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Tier

Richtig umgehen mit Tierarzneimitteln

Hand mit Spritze im Stall

Quelle: ellisia / fotolia.com

Die Verschreibung, Abgabe und Anwendung von Arzneimitteln wird durch viele Gesetze und Verordnungen geregelt. Das zentrale Gesetz ist das Arzneimittelgesetz, das sowohl für den humanmedizinischen als auch für den veterinärmedizinischen Bereich gilt.

Beim Medikamenteneinsatz bei Nutztieren sollen Resistenzentwicklungen und Arzneimittelrückstände in Lebensmitteln wie Fleisch, Milch und Eiern vermieden werden. Die Vorschriften für den Einsatz von Medikamenten bei Tieren sind sehr umfangreich und werden häufig überarbeitet. Da ist es für Tierhalterinnen und Tierhalter nicht immer leicht, den Überblick zu behalten.

1. Welche Medikamente dürfen bei Tieren eingesetzt werden?

Für alle Tiere, egal ob Nutz- oder Heimtier, gilt grundsätzlich: Ein Arzneimittel darf nur eingesetzt werden, wenn es für die jeweilige Tierart zugelassen ist. Es kann innerhalb einer Tierart nach Altersklassen unterschieden werden: Eine Zulassung kann beispielsweise auch nur für Kalb, Mastbulle oder Milchkuh gelten. Außerdem spielt die Krankheit (Indikation), gegen die das Medikament eingesetzt wird, eine Rolle.
Ein Arzneimittel, das zum Beispiel nur für Hunde zur Verfügung steht, darf beim Schwein nicht eingesetzt werden. Ein Antibiotikum, das für die Behandlung von Atemwegserkrankungen bei Kälbern zugelassen ist, darf nicht ohne weiteres gegen eine Euterentzündung bei einer Milchkuh eingesetzt werden.

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2. Was ist bei Arzneimitteln zu beachten, die dem Futter oder Trinkwasser beigemischt werden?

Um Dosierfehler und Verschleppungsrisiken zu minimieren und sicherzustellen, dass jedes Tier die ihm zugedachte Dosis bekommt, ist Einiges zu beachten. Daher gibt es für Tierhalterinnen und Tierhalter zwei Merkblätter mit genauen Anwendungshinweisen für das Beimischen von Fertigarzneimitteln in Futter und Trinkwasser. Sie sind Teil des von einer Expertengruppe erstellten Leitfadens "Orale Anwendung von Tierarzneimitteln im Nutztierbereich über das Futter oder das Wasser".

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3. Muss ein krankes Tier unbehandelt bleiben, wenn es kein Medikament gibt, das für seine Tierart und seine Krankheit zugelassen ist?

Nein, bei einem solchen "Therapienotstand" haben die Tierärztin oder der Tierarzt einen gewissen Spielraum, ein Arzneimittel auszuwählen, das für eine andere Tierart oder für eine andere Indikation zugelassen ist. Sie sprechen dann von "umwidmen". Wenn es also keine Alternative gibt, kann auf diese Weise ein Rindermedikament beim Schaf oder sogar ein Arzneimittel aus der Humanmedizin beim Schwein zum Einsatz kommen. Leider gibt es auch Fälle, in denen eine Umwidmung nicht möglich ist, weil bestimmte Wirkstoffe bei Lebensmittel liefernden Tieren nicht einmal im Therapienotstand angewendet werden dürfen.

Umgewidmete Arzneimittel müssen Tierärztinnen und Tierärzte selber anwenden oder die Anwendung beaufsichtigen (Anwendung nach Anweisung und Erfolgskontrolle). Außerdem müssen nach der Anwendung von umgewidmeten Arzneimitteln häufig längere Wartezeiten eingehalten werden, nämlich mindestens

  • 28 Tage bis zur Schlachtung (bei Pferden u. U. bis zu sechs Monate),
  • 7 Tage bis die Milch an die Molkerei abgegeben werden darf,
  • 7 Tage bis die Eier verkauft werden können.

