquakultur und Binnenfischerei" steht zun├Ąchst der Einsatz und die Anpassung von Fangger├Ąten im Mittelpunkt. Spezifischer Inhalt dieser Fachrichtung ist die Zucht und Vermehrung von Fischen. Je nach Reifegrad und Gesundheitszustand werden Fische f├╝r die Zucht ausgew├Ąhlt und Laichprodukte gewonnen. Neu zur Ausbildung geh├Âren die Bewertung, Nutzung und Wartung von Kreislaufsystemen.

Auch bei der Fachrichtung ÔÇ×K├╝stenfischerei und Kleine HochseefischereiÔÇť haben Einsatz und Anpassung von Fangger├Ąten einen hohen Stellenwert. Dabei geht es unter anderem um die artspezifischen Lebensr├Ąume und Fanggebiete mit Blick auf die Nutzung des Meeres. Wesentlicher Ausbildungsinhalt dieser Fachrichtung ist auch die Sicherheit und das Verhalten an Bord. Schlie├člich sollen Fangreisen unter Beachtung des Seewetterdienstes geplant werden.

F├╝nf Ausbildungsstandorte

Bundesweit gibt es derzeit f├╝nf Schulstandorte f├╝r die Ausbildung zum Fischwirt. In Hannover, K├Ânigswartha und Starnberg werden die Auszubildenden im Bereich der Binnenfischerei und in Rendsburg und Sa├čnitz im Bereich der Meeresfischerei unterrichtet.

Die Zahl der Ausbildungsabschl├╝sse liegt pro Jahr bei etwa 70. Fischwirte der Fachrichtung "Aquakultur und Binnenfischerei" arbeiten in Betrieben der Fischhaltung sowie der Fluss- und Seenfischerei, die der Fachrichtung "K├╝stenfischerei und Kleine Hochseefischerei" in Fahrzeugen der Meeresfischerei. Auch in ├Âffentlichen Einrichtungen gibtÔÇÖs Jobs f├╝r Fischwirte.

Autor: Michael Bornemann, Hildesheim