"Der Generationenwechsel ist eine der wichtigsten Zukunftsfragen für unsere Landwirtschaft", so Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank. Um die kommenden Herausforderungen zu meistern und wettbewerbsfähig zu bleiben sind innovative Ideen und Menschen gefragt, die Verantwortung übernehmen. Doch nicht alle haben die Möglichkeit, einen Familienbetrieb zu übernehmen – gleichzeitig stehen viele Höfe ohne gesicherte Nachfolge da. Mit ‚Ackerpreneurs‘ werden neue Wege für außerfamiliäre Hofnachfolgen und eigenständige Gründungen aufgezeigt. “Als Förderbank für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum unterstützen wir Hofübernahmen seit vielen Jahren mit zinsgünstigen Programmkrediten – beispielsweise für Investitionen, Betriebsmittel oder die Finanzierung des Kaufpreises”, erklärt die Sprecherin des Vorstands der Rentenbank. Besonders Junglandwirte profitieren von verbesserten Konditionen. Außerdem erhalten Hofnachfolgerinnen und Existenzgründerinnen besonders günstige Konditionen, um die Hofnachfolge von Frauen gezielt zu stärken.
Was steckt hinter "Ackerpreneurs"?
Kern des Programms ist die Zusammenarbeit zwischen einem bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb und Personen mit konkretem landwirtschaftlichen Gründungsvorhaben. Diese Partnerschaft bildet den sogenannten "Farm-Inkubator". Innerhalb dieses strukturierten Rahmens können neue Betriebszweige aufgebaut, innovative Produktions- oder Vermarktungskonzepte erprobt und unternehmerische Kompetenzen weiterentwickelt werden. Die Gründerinnen und Gründer handeln eigenverantwortlich, profitieren jedoch von der Einbindung in einen bestehenden Betrieb, gezielter fachlicher Begleitung, finanzieller Unterstützung sowie der Vernetzung über eine Netzwerkstelle bestehend aus der Agrarsozialen Gesellschaft, dem Netzwerk Flächensicherung und der BioBoden Genossenschaft, die das Projekt koordiniert. Das Pilotprojekt wird durch die Universität Hohenheim wissenschaftlich begleitet.
Wer kann sich bewerben?
- Personen bis einschließlich 45 Jahren mit einem konkreten landwirtschaftlichen Gründungsvorhaben
- Landwirtschaftliche Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, die ihren Betrieb als Inkubator-Hof zur Verfügung stellen möchten
Die Auswahl erfolgt im Rahmen eines bundesweiten Bewerbungsverfahrens.
Warum ist das Projekt wichtig?
Das Pilotprojekt "Ackerpreneurs" setzt genau dort an, wo der Einstieg in die selbstständige Landwirtschaft besonders herausfordernd ist: Zugang zu Flächen, Investitionsmittel und unternehmerische Erfahrung fehlen oft, und außerfamiliäre Hofnachfolgen werden bislang kaum strukturiert unterstützt. Das Programm schafft einen zeitlich befristeten, begleiteten Entwicklungsraum, in dem Gründungsvorhaben unter realen Marktbedingungen getestet werden können – ohne sofort das volle Risiko tragen zu müssen. Praktisches Lernen, Mentoring und der Aufbau neuer Netzwerke stehen im Mittelpunkt, begleitet von wissenschaftlicher Forschung. So entstehen Strategien für den Generationswechsel in der Landwirtschaft, insbesondere für Quereinstiege und außerfamiliäre Hofübergaben. Der Ansatz ist international bereits bewährt und wird nun erstmals systematisch in Deutschland umgesetzt. Ziel ist es, tragfähige Modelle für die Gründungsbegleitung zu entwickeln und langfristige Perspektiven für die Landwirtschaft zu schaffen.
Zum Hintergrund
Das Pilotprojekt wird im Auftrag der Rentenbank durchgeführt. Es wurde vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) initiiert und wird fachlich von diesem begleitet. Ein Netzwerk diskutiert weitere Unterstützungs- und Förderansätze für ein starkes Starterpaket für Junglandwirte und Neueinstiege. Im Zuge der Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 und für einen gelingenden Generationswechsel werden hierfür Länder, Verbände und weitere Akteure in den Dialog gebracht. Laufzeit: Oktober 2025 bis Juni 2028 (33 Monate).
Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.
Hier geht es zur Bewerbung.