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13.06.2019Töten männlicher Küken bleibt übergangsweise erlaubt

Das Bundesverwaltungsgericht hat heute entschieden, dass die umstrittene Praxis des Kükentötens vorläufig zulässig bleibt. So lange, bis geeignete Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zur Verfügung stehen.

Eintagsküken
Quelle: Oliver Foerstner - stock.adobe.com

Heute ist in Leipzig das von vielen mit Spannung erwartete Urteil des Bundesverwaltungsgerichts gefallen. Danach bleibt "das Töten männlicher Küken tierschutzrechtlich übergangsweise zulässig". Die Richter begründen den Urteilsspruch wie folgt:

Grundsätzlich sei das wirtschaftliche Interesse an speziell auf eine hohe Legeleistung gezüchteten Hennen kein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes für das Töten männlicher Küken aus diesen Zuchtlinien. "Die bisherige Praxis wurde allerdings - ausgehend von einer damaligen Vorstellung entsprechenden geringeren Gewichtung des Tierschutzes - jahrzehntelang hingenommen. Vor diesem Hintergrund kann von den Brutbetrieben eine sofortige Umstellung ihrer Betriebsweise nicht verlangt werden. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt war absehbar, dass in näherer Zukunft eine Geschlechtsbestimmung im Ei möglich sein würde. Die weitere Entwicklung hat diese Einschätzung bestätigt. Ohne eine Übergangszeit wären die Brutbetriebe gezwungen, zunächst mit hohem Aufwand eine Aufzucht der männlichen Küken zu ermöglichen, um dann voraussichtlich wenig später ein Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei einzurichten oder ihren Betrieb auf das Ausbrüten von Eiern aus verbesserten Zweinutzungslinien umzustellen. Die Vermeidung einer solchen doppelten Umstellung ist in Anbetracht der besonderen Umstände ein vernünftiger Grund für die vorübergehende Fortsetzung der bisherigen Praxis."

Zum Hintergrund: Im Jahr 2013 hatte die damalige Regierung in Nordrhein-Westfalen den Brütereien die umstrittene Praxis des Kükentötens untersagt. Sie berief sich dabei auf das Tierschutzgesetz, wonach niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. Zwei Landkreise setzten die Verfügung damals um. Daraufhin klagten zwei Betriebe und bekamen recht vom Oberverwaltungsgericht. Die Richter urteilten, dass die Aufzucht männlicher Küken für die Brütereien einen "unverhältnismäßigen Aufwand" darstelle.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts.