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Tier

Tierschutzinitiativen im Überblick

Bio nach EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau

Bio-Siegel

Was: Die EU regelt in der Basisverordnung (EG) Nr. 834/2007 und dazugehörigen Durchführungsverordnungen Anforderungen an den Tierschutz. Neben der Tierhaltung sind höhere Anforderungen im Pflanzenbau zu erfüllen und auch die Produktverarbeitung wird berücksichtigt. Je nach Betriebstyp ist eine zwei- bis dreijährige Umstellungsphase zu überbrücken, bis die Ware zu höheren Preisen als Ökoware vermarktet werden kann.

Gilt für: Schweine, Geflügel, Rinder, Schafe, Ziegen, Bienen, Kaninchen, Damwild und verschiedene Fische aus Aquakultur

Label: Tierprodukte von Betrieben, die nach EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau wirtschaften, können mit dem EU-Biologo oder dem staatlichen Biosiegel gekennzeichnet werden

Förderung: Ökobetriebe, und solche die sich in der Umstellung befinden, erhalten eine spezielle Förderung, die je nach Bundesland unterschiedlich hoch ausfällt.

Kontrolle: Mindestens einmal jährlich werden Ökobetriebe von einer anerkannten Kontrollstelle überprüft. Darüber hinaus werden unangekündigte Inspektionen durchgeführt.

Wie viele machen mit: 2017 gab es in Deutschland rund 14.340 Betriebe, die nach den EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau wirtschafteten.

Mehr Infos: Gesetze und Verordnungen

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Bio nach Richtlinien der Öko-Verbände

Logo der Ökoverbände

Was: Die Richtlinien der ökologischen Anbauverbände legen höhere Maßstäbe an als die EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau und decken darüber hinaus Bereiche ab, die diese nicht berücksichtigt. Je nach Produktionsrichtung ist eine zwei- bis dreijährige Umstellungsphase zu überbrücken, bis die Ware zu höheren Preisen als Ökoware vermarktet werden kann. Wie bei EU-Bio wird auch die Produktverarbeitung berücksichtigt. Die Ökoverbände beraten darüber hinaus die angeschlossenen Betriebe und unterstützen sie bei der Vermarktung.

Gilt für: Schweine, Geflügel, Rinder, Schafe, Ziegen, Bienen, Kaninchen, Damwild und verschiedene Fische aus Aquakultur

Label: Betriebe, die nach den Richtlinien der Ökoverbände wirtschaften, können ihre Tierprodukte zusätzlich zum EU-Biologo mit dem Verbandslogo kennzeichnen.

Förderung: Ökobetriebe und solche, die sich in der Umstellung befinden, erhalten eine staatliche Förderung. Eine zusätzliche Förderung durch die Ökoverbände gibt es nicht.

Kontrolle: Mindestens einmal jährlich werden Ökobetriebe von einer anerkannten Kontrollstelle überprüft. Darüber hinaus werden unangekündigte Inspektionen durchgeführt.

Wie viele machen mit: 2017 gab es in Deutschland rund 14.830 Betriebe, die nach den Richtlinien eines Ökoverbandes wirtschafteten.

Mehr Infos: Öko-Anbauverbände

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NEULAND

Neuland-Logo

Was: Das Markenfleischprogramm "NEULAND" ist mit 30 Jahren die älteste Tierschutzinitiative. Es werden hohe Maßstäbe an den Tierschutz gestellt, die teilweise über die der Ökoverbände hinausgehen. Berücksichtigt wird auch die Produktverarbeitung. Hinter NEULAND stehen die Verbände Deutscher Tierschutzbund, Bund für Umwelt und Naturschutz BUND und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). NEULAND kauft die Tiere der angeschlossenen Betriebe zu einem angemessenen Preis, welcher die Existenz der Betriebe sichert, auf. Nach der Schlachtung werden sie an NEULAND angeschlossene Fleischerfachgeschäfte, Großküchen und Gastronomie weiterverkauft.

Gilt für: Schweine, Geflügel, Rinder und Schafe

Label: Fleischprodukte von NEULAND-Betrieben können mit dem NEULAND-Logo gekennzeichnet werden.