Die Wartezeit nach der Anwendung von homöopathischen Arzneimitteln darf auf null Tage festgesetzt werden (vorausgesetzt sie enthalten ausschließlich Wirkstoffe, die im Anhang II der EU-Verordnung EWG 2377/90 aufgelistet sind).

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4. Welche Tiere gehören zu den "Lebensmittel liefernden Tierarten"?

Folgende Tierarten gelten grundsätzlich als "Lebensmittel liefernd":

  • Equiden (Pferde, Ponys, Esel, Maultiere und Maulesel)
  • Rinder
  • Schweine
  • Schafe
  • Ziegen
  • Geflügel (außer Ziervögel, Singvögel, Brieftauben)
  • Kaninchen (außer Kaninchen, die nicht zur Schlachtung vorgesehen sind)
  • Wild
  • Fische (außer Zierfische)
  • Bienen

Diese Zuordnung ist nicht immer abhängig davon, wie ein Tier tatsächlich genutzt wird. Auch bei einem Schwein, das klein ist, an der Leine spazieren geht und in der Stadt lebt wird davon ausgegangen, dass es eines Tages geschlachtet werden könnte. Beim Kaninchen ist diese Regel etwas weicher, da "nicht zur Schlachtung vorgesehene Kaninchen" im Arzneimittelgesetz ausdrücklich zu den Heimtieren zählen. Die Unterscheidung nehmen die Tierärztin oder der Tierarzt von Fall zu Fall vor.

Für ein Pferd können Halterinnen und Halter allerdings festlegen, dass es nicht zur Schlachtung bestimmt ist. Dann steht der Tierärztin oder dem Tierarzt eine größere Auswahl an Arzneimitteln zur Verfügung. Diese Entscheidung wird im Equidenpass eingetragen. Sie ist unwiderruflich und auch für eventuelle Folgebesitzer bindend. Der Eintrag "Schlachtung/Lebensmitteltier" kann hingegen jederzeit widerrufen werden, so dass ein Besitzwechsel nicht behindert wird.

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5. Was bedeutet "freiverkäuflich", "apothekenpflichtig", "verschreibungspflichtig" oder "Fütterungsarzneimittel"?

Freiverkäufliche Arzneimittel dürfen Halterinnen und Halter bei ihrem Tier anwenden, ohne einen Tierarzt hinzuzuziehen. Freiverkäufliche Arzneimittel sind – außer bei der Tierärztin, dem Tierarzt oder in der Apotheke – zum Beispiel in Drogerien oder im Tierfachhandel zu bekommen. Viele Arzneimittel aus pflanzlichen Wirkstoffen sind freiverkäuflich. Desinfektions- und Pflegemittel zur äußeren Anwendung sind keine Arzneimittel und ebenfalls frei verkäuflich.

Für apothekenpflichtige Arzneimittel benötigen Tierhalterinnen und Tierhalter zwar kein Rezept, müssen die Mittel aber in einer öffentlichen Apotheke oder bei der Tierärztin bzw. dem Tierarzt kaufen. Sie dürfen apothekenpflichtige Arzneimittel auch ohne tierärztliche Anweisung anwenden, müssen sich aber an die Angaben in der Packungsbeilage halten. Dort steht auch, ob das Medikament für die Tierart und das Anwendungsgebiet (die Krankheit) zugelassen ist. Die meisten Homöopathika sind apothekenpflichtig. Aber auch für sie gilt, dass sie nur angewendet werden dürfen, wenn sie für die jeweilige Tierart zugelassen sind.

Verschreibungspflichtige Tierarzneimittel bekommt man nur über die Tierärztin oder den Tierarzt. Falls sie das benötigte Medikament nicht aus ihrer tierärztlichen Hausapotheke abgeben, schreiben sie ein Rezept (Verschreibung), mit dem das Arzneimittel in jeder öffentlichen Apotheke bestellt werden kann. Zu den verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gehören zum Beispiel Antibiotika und Schmerzmittel. Tierhalterinnen und Tierhalter dürfen diese Medikamente selber bei ihrem Tier anwenden, müssen sich dabei aber an die Behandlungsanweisungen der Tierärztin oder des Tierarztes halten. Bei einem neuen Krankheitsfall muss er erst eine neue Behandlungsanweisung einholen. Die Anwendung von Antibiotika in Eigenregie außerhalb einer tierärztlichen Behandlung ist also nicht erlaubt.

