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Bundespreis „Blauer Kompass“ für Modell- und Demonstrationsbetrieb Stefan Bernickel

Landwirt Stefan Bernickel aus der Uckermark ist mit dem Bundespreis „Blauer Kompass“ 2026 ausgezeichnet worden. Sein Betrieb gewann in der Kategorie „Private und kommunale Unternehmen“. Der Betrieb gehört zugleich zum Netzwerk der Modell- und Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenbau, dessen Projektträger die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist.

Bild: UBA

Mit dem Bundespreis „Blauer Kompass“ zeichnen das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt Projekte aus, die Lösungen für den Umgang mit den Folgen des Klimawandels entwickeln und umsetzen. Insgesamt 488 Projekte hatten sich 2026 beworben. 25 davon wurden für den Preis nominiert, sechs Projekte schließlich ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 17. September 2026 im Bundesumweltministerium in Berlin statt. Der Bundespreis ist mit 25.000 Euro je Preisträgerprojekt dotiert.

Boden soll Niederschläge besser aufnehmen

Stefan Bernickel bewirtschaftet mit seiner Familie einen landwirtschaftlichen Betrieb in der niederschlagsarmen Uckermark. Um den Betrieb an diese Bedingungen anzupassen, hat er die Bewirtschaftung auf ein regeneratives System umgestellt.

Im Ackerbau verzichtet der Betrieb auf Pflug und Grubber. Bei der Aussaat kommt stattdessen das bodenschonende Strip-Till-Verfahren zum Einsatz. Zudem setzt Bernickel auf eine angepasste Fruchtfolge, zu der unter anderem Kichererbsen und Körnermais gehören. Ziel der Maßnahmen ist es, die Wasseraufnahme und -speicherung im Boden zu verbessern und den Oberflächenabfluss zu verringern.

Als Hinweis auf Veränderungen im Boden wird unter anderem die Regenwurmpopulation herangezogen: Nach Angaben zum ausgezeichneten Projekt stieg die Zahl von ursprünglich ein bis zwei auf 10 bis 20 Regenwürmer je Spatenaushub.

Wissen aus der Praxis weitergeben

Seit Sommer 2026 ist der Betrieb vom Land Brandenburg zudem als Konsultationsbetrieb für bodenschonende Bodenbearbeitung anerkannt. In dieser Funktion dient er dem Erfahrungsaustausch zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und vermittelt Wissen zur klimaresilienten Bewirtschaftung.

Gleichzeitig ist der Betrieb Teil des „Modell- und Demonstrationsvorhabens “Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenbau”. Das Netzwerk bringt Erkenntnisse und Verfahren des integrierten Pflanzenbaus in die landwirtschaftliche Praxis und unterstützt den Austausch zwischen Betrieben. Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Die Auszeichnung mit dem „Blauen Kompass“ macht damit zugleich ein Praxisbeispiel sichtbar.

Bundespreis mit Teilnahmerekord

Der „Blaue Kompass“ ist die höchste staatliche Auszeichnung für Projekte zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Zum zehnjährigen Jubiläum des Wettbewerbs erreichten das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt mit 488 eingereichten Projekten einen neuen Teilnahmerekord.

Die ausgezeichneten Projekte befassen sich unter anderem mit Starkregenvorsorge, klimaresilienter Landwirtschaft, Hitzebelastung sowie Bildungsangeboten zur Klimaanpassung. Eine achtköpfige Jury bestimmte fünf der sechs Preisträger. Ein weiterer Preis wurde über ein öffentliches Online-Voting vergeben.

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