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Tier

Die Bestäubungsleistung der Bienen

Die Bestäubungsleistung der Bienen

In Deutschland wird die Produktion von Honig und Wachs, als primäres Ergebnis der Bienenhaltung gesehen. Dabei wird der um ein Vielfaches höhere ökonomische Wert der Bestäubungsleistung außer Acht gelassen.

Die Deutschen sind Weltmeister im Honigverzehr. Mehr als ein Kilogramm pro Einwohner und Jahr verzehren sie. Die große volkswirtschaftliche Bedeutung der Bienen liegt aber weniger im Verkauf der Produkte wie Honig oder Bienenwachs, sondern in den Bestäubungsleistungen der kleinsten Nutztiere des Menschen. Dadurch erhöht sich sowohl der Ertrag als auch die Qualität der Ernteprodukte unserer Kulturpflanzen. Bienen bestäuben neben landwirtschaftlichen Nutzpflanzen wie Obstbäumen, Beeren und Raps auch Wildpflanzen, die wiederum Nahrung zahlreicher wildlebender Tiere sind. So tragen die Bienen auch zur Vielfalt der Natur bei.

Bestäubungsleistung kaum honoriert

Noch in den Anfängen steckt bei uns die professionelle Bestäubungsimkerei. Dabei gilt das Hauptaugenmerk nicht der Honigproduktion, sondern dem Vermieten der Bienenvölker gegen Entgelt für Bestäubungsleistungen. Denn von der Bestäubungsleistung profitiert jeder, der bestäubungsbedürftige Nutzpflanzen anbaut, bezahlt wird sie jedoch nur selten. Denn bei uns wird diese Leistung noch nicht entsprechend anerkannt, obwohl der Nutzen sehr hoch ist.

Erfreulicherweise steigt seit vielen Jahren die Anzahl der Imkerinnen und Imker – 2019 gab es etwa 150.000 Imkerinnen und Imker – und seit einigen Jahren auch die Anzahl der Bienenvölker. Im Ausland hat sich Bestäubungsimkerei bereits etabliert. So wird die Bestäubungsimkerei beispielsweise in den USA - mit durchschnittlich 140 Dollar Bestäubungsprämie pro Bienenvolk - zur Erzeugung von Mandeln, Obst, Luzerne und in Skandinavien für Rotklee betrieben. Mit dieser indirekten Nutzung der Bienen erwirtschaften manche Imker im Ausland bereits ihr Haupteinkommen. 

Honig-, Wildbienen und andere Insekten sorgen nicht nur für gesicherte Bestäubung und Mehrertrag, sondern auch Qualitätsmerkmale wie Form, Zucker- und Säuregehalt, Keimfähigkeit sowie Lagerfähigkeit der Früchte, werden durch die Bestäubung gesteigert. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung ist enorm und übersteigt den Wert der Honigproduktion um ein vielfaches.

Broschüre: Broschüre: Ohne Bienen keine Früchte
Dokumenttyp: PDF Dokumentgröße: 3 MB

Broschüre Beschreibung:

Unsere kleinsten Nutztiere liefern nicht nur Wachs und Honig. Fast 80 Prozent der Nutz- und Wildpflanzen werden von Bienen und anderen Insekten bestäubt. Ein großer Teil unserer Nahrungsmittel hängt indirekt mit den Bienen zusammen. Das Heft vermittelt einen Einblick in die faszinierende Welt der Bienen, ihre soziale Organisation und ihre Fähigkeit miteinander zu kommunizieren.

Hohe Ertragssteigerungen

Beim Besuch der Blüten sammeln die Bienen nicht nur Nektar, sondern auch Blütenstaub (Pollen), mit dem sie ihren Nachwuchs versorgen. Bienen fliegen – im Gegensatz zu anderen bestäubenden Insekten – während ihrer Sammelflüge immer nur eine Pflanzenart an, so lange diese ihnen noch ein ausreichendes Nahrungsangebot bietet. Man nennt das Blütenstetigkeit.

Gerade wenn im Frühjahr unsere Kulturpflanzen blühen, sind nur die Honigbienen in sehr großer Anzahl als Bestäuber verfügbar. Beim Blütenbesuch, ob Nektar- oder Pollensammlerin, bleibt immer etwas Pollen im Haarkleid und damit bei der nächsten Blüte am Stempel der Blüte haften. Diese Bestäubung mit Pollen der gleichen Art führt zur Befruchtung, es entstehen Samen bzw. Früchte. Die Obstsorten in Deutschland profitieren besonders von der Bestäubung durch Bienen, denn Erträge und Qualitätsmerkmale wie Gewicht, Gestalt, Zucker-Säure-Gehalt und Lagerfähigkeit werden deutlich gesteigert. Die Bestäubung von Raps durch Honigbienen führt beispielsweise zu einem Mehrertrag von etwa 25 Prozent (Mandl 2006).

 Letzte Aktualisierung 29.05.2020

Seiten-Titel: Imkerei als Beruf

Seiten-Beschreibung:

Der überwiegende Teil der Imkerinnen und Imker betreibt die Imkerei als Hobby oder im Nebenerwerb. Es gibt allerdings auch einige unter ihnen, die die Bienenhaltung im Hauptberuf ausüben.

Seiten-Titel: Ökologische Bienenhaltung

Seiten-Beschreibung:

Für die Bestäubung von blühenden Pflanzen nehmen Honigbienen eine unverzichtbare Stellung im Naturhaushalt ein. Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau regeln zum Beispiel den Standort oder zugelassene Behandlungsmittel.

Seiten-Titel: Wachsverfälschungen – Bedrohung und Chance

Seiten-Beschreibung:

Verfälschtes Bienenwachs kann Bienenvölker in ihrer Existenz bedrohen und Imkerinnen und Imker erheblichen finanziellen Schaden zufügen. Die aktuelle Debatte bietet aber auch Chancen für einen verantwortungsbewussteren, wertschätzenderen Umgang mit dem Bienenprodukt Wachs.