Ein Fütterungsarzneimittel müssen Tierärztinnen oder Tierärzte verschreiben, können es aber nicht selber an die Tierhalterin oder den Tierhalter abgeben. Anhand der Verschreibung stellt ein zugelassener Hersteller die benötigte Menge aus dem Futter und einer Arzneimittelvormischung her. Das fertige Fütterungsarzneimittel bekommt die Tierhalterin bzw. der Tierhalter unmittelbar vom Hersteller. Bei Atemwegs- oder Durchfallerkrankungen von Schweinen ist es oft einfacher und tierschonender, ein Arzneimittel über das Futter zu verabreichen, anstatt Dutzende von Tieren einzeln zu behandeln. Die Verabreichung eines Fütterungsarzneimittels muss aber genauso sorgfältig dokumentiert werden wie eine Behandlung mit der Spritze.

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6. Dürfen Tierarzneimittel aus dem Internet oder aus dem Ausland bezogen werden?

Nur freiverkäufliche Arzneimittel für Nutztiere dürfen von der Halterin oder dem Halter auf dem Versandweg bezogen werden. Apotheken- und verschreibungspflichtige Arzneimittel für Tiere, die der Lebensmittelgewinnung dienen, dürfen ausschließlich in der Apotheke oder bei der Tierärztin oder dem Tierarzt gekauft werden. Jeglicher Bezug solcher Arzneimittel auf dem Versandweg ist verboten, also auch der Bezug über das Internet. Das gilt nicht für Haustiere: Für diese Tiere können auch verschreibungspflichtige Medikamente über das Internet bezogen werden.

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7. Was ist eine tierärztliche Hausapotheke?

Anders als Humanmediziner dürfen Tierärztinnen und Tierärzte eine eigene Apotheke führen. Daraus nehmen sie die Medikamente, mit denen sie die Tiere selber behandeln, und können daraus auch Medikamente an Tierhalterinnen und Tierhalter abgeben. Diese dürfen die Medikamente dann selber bei ihrem Tier anwenden, müssen sich aber an die Behandlungsanweisungen der Tierärztin oder des Tierarztes halten.

Apotheken- und verschreibungspflichtige Arzneimittel dürfen Tierärztinnen und Tierärzte nur im Rahmen einer "ordnungsgemäßen Behandlung" anwenden oder abgeben. Sie müssen dafür das Tier oder den Bestand in angemessenem Umfang untersuchen und ein geeignetes und zugelassenes Medikament mit entsprechender Dosierung auswählen. Sie dürfen also keine Medikamente für einen Krankheitsfall abgeben, der ihnen nur am Telefon beschrieben wurde und bei dem sie das oder die Tiere gar nicht untersucht haben.

Sie dürfen auch nur die für den jeweiligen Fall erforderliche Menge mit konkreten Behandlungsanweisungen abgeben. Damit ist eine Medikamentenabgabe "auf Vorrat" oder "für alle Fälle" nicht erlaubt.

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8. Was bedeuten die Begriffe "31-Tage-Regelung" und "7-Tage-Regelung"?

Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln für lebensmittelliefernde Tiere gelten besondere Mengenbegrenzungen: Hier dürfen Tierärztinnen und Tierärzte höchstens die Menge abgeben, die in den darauffolgenden 31 Tagen benötigt wird. Bei systemisch wirkenden Antibiotika sogar nur den Bedarf für maximal sieben Tage. Ausnahmen gibt es auch hier: Wenn nämlich in den Zulassungsbedingungen für das Medikament bereits eine längere Anwendungsdauer vorgesehen ist.

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9. Wie ist mit Arzneimitteln umzugehen?

