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Tier

Ökologische Bienenhaltung

Für die Bestäubung von blühenden Pflanzen nehmen Honigbienen eine unverzichtbare Stellung im Naturhaushalt unserer Kulturlandschaften ein. Eine flächendeckende Bienenhaltung sorgt für eine ausreichende Bestäubung von Nutz- und Zierpflanzen. Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau würdigen die besondere Bedeutung der Bienen, indem die Bienenhaltung in einem gesonderten Kapitel behandelt wird.

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Die Öko-Bienenhaltung ist in den EU-Rechtsvorschriften für den Ökolandbau geregelt.
Foto: BLE, Thomas Stephan

Anforderungen an die Trachtgebiete

Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erlegen den Ökoimkern eine besondere Sorgfaltspflicht in Bezug auf die Aufstellung der Bienenvölker auf. Die Bienenstöcke sind während der Tracht so aufzustellen, dass im Umkreis von drei Kilometern um den Standort Nektar- und Pollentrachten im Wesentlichen aus ökologischen Kulturen, aus Wildpflanzen oder Kulturen bestehen, die nach Methoden mit geringer Umweltauswirkung behandelt werden. Außerdem müssen die Standorte so gewählt werden, dass sie sich in ausreichender Entfernung von Verschmutzungsquellen befinden, die die Imkereierzeugnisse kontaminieren oder die Gesundheit der Bienen beeinträchtigen können.

Anforderungen an das verwendete Material

Beuten und andere verwendete Materialien müssen grundsätzlich aus natürlichen Materialien bestehen, bei denen keine Gefahr besteht, dass Umwelt oder Imkereierzeugnisse verunreinigt werden. In den Bienenstöcken dürfen nur natürliche Produkte wie Propolis, Wachs und Pflanzenöle verwendet werden.

Das für die Herstellung von neuen Mittelwänden benutzte Bienenwachs muss aus ökologischer Produktion stammen. Nur in Ausnahmefällen darf bei neuen Anlagen oder während der Umstellungszeit nichtökologisches Wachs verwendet werden. Dies ist zulässig, wenn auf dem Markt kein Wachs aus ökologischer Erzeugung erhältlich ist, das verwendete Wachs nicht verunreinigt ist und nur von Deckeln stammt.

Herkunft der Tiere

In einer Bioimkerei sollen bevorzugt die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) und ihre lokalen Ökotypen zum Einsatz kommen. Neu zugekaufte Bienen müssen aus ökologischen Imkereien stammen. Zehn Prozent der Weiseln und Schwärme dürfen durch nichtökologische Tiere ersetzt werden. Diese müssen jedoch in den Bienenstöcken auf Waben oder Wachsböden aus ökologischer Produktion gesetzt werden.

Krankheitsvorsorge und Behandlung

Zur Vorsorge und Bekämpfung von Krankheiten dürfen nur die in den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau gelisteten Mittel eingesetzt werden. Zur Bekämpfung der Varroamilbe sind nur Ameisensäure, Milchsäure, Essigsäure und Oxalsäure sowie Menthol, Thymol, Eukalyptol oder Kampfer zugelassen. Zur Eindämmung der Varroamilbe darf männliche Brut vernichtet werden.

Für die Desinfektion des Materials und der Beuten sind physikalische Behandlungen wie Dampf oder Abflammen gestattet.

Ernte

In der ökologischen Bienenhaltung ist während der Ernte des Honigs der Einsatz von chemisch-synthetischer Repellents untersagt.

Die Vernichtung von Bienen in den Waben als Methode zur Ernte der Imkereierzeugnisse ist nicht erlaubt. Auch dürfen Waben, die Brut enthalten, nicht zur Honiggewinnung verwendet werden.