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Fachtagung: Sichere Herden Zukunft der Kulturtiere

Wolfspolitik in der EU war ein Schwerpunkt der Fachtagung zum Thema Herdenschutz von LIFEstockProtect. Eine wichtige Botschaft: Herdenschutz ist und bleibt unverzichtbar für die Weidetierhaltung.

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Mitte Juli 2025 fand in der österreichischen Steiermark die Fachtagung von LIFEstockProtect unter dem Titel „Sichere Herden – Zukunft der Kulturtiere“ statt. Zu Beginn der Tagung ging es um die Wolfsdebatte und die EU-Politik in Sachen Weidetiere und Wolf.

Herdenschutz als Aushandlungsprojekt

Der Projektmanager von LIFEstockProtect, Max Rossberg, sprach über die Polarisierung in der Debatte um den Wolf. Er bezeichnete den Herdenschutz als Aushandlungsprojekt. Rein technische Hilfe reiche nicht aus, wenn sie nicht akzeptiert wird. Er befürwortete einen sozialen Prozess durch Dialog, Teilhabe und Interessensausgleich.

Laut Max Rossberg gebe es eine „leise Mehrheit“, die gangbare Wege der Kooperation sucht. Diese Mehrheit brauche Sichtbarkeit und Unterstützung – etwa durch EU-geförderte Projekte wie LIFEstockProtect.

 

Das BZWW verweist in seiner Terminliste regelmäßig auf Kurse von LIFEstockProtect.

Wolfspolitik in der EU

Ein wichtiger Schwerpunkt der Fachtagung war die EU-Wolfspolitik.

Wie berichtet hat die EU den Schutzstatus des Wolfs von „streng geschützt“ auf „geschützt“ abgesenkt. Der Jurist und Naturschutzrechtler Jochen Schumacher wies darauf hin, dass dennoch weiterhin ein „günstiger Erhaltungszustand“ der Art zu bewahren sei. Der Wolf sei also nicht schutzlos.

Dem fügte Alexander Just von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission hinzu, dass nun zwar keine Ausnahmegenehmigung für den Fang und die Tötung von Wölfen mehr erforderlich sei, rechtlich aber wolfsfreie Zonen oder ein wahlloser Einsatz von Mitteln verboten blieben.

Laut Jure Čuš von der Generaldirektion Landwirtschaft sind bereits in 12 Mitgliedstaaten große Beutegreifer wie der Wolf ein Hindernis für die Weidetierhaltung. Umso wichtiger ist zu wissen, dass die Förderfähigkeitsregeln für Präventionsmaßnahmen auch mit dem neuen Schutzstatus gelten. Sprich: Präventiver Herdenschutz wird in der EU weiterhin gefördert.

 

LIFEstockProtect ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Menschen aus Wissenschaft, Naturschutz und Herdenschutz sowie weiteren Fachleuten aus Österreich, Bayern und Südtirol/Trentino. Es unterstützt Tierhaltende im deutschsprachigen Alpenraum.

Das Hauptziel von LIFEstockProtect ist die Veranschaulichung und Durchführung von Herdenschutzmaßnahmen – durch vielfältige Herdenschutz-Kurse und breitgefächerte Kommunikation.