Medikamente sollten vor Licht und Schmutz und unbefugtem Zugriff geschützt aufbewahrt werden. Ein staubiges und spinnwebverhangenes Stallfenstersims ist sicher nicht der geeignete Ort, um eine angebrochene Flasche Antibiotikum oder die Wurmkur sachgerecht zu lagern. Die Packungsbeilage gibt weitere Hinweise, zum Beispiel, ob das Medikament in den Kühlschrank gehört und wie lange es verwendet werden kann.

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10. Wen betrifft die Tierhalter-Arzneimittel-Nachweisverordnung?

Die Tierhalter-Arzneimittel-Nachweisverordnung betrifft nur

  • Betriebe, die Tiere halten, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen und
  • Arzneimittel, die apotheken- oder verschreibungspflichtig sind (also Arzneimittel, die nicht freiverkäuflich sind, inklusive Fütterungsarzneimittel) und für Lebensmittel liefernde Tiere bestimmt sind.

Hundehalterinnen und Hundehalter müssen sich also keine Gedanken über diese Nachweispflichten machen. Wer Schweine hält, muss auch nicht über die Wurmkuren der Hofkatzen Buch führen – wohl aber über jene, die die Schweine bekommen.

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11. Was müssen Tierhalterinnen und Tierhalter Lebensmittel liefernder Tiere nachweisen?

Sie müssen den Erwerb (Welche und wie viele Medikamente wurden woher bezogen?) und die Anwendung (Wann wurden sie, wie und bei welchen Tieren angewendet?) nachweisen.

Als Erwerbsnachweise dienen

  • bei Fütterungsarzneimitteln: der Durchschlag der Verschreibung, den der Hersteller zusammen mit dem Fütterungsarzneimittel versendet.
  • bei Arzneimitteln, die von einer Tierärztin oder einem Tierarzt abgegeben wurden: der Nachweis, der bei der Medikamentenabgabe ausgehändigt wurde.
  • bei Arzneimitteln, die in einer Apotheke gekauft wurden: das Originalrezept der Tierärztin oder des Tierarztes bzw. bei verschreibungsfreien Arzneimitteln ein Beleg der Apotheke, aus dem das Arzneimittel und die Menge hervorgehen muss.
  • bei sonstigen Arzneimitteln: Belege, wie beispielsweise Verschreibungen der Tierärztin oder des Tierarztes, Rechnungen, Lieferscheine, aus denen der Lieferant und die Art und Menge der erworbenen Arzneimittel hervorgehen.

Die Anwendungsnachweise geben Auskunft über:

  • Anzahl, Art und Identität der behandelten Tiere
  • Standort der Tiere (wenn diese Angabe zur Identifizierung der Tiere nötig ist)
  • Bezeichnung des Arzneimittels
  • verabreichte Menge des Arzneimittels
  • Datum jeder einzelnen Anwendung
  • Wartezeit in Tagen
  • Name der Person, die das Medikament angewendet hat
  • die Nummer des Beleges der Tierärztin oder des Tierarztes

Die Dokumentation ist für jeden Tierbestand des Betriebes übersichtlich, in allgemein verständlicher Form und zeitlich geordnet zu führen. Die Belege müssen fünf Jahre lang aufbewahrt werden. Bis Ende Dezember 2006 gab es Musterformulare, wie diese Nachweise auszusehen haben ("Bestandsbuch"). Diese Vorlagen können natürlich weiterhin benutzt werden. Vorgeschrieben ist jedoch nur noch, welche Angaben dokumentiert werden müssen, aber nicht mehr, in welcher Form. Es ist auch möglich, die Nachweise in elektronischer Form zu führen, wenn sichergestellt ist, dass sie unveränderlich sind (also NICHT als Excel-Tabelle) und jederzeit lesbar gemacht werden können.

Wenn die Tierärztin oder der Tierarzt die Medikamente am Tier oder im Bestand selbst verabreicht haben, können sie die notwendigen Daten direkt in die Bestandsdokumentation eintragen und unterschreiben. Dann brauchen sie keinen zusätzlichen Abgabe- und Anwendungsbeleg (AuA) auszustellen. Dies erspart der Tierhalterin oder dem Tierhalter das lästige Übertragen der Daten aus dem AuA in das Bestandsbuch sowie die Pflicht, trotzdem beide Dokumente zu archivieren.

