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Tierwohl - Was heißt das eigentlich?

Das Thema Tierwohl ist seit einigen Jahren in aller Munde. Doch was heißt eigentlich Tierwohl?

Das Thema Tierwohl ist aktueller denn je. Schließlich wollen Verbraucher Milch und Fleisch mit gutem Gewissen kaufen, während der Handel diesem Wunsch gerne nachkommt. Auch die Landwirte selbst haben großes Interesse am Tierwohl, denn gesunde Tiere, die sich rundherum wohlfühlen, garantieren eine optimale Leistung und verursachen weniger Kosten.

Schweineschnauze

Quelle: fottoo - fotolia.com

Obwohl sich alle Beteiligten offensichtlich mehr Tierwohl wünschen, wird das Thema kontrovers diskutiert. Der Grund ist, wie so oft, das Geld. Denn Landwirte müssen auch die Wirtschaftlichkeit ihrer Tierhaltung im Blick behalten. Maßnahmen wie eine geringere Besatzdichte im Stall oder großzügig dimensionierte Ställe, die dem Tierwohl nutzen, kosten in der Regel zusätzliches Geld.

Die Faktoren für das Wohlbefinden

Hinzu kommt, dass sich der Begriff Tierwohl nur schwer definieren und fassen lässt. Allgemein geht man von drei wesentlichen Punkten aus, die für das Tierwohl entscheidend sind: Die Tiergesundheit, die Möglichkeit für die Tiere, ihren natürlichen Verhaltensweisen nachzugehen, und ihr Wohlbefinden. Die Grundlage für viele Bewertungssysteme bildet das Konzept der "5 Freiheiten": Die Tiere sollen unter anderem frei von Hunger und Durst, von Schmerz, Verletzungen und Krankheiten und von Angst und Stress sein.

Das Wohlbefinden der Tiere hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören eine umsichtige Tierbetreuung und ein gutes Management genauso wie eine leistungs- und artgerechte Fütterung. Auch eine tiergerechte Haltung und das Stallklima haben großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Ein oft vernachlässigter Aspekt ist die Genetik bzw. Zucht. So hat beispielsweise die Zucht auf hohe Milchleistung und leichte Melkbarkeit zu schwächeren Schließmuskeln und kürzeren Strichkanälen geführt und damit die Euterentzündung zu einer "Berufskrankheit" von Milchkühen gemacht.

Brancheninitiative Tierwohl

Die Initiative Tierwohl startete 2015. Finanziert wird die Initiative Tierwohl vom teilnehmenden Lebensmitteleinzelhandel. Die Unternehmen führen pro verkauftem Kilogramm Schweine- und Geflügelfleisch und -wurst 6,25 Cent an die Initiative ab. Mit diesem Geld werden Landwirtinnen und Landwirte für die Umsetzung von Tierwohlmaßnahmen honoriert.

Jede teilnehmende Landwirtin und jeder teilnehmende Landwirt muss bestimmte Grundanforderungen umsetzen. Zusätzlich gibt es Wahlkriterien, aus denen jeder die Kriterien auswählen kann, die am besten zu seinem Betrieb passen. Je nachdem, welche Kriterien die Tierhalter auswählen, erhalten sie das entsprechende Tierwohlentgelt. Mit diesem soll der Aufwand für die Umsetzung der Kriterien kompensiert werden.

Zu den Grundanforderungen gehören beispielsweise für Schweinehalter der Stallklima- und der Tränkewassercheck. Speziell geschulte Fachexperten führen diese Checks durch. Sie untersuchen alle Lüftungssysteme der Stallanlage und beurteilen die Luftqualität. Das Tränkewasser wird nach festgelegten chemischen und mikrobiologischen Parametern beprobt. Auch Tageslicht ist ein Kriterium, ein Mindestmaß an Tageslicht muss in die Ställe fallen.

Das staatliche Tierwohllabel

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft plant ein staatliches Tierwohllabel. Das Label für mehr Tierwohl soll zwei Stufen umfassen: eine Eingangsstufe und eine Premiumstufe.
Beispiele für Kriterien in der Eingangsstufe für die Schweinehaltung:

  • Der Platz im Stall ist, in Abhängigkeit vom Gewicht der Tiere, bis zu 33 Prozent größer als es der gesetzliche Mindeststandard vorschreibt. Schweine sind gesellige Tiere, die vorzugsweise in Gruppen leben und Hierarchien aufbauen. Ein größeres Platzangebot bietet den Tieren die Möglichkeit, natürliche Verhaltensweisen wie beispielsweise Spiel- und Erkundungsverhalten besser auszuleben. Daher wurde das Platzangebot erhöht.
  • Die Eingangsstufe schreibt eine jährliche Fortbildung der Tierhalter zu Tierschutzthemen vor.

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