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09.10.2019Mit künstlicher Intelligenz zu mehr Tierwohl

Wissenschaftler wollen mithilfe intelligenter Datenanalyse bisher unbekannte Zusammenhänge in der Tierhaltung aufdecken und für mehr Tierwohl nutzbar machen.

Schweine im Stall auf Stroh
Quelle: Uni Hohenheim / Sacha Dauphin

Forschende der Uni Hohenheim und des Bildungs- und Wissenschaftszentrums Boxberg (LSZ) wollen verschiedenste Datenquellen aus der Schweinehaltung in einer digitalen Plattform zusammenführen und analysieren, um daraus Informationen für ein verbessertes Tierwohl zu gewinnen. Umsetzen wollen sie dies in den Lehr- und Versuchsställen der LSZ Boxberg. Dort liegen laut Prof. Stefan Kirn, Leiter des Fachgebiets Wirtschaftsinformatik II der Uni Hohenheim, immense Datenmengen zur Sauen-, Ferkel- und Mastschweinehaltung vor, die bisher allerdings kaum nutzbar waren. Denn die Datensätze – erfasst in Excel-Tabellen, Papierformularen oder durch Fachanwendungen – sind bislang alle noch nicht vernetzt.

Dies wollen die Wissenschaftler im Projekt "Landwirtschaft 4.0: Informationssystem für die Schweinehaltung" nun ändern. Mit digitalen Verfahren führen sie die Daten zusammen und erschließen sie so für die Analyse und das maschinelle Lernen. "Das ermöglicht neue Erkenntnisse, die dem Tierwohl und einer zukunftsfähigen Ausrichtung der Schweinehaltung zugutekommen", so Prof. Kirn.

Ein Thema, das die Forscher im Visier haben, ist zum Beispiel die Frage, wie man frühzeitig gesundheitliche Risiken bei den Ferkeln mittels maschineller Lernverfahren erkennen kann. Dafür untersuchen sie derzeit rund 25 Variablen und werten Daten seit 2011 zu rund 50.000 Schweinen aus, um zu prüfen, ob Vorhersagen zu frühzeitigen gesundheitlichen Risiken möglich sind. Eine andere denkbare Anwendung wäre auch, im Rahmen eines Tierwohlmonitorings das Tierverhalten zu überwachen, um Stress frühzeitig zu erkennen. Das Team wertet dazu über Videokameras mit Deep Learning das Liegeverhalten der Tiere aus.

Mehr Infos zum Projekt auf der Internetseite der Uni Hohenheim: Landwirtschaft 4.0: Künstliche Intelligenz für mehr Tierwohl im Stall