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Betrieb

Energiepflanzen f├╝r die Biogaserzeugung

Energiepflanzen f├╝r die Biogaserzeugung

Energiepflanzen eignen sich besonders, um die methanbildenden Mikroorganismen zu ern├Ąhren. Neben Mais sind vor allem Getreide-Ganzpflanzensilagen von Bedeutung.

Seit Inkrafttreten des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes 2014 gibt es keine Anreize mehr f├╝r den Anbau von Energiepflanzen als Substrat f├╝r die Verg├Ąrung. Eine Bonusverg├╝tung f├╝r Rohstoffe aus der Landwirtschaft, den sogenannten NawaRo-Bonus, gibt es nicht mehr. Durch diese Verg├╝tungsstruktur wird der Einsatz von Reststoffen aus der Landwirtschaft sowie Mist und G├╝lle gef├Ârdert. Dennoch stellt Maissilage noch vor G├╝lle das Hauptsubstrat f├╝r die Erzeugung von Biogas. Da Mais seit Jahrzehnten in Deutschland als Futterpflanze gro├čfl├Ąchig angebaut wird, steht heute eine ausgereifte Verfahrenstechnik bereit. Mais bringt sowohl bei der Trockenmasse als auch bei der Gasausbeute hohe Ertr├Ąge und behauptet sich nach wie vor auf Platz eins der Biogaspflanzen.

Alternativen zu Mais

Neben Mais haben sich vor allem Getreide-Ganzpflanzensilagen, Gr├╝nroggen und Hirse einen Platz unter den pflanzlichen Biogassubstraten erk├Ąmpft. Auch Zuckerr├╝ben werden in den letzten Jahren vermehrt f├╝r die Biogasproduktion genutzt. Z├╝chtung und Erprobung neuer Kulturarten f├╝r die Biogasgewinnung wurden in Versuchen und Praxistests zur Verfahrenstechnik, Fruchtfolge und dem Methanbildungsverm├Âgen vorangetrieben. Dadurch sollen Weichen f├╝r mehr ├Âkologische Vielfalt im Energiepflanzenbau gestellt werden.

Fragen und Antworten

Welche Pflanzen eignen sich f├╝r Biogas?

In Frage kommt eine Reihe von Pflanzenarten mit hoher Biomasseproduktion. ├ťber die Wirtschaftlichkeit entscheiden, neben den Kosten des Produktionsverfahrens und daraus resultierenden Bereitstellungskosten, der Trockenmasseertrag und die Gasausbeute.

Derzeit k├Ânnen Sorghumarten (Hirse) auf Standorten mit geringer Wasserversorgung mit Mais konkurrieren. Die z├╝chterische Bearbeitung wurde und wird intensiviert. Gleiches gilt f├╝r Ganzpflanzengetreide, wobei sich Arten- und Sortenmischungen zur Erh├Âhung der Ertragssicherheit anbieten. Auf guten Ackerb├Âden kann die Zuckerr├╝be Fl├Ąchengasertr├Ąge von Mais sogar ├╝bertreffen. Aufgrund ihres hohen Zuckergehalts wird sie im Fermenter schnell umgesetzt. Lagerung und F├╝tterung der Biogasr├╝ben sind aufw├Ąndiger als bei Mais.  Sie m├╝ssen auf die betriebsspezifischen Verh├Ąltnisse angepasst werden. 

Auch die Durchwachsene Silphie zeichnet sich durch relativ hohe Methanertr├Ąge aus, die auf w├Ąrmeren Standorten an den Mais heranreichen. Die Bestandetablierung ist zwar aufw├Ąndiger, daf├╝r k├Ânnen Best├Ąnde etwa 15 Jahre genutzt werden. Ihre langanhaltende Bl├╝hdauer macht sie zur ergiebigen Insekten- und Bienenweide. Auch Anbauversuche mit mehrj├Ąhrigen bl├╝henden Wildpflanzenmischungen haben zum Teil vielversprechende Ergebnisse gebracht. Sie k├Ânnen die Artenvielfalt auf deutschen ├äckern deutlich erh├Âhen.

Was ist unter der "Teller-Tank Diskussion" zu verstehen?

Das h├Ąufig eingesetzte Schlagwort weist auf die Nutzung landwirtschaftlicher Fl├Ąchen f├╝r den Energiepflanzenanbau ("Tank") und eine dadurch m├Âgliche Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion ("Teller") hin.

Welche ├Âkologischen Ans├Ątze gibt es im Energiepflanzenbau?

Nach wie vor stellt Mais, mit allen bekannten Nachteilen, als NawaRo den Mammutanteil f├╝r die Biogasproduktion. Um die Biodiversit├Ąt zu erh├Âhen und die Nachteile eingeschr├Ąnkter Fruchtfolgen zu mindern, wird daneben vermehrt auch auf Ganzpflanzensilagen (auch in Arten- und Sortenmischungen), R├╝ben sowie Dauerkulturen (vorrangig die Durchwachsene Silphie) zur├╝ckgegriffen.