Bei Abgabe eines Medikaments an die Tierhalterin oder den Tierhalter muss jedoch ein vollständiger Abgabebeleg mit allen nötigen Angaben einschließlich des Namens und der Praxisanschrift, Diagnose, Chargenbezeichnung und detaillierter Behandlungsanweisungen ausgehändigt werden. Dieser muss dann auch als Erwerbsnachweis aufbewahrt werden.

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12. Was bedeutet das Antibiotikaminimierungskonzept der 16. AMG-Novelle?

Im April 2014 trat mit der 16. Novellierung des Arzneimittelgesetzes auch das Antibiotikaminimierungskonzept in Kraft. Betriebe ab einer gewissen Größe, die Rinder, Schweine, Hühner oder Puten mästen, müssen halbjährlich ihren Antibiotikaverbrauch an die zuständige Länderbehörde melden. Die Daten werden in einer Datenbank gesammelt. In halbjährlichem Rhythmus werden die entsprechenden bundesweiten Kennzahlen veröffentlicht, die mit den betriebsindividuellen Zahlen verglichen werden. Gehören die Tierhalterin oder der Tierhalter zu den 25 Prozent der Betriebe, die am meisten Antibiotika verbrauchen, müssen sie mit der Hoftierärztin oder dem Hoftierarzt einen schriftlichen Reduktionsplan erstellen. Ziel ist es, den Einsatz von Antibiotika in Mastbetrieben auf das therapeutisch notwendige Maß zu begrenzen. Denn kranke Tiere müssen aus Tierschutzgründen behandelt werden.

Nach zwei Jahren (Stand: Oktober 2017) hat sich der Verbrauch bei Ferkeln und Mastschweinen verringert, der Verbrauch bei Mastkälbern und Mastrindern ist auf niedrigem Niveau in etwa konstant geblieben. Der höchste Verbrauch von Antibiotika wurde bei Masthühnern und Puten festgestellt. Währen er bei Puten im Laufe der zwei Jahre leicht gesunken ist, stieg er jedoch im Masthühnerbereich entgegen der Erwartungen an.

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13. Welche Arzneimittel dürfen Tierhalterinnen und Tierhalter nicht selber anwenden?

Einige Arzneimittel können bei nicht fachgerechter Verabreichung gesundheitsgefährlich (für Mensch und Tier) sein oder es besteht die Gefahr, dass sie zu Mastzwecken missbraucht werden. Deshalb dürfen Tierärztinnen und Tierärzte sie nicht aus der Hand geben, sondern müssen sie selber anwenden. Dazu gehören die Sexualhormone Progesteron und Testosteron, wenn sie bei lebensmittelliefernden Tieren eingesetzt werden sollen. Eine Ausnahme gilt lediglich für die Abgabe von Hormonen und hormonwirksamen Medikamenten zur Brunstsynchronisation oder um Tiere für einen Embryotransfer vorzubereiten. Auch sogenannte "ß-Agonisten mit anaboler Wirkung" wie Clenbuterol dürfen als Wehenhemmer bei Kühen und Stuten nur von der Tierärztin oder vom Tierarzt verabreicht werden. Bestimmte Betäubungsmittel dürfen Tierärztinnen und Tierärzte ebenfalls nicht an die Tierhalterin oder den Tierhalter abgeben.

Auch umgewidmete Arzneimittel müssen Tierärztinnen und Tierärzte selber anwenden oder die Anwendung beaufsichtigen, weil sie bei der Umwidmung eines Medikaments persönlich große Verantwortung tragen.

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14. Welche Regelungen gelten für Impfstoffe?

Impfstoffe unterliegen nicht den Regelungen des Arzneimittelgesetzes. Sie werden z. B. durch das Tierseuchengesetz und die Tierimpfstoffverordnung reglementiert. Impfstoffe müssen von der Tierärztin oder dem Tierarzt verabreicht werden.