Förderung: Teilnehmende Betriebe erhalten keine finanzielle Förderung durch Neuland, bekommen aber Unterstützung bei Vermarktung und Absatz der Produkte.

Kontrolle: NEULAND-Betriebe werden mindestens einmal im Jahr unangemeldet kontrolliert. Darüber hinaus werden noch Stichproben vorgenommen.

Wie viele machen mit: Bundesweit sind über 200 landwirtschaftliche Erzeuger Mitglied bei NEULAND.

Mehr Infos: NEULAND


Deutscher Tierschutzbund – Für mehr Tierschutz

Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbunds

Was: Das zweistufige Tierschutzprogramm des deutschen Tierschutzbundes gibt es seit 2013. Die Eingangsstufe bietet den Einstieg auf niedrigerem Niveau. Die Premiumstufe orientiert sich am NEULAND-Standard, wobei NEULAND in einigen Punkten noch darüber hinausgeht. Auch die Produktverarbeitung wird von der Initiative berücksichtigt. Alle an der Lieferkette beteiligten Unternehmen, d.h. landwirtschaftlicher Betrieb, Schlachthof, Zerlege- und Verarbeitungsbetriebe, müssen zertifiziert werden. Landwirte, die am Labelprogramm teilnehmen möchten, müssen sich einem Vermarkter anschließen, der einen Lizenzvertrag mit dem Deutschen Tierschutzbund hat. Bei Direktvermarktung kann der Betrieb auch direkt einen Lizenzvertrag mit dem Tierschutzbund eingehen.

Gilt für: Mastschweine, Masthühner, Legehennen (seit 1.1.2016) und Milchkühe (seit 1.1.2017)

Label: Produkte von teilnehmenden Betrieben dürfen mit dem Logo "Für mehr Tierschutz" gekennzeichnet werden. Je nach Stufe mit einem Stern (Eingangsstufe) oder zwei Sternen (Premiumstufe).

Förderung: Teilnehmende Betriebe erhalten keine finanzielle Förderung durch den Deutschen Tierschutzbund, bekommen aber Hilfestellung bei der Vermarktung der Produkte.

Kontrolle: Nach der angemeldeten Erstinspektion zur Aufnahme in das Labelprogramm erfolgen unangemeldete Anschlusskontrollen. Die Häufigkeit dieser Kontrollen wie auch die Mindestkontrolldauer werden von der Risikobewertung des Betriebes beeinflusst.

Wie viele machen mit: Aktuell (Stand Januar 2018) halten über 200 Betriebe ihre Tiere nach den Kriterien des Tierschutzlabels.

Mehr Infos: Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes


Vier Pfoten – Tierschutz-kontrolliert

VIER PFOTEN Tierschutz-Gütesiegel

Was: Das zweistufige Tierschutzprogramm der Organisation Vier Pfoten gibt es seit 2012. Die Stufe Silber steht für eine Kennzeichnung für bessere Lebensbedingungen in der konventionellen Haltung und betrifft damit die Mehrheit der Nutztiere. Gold steht für eine Tierhaltung nach höchstmöglichen Tierschutzstandards und mit Auslauf im Freien. Das Gütesiegel beinhaltet neben den Vorgaben für die Haltung auch solche für den Transport und die Schlachtung. Lebensmitteleinzelhandel oder Vermarkter treten als Lizenznehmer auf, die Landwirte unter Vertrag nehmen.

Gilt für: Mastrinder, Mastschweine, Masthühner und Milchvieh

Label: Produkte von teilnehmenden Betrieben dürfen mit dem Logo "Tierschutz-kontrolliert" gekennzeichnet werden. Je nach Stufe mit Silber (Eingangsstufe) oder Gold (Premiumstufe).

Förderung: Teilnehmende Betriebe erhalten keine finanzielle Förderung durch Vier Pfoten

Kontrolle: Einmal im Jahr werden die tierhaltenden Betriebe unangekündigt durch unabhängige Kontrollstellen kontrolliert. Darüber hinaus behält sich Vier Pfoten vor, stichprobenartige Überkontrollen durchzuführen.

Wie viele machen mit: Derzeit gibt es 236 Rinderbetriebe, die mit dem Tierschutz-kontrolliert-Label Silber zertifiziert sind.

