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Pflanze

Pflanzenschutzmonitoring

Erfahrung und Bauchgefühl sowie eine intensive Beobachtung der Bestände sind im Pflanzenschutz kaum zu ersetzen. Um den Befallsverlauf von Beginn an genau einschätzen zu können, gibt es eine Reihe wertvoller Hilfsinstrumente.

Drohne fliegt über einem Acker

Quelle: CEA+

Erfahrung und Bauchgefühl sowie eine intensive Beobachtung der Bestände sind im Pflanzenschutz kaum zu ersetzen. Etwa, um zu entscheiden, ob bei intensiver Vorbehandlungen und moderatem Krankheitsverlauf auf eine Abschlussbehandlung verzichtet werden kann oder, um synergistische Effekte von Mitteln geschickt zu nutzen. Um den Befallsverlauf von Beginn an genau einschätzen zu können, gibt es eine Reihe wertvoller Hilfsinstrumente.

ISIP – Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion

Prognoseverfahren für Pflanzenkrankheiten in Weizen kommen in Deutschland schon seit mehr als 30 Jahren zum Einsatz. Das Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion stellt auf seiner Internetseite www.isip.de Vorhersagen für Krankheiten und Schädlinge ein. Dahinter stecken über 40 wetterbasierte Prognosemodelle im Dienst der Landwirtschaft. Hand in Hand mit der Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz (ZEPP) wurden Forschungsergebnisse und Modellrechnungen der vergangenen Jahrzehnte praxistauglich aufbereitet. 

Die Prognosen zeigen Krankheiten und Schädlinge für die Region auf. Informationen über das Auftreten von Schaderregern, Perioden hohen Befallsdrucks und abgeleitete Schwellenwerte für eine Bekämpfung helfen die Befallsrisiken für den Standort auszuloten und machen die Entscheidungsfindung leichter. Die Internetseite leistet darüber hinaus auch Unterstützung bei der Anpassung von Aufwandmengen und Behandlungsstrategien. Zukünftig sollen dann auch Gefahren durch Krankheiten und andere Schaderreger über Kulturart, Sorte, Aussaattermin und regionale Witterungsdaten bestandsbezogen berechnet werden.

Gelbschalen

Gelbschalen sind aus dem Resistenzmanagement im Raps nicht mehr wegzudenken. Seitdem neonicotinoide Beizen aus dem Verkehr sind, zeigen sich immer häufiger Resistenzen gegen Pyrethroide. Im Raps ist der Rapsglanzkäfer mittlerweile hochresistent. Es folgen auf niedrigerem Niveau Kohlschotenrüssler, Rapserdfloh und Schwarzer Kohltriebrüssler. Richtwerte für die Schädlingsbekämpfung sorgen dafür, dass insektizide Maßnahmen nicht ins Leere laufen und verhindern, dass sich Resistenzen weiter aufschaukeln.

Gelbschalen setzen pauschalen Behandlungen im Herbst ein Ende. Der Zuflug von Erdflöhen wird sicher erfasst. Die Schalen gehören deshalb direkt nach der Aussaat auf den Acker. Bei 50 Erdflöhen ist die Schadschwelle erreicht. Auch der schwarze Kohltriebrüssler besiedelt den Raps schon im Herbst. Deshalb sollten die Schalen nicht zu früh von der Fläche genommen werden. Kohlschotenrüssler und Rapsglanzkäfer treten erst im nächsten Frühjahr auf. Auch für sie gibt es Bekämpfungsrichtwerte. Dafür ist die Anzahl der Individuen an den befallenen Hauptrieben zu ermitteln.

Lockköder und Topffallen

Frühe Aussaat, milde Winter und nicht wendende Bodenbearbeitung geben Schnecken Auftrieb. Sie treten immer häufiger als Problem in Wintergetreide und Raps auf. Zum Schutz der jungen Kulturen heißt das: Befall schnell erkennen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die das Monitoring erleichtern. Schläge mit Risikopotenzial lassen sich mit Lockködern herausfiltern. Eine Kontrolle von Nacktschnecken über die Fruchtfolge und Bekämpfung ist dann möglich.

Drahtwürmer, also die Larven des Saatschnellkäfers, sind auf dem Vormarsch. Die Tiere können während ihres drei- bis fünfjährigen Entwicklungszyklus an unterirdischen Pflanzenteilen von Getreide, Mais, Hackfrüchten, Leguminosen und gärtnerischen Kulturen große Schäden verursachen. Gut zu wissen, wie es auf eigenen Flächen aussieht. Topffallen mit gequollenen Getreidekörnern oder Spezialfallen, machen den Blick in den Boden möglich.

Luftbilder

Luftbilder zeigen den Bestand in der Übersicht. Drohnen machen die Bilder aus der Luft heute für Landwirtinnen und Landwirte leicht verfügbar. Aus größerer Höhe aufgenommen werden Bestandunterschiede deutlich. Sie machen auf eine Reihe wachstumsrelevanter Faktoren, wie Wasserstress, Krankheitsbefall und Unkrautdruck aufmerksam.

Im Drohnen-Tiefflug geben Multispektral- oder thermische Kameras genaueren Aufschluss über das tatsächliche Befallsgeschehen. Eine anschließende Maßnahme zur Bekämpfung von Unkraut oder Schädlingen kann gezielt vor Ort und vollautomatisch per Feldroboter ausgebracht werden. Bei der Unkrautbekämpfung in Reihenkulturen wie Zuckerrüben erzielt die Zusammenarbeit von Multikoptern und Robotern bereits gute Ergebnisse – jedenfalls in Forschungsprojekten.