Nur wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, dürfen gewerbs- oder berufsmäßige Tierhalterinnen und Tierhalter ihre Tiere selber impfen:

  • Sie beziehen den Impfstoff von ihrer Hoftierärztin oder ihrem Hoftierarzt, werden von ihr oder ihm unterwiesen und erhalten einen detaillierten Anwendungsplan. Dabei unterliegen sie der Aufzeichnungs- und Informationspflicht.
  • Die Tierärztin oder der Tierarzt betreuen den geimpften Bestand regelmäßig (u. a. mindestens vierteljährliche Bestandsuntersuchung). Sie stellen die Notwendigkeit für eine Impfung fest und attestieren die Impffähigkeit der Tiere. Sie kontrollieren die geimpften Tiere zu festgelegten Terminen, beziehen die Aufzeichnungen der Tierhalterin oder des Tierhalters in die Beratung mit ein und zeigen die Abgabe des Impfstoffes beim Veterinäramt schriftlich an.

Geht es jedoch um

  • Impfungen gegen anzeigepflichtige Tierseuchen (z. B. BHV-1 oder BVD beim Rind),
  • amtlich angeordnete Impfungen (z. B. gegen die Blauzungenkrankheit) oder
  • tierseuchenrechtlich vorgeschriebene Impfungen,

ist die Impfstoffabgabe an und die Anwendung durch die Tierhalterin oder den Tierhalter verboten (Ausnahmen bestehen für die Impfung von Geflügel oder Fischen).

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15. Welche gesetzlichen Grundlagen regeln den Umgang mit Tierarzneimitteln?

1.) Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz - AMG) vom 12. Dezember 2005, letzte Änderung vom 17. Juli 2017 mit Folgeverordnungen

  • a) Tierärztliche Hausapothekenverordnung (TÄHAV), in der Neufassung vom 20. Dezember 2006, letzte Änderung vom 16. März 2009
  • b) Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittel-Verschreibungs-Verordnung - AMVV) vom 21. Dezember 2005, letzte Änderung vom 18. Juli 2017
  • c) Verordnung über apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel (AMVerkRV), vom 24. November 1988, letzte Änderung vom 19. Dezember 2014
  • d) Verordnung über Standardzulassungen von Arzneimitteln (StandZV), vom 3. Dezember 1982, letzte Änderung vom 19. Oktober 2006
  • e) Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV), vom 14. November 1980, letzte Änderung vom 4. Mai 2017
  • f) Verordnung über Nachweispflichten der Tierhalter für Arzneimittel, die zur Anwendung bei Tieren bestimmt sind (Tierhalter-Arzneimittel-Nachweisverordnung), vom 17. Juli 2015

2.) Gesetz über den Verkehr mit Betäubungsmitteln (Betäubungsmittelgesetz - BtMG) vom 1. März 1994, letzte Änderung vom 17. Juli 2017 mit Folgeverordnungen

  • a) Verordnung über das Verschreiben, die Abgabe und den Nachweis des Verbleibs von Betäubungsmitteln (Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung – BtMVV)
  • b) Betäubungsmittel-Binnenhandelsverordnung (BtMBinHV) mit Bekanntmachung
  • c) Betäubungsmittel-Außenhandelsverordnung (BtMAHV) mit Bekanntmachung
  • d) Verordnung über Sera, Impfstoffe und Antigene nach dem Tierseuchengesetz (Tierimpfstoff-Verordnung - TierImpfStV), vom 24. Oktober 2006

3.) Verordnung über Stoffe mit pharmakologischer Wirkung (PharmStV)

4.) Europäisches Recht

  • a) Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 des Rates vom 26. Juni 1990 zur Schaffung eines Gemeinschaftsverfahrens für die Festsetzung von Höchstmengen für Tierarzneimittelrückstände in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs inklusive Anhang I, Anhang II, Anhang III und Anhang IV
  • b) Verordnung (EG) Nr. 1950/2006 der Kommission vom 13. Dezember 2006 zur Erstellung eines Verzeichnisses von für die Behandlung von Equiden wesentlichen Stoffen gemäß der Richtlinie 2001/82/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Tierarzneimittel.

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