Mehr Infos: VIER PFOTEN Tierschutz-Gütesiegel


Initiative Tierwohl

Siegel der Initiative Tierwohl

Was: 2015 wurde die Initiative Tierwohl ins Leben gerufen. Hinter der Initiative stehen Unternehmen und Verbände aus dem Lebensmitteleinzelhandel, aus der Fleischwirtschaft sowie aus der Landwirtschaft. Neben einigen Pflichtkriterien, die jeder Tierhalter umsetzen muss, können schweinehaltende Betriebe noch zusätzliche Tierschutzkriterien wählen und damit höhere Tierwohlentgelte erwirken. Das Tierwohlentgelt wird durch den Lebensmitteleinzelhandel mit derzeit 6,25 Cent für jedes verkaufte Kilo Fleisch und Wurst von Schwein, Hähnchen und Pute gegenfinanziert.

Gilt für: Masthähnchen, Puten und Schweine

Label: Seit April 2018 verfügt die Initiative Tierwohl über ein Siegel, das vorerst für unbehandeltes, frisches Geflügelfleisch gilt. Ab Oktober 2018 wird es auf bearbeitetes Geflügelfleisch ausgeweitet.

Förderung: Teilnehmende Landwirtinnen und Landwirte erhalten ein Tierwohlentgelt, das unabhängig vom Marktpreis ist. Jeder Betrieb erhält pauschal 500 Euro und darüber hinaus noch einen Aufschlag je Tier.

Kontrolle: Jeder Betrieb wird zwei Mal jährlich kontrolliert – einmal in einem regulären und einmal in einem völlig unangekündigtem Audit (Stallüberprüfung).

Wie viele machen mit: Aktuell (Stand Januar 2018) nehmen 4.132 Schweinehalter und 1.869 Geflügelhalter teil (mit insg. 520 Mio. Tieren).

Mehr Infos: Initiative Tierwohl


Agrarinvestitionsförderprogramm

Logo des Bundesminsteriums für Ernährung und Landwirtschaft

Was: Das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) ist Bestandteil des Rahmenplans der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK). Seit 2014 ist die Förderung von Stallbauinvestitionen im Rahmen des AFP an bestimmte Tierschutzanforderungen gekoppelt. Neben einer Basisförderung, in der Mindestanforderungen an das Tierwohl gestellt werden, gibt es eine Premiumförderung mit höheren Tierschutzkriterien.

Gilt für: Schweine, Geflügel, Rinder, Schafe und Ziegen

Label: Es gibt kein Label

Förderung: Beim AFP handelt es sich um eine einmalige Förderung für den Tierhaltungsbetrieb. Die Förderhöhe richtet sich danach, ob der Betrieb lediglich die Mindestanforderungen zum Tierwohl erfüllt, oder darüber hinausgehende Tierschutzkriterien erfüllt.

Wie viele machen mit: Zwischen 2014 bis 2016 wurden insgesamt 1.261 Tierhaltungsbetriebe im Rahmen des AFP beim Stallbau gefördert, etwa drei Viertel davon nahmen die Premiumförderung in Anspruch.

Mehr Infos unter: Agrarinvestitionsförderprogramm (BMEL)


Förderung besonders nachhaltiger und tiergerechter Verfahren

Logo des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

Was: Das Programm "Förderung besonders nachhaltiger und tiergerechter Haltungsverfahren" ist Bestandteil des Rahmenplans der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK). Gefördert werden besonders tiergerechte Haltungsverfahren mit Einstreu und/oder Auslauf. Je nach Bundesland kann die Umsetzung des Programms anders aussehen. Nicht alle Bundesländer bieten das Förderprogramm an.

Gilt für: Schweine und Rinder

Label: Es gibt kein Label

Förderung: Je nach Art und Umfang der umgesetzten Maßnahme erhalten Tierhaltungsbetriebe Ausgleichszahlungen aus dem EU-Fördermitteln.

Wie viele machen mit: 2016 gab es deutschlandweit 15.133 Fälle, in denen die Haltungsform "Sommerweidehaltung" gefördert wurde. Die Bundesländer machen nur von dieser Maßnahme Gebrauch.

Mehr Infos: Förderung besonders nachhaltiger und tiergerechter Verfahren (